Demographische Entwicklung

Immer mehr ältere Menschen in Drensteinfurt

Die Zahl der betagten Bürger nimmt in Drensteinfurt rasant zu.  Im Jahr 2040 werden 5613 Drensteinfurter 65 Jahre oder älter sein. Damit wird auf Dauer auch der Bedarf an Betreuung steigen.
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Die Zahl der betagten Bürger nimmt in Drensteinfurt rasant zu. Damit wird auf Dauer auch der Bedarf an Betreuung steigen.

Betrachtet man die demografische Entwicklung Drensteinfurts, zeigen sich alarmierende Werte. Bis 2040 wird die Zahl der über 65-Jährigen um 90,2 Prozent ansteigen. Das geht aus dem aktuellen Pflegebericht des Kreises Warendorf für Drensteinfurt hervor

Drensteinfurt – Vorgestellt hatte die Zahlen Lena Wiedemann, die Inklusionsbeauftragte des Kreises, am Dienstag im Ausschuss für Familie, Jugend, Senioren und Soziales. Wenn sich die Zahl der Senioren in absehbarer Zeit nahezu verdoppelt, wird die Zahl der Pflegeplätze steigen. Mit einem Pflegezentrum an der Bürener Straße und zwei Wohngemeinschaften, die aktuell in Planung sind, könnte der Bedarf aber gedeckt werden, erfuhren die Ausschussmitglieder.

Anders als im Kreisdurchschnitt, in dem die Bevölkerungszahl abnimmt, wird für Drensteinfurt, wie für fünf weitere Städte im Kreis Warendorf, eine wachsende Bevölkerung prognostiziert. Begründet wird diese positive Entwicklung mit der Nähe zu Münster. Die Pflegestatistik für den Kreis Warendorf zeigt, dass von 1999 bis 2017 die Anzahl der Leistungsempfänger kontinuierlich angestiegen ist: Im Kreis gibt es 10 212 Pflegebedürftige, von denen ein Viertel stationär versorgt wird und drei Viertel zu Hause von Angehörigen und Verwandten. Der häuslichen Versorgung komme daher eine große Bedeutung zu. Bei 2 715 der Zuhause gepflegten Personen ist zusätzlich ein ambulanter Pflegdienst involviert.

In Drensteinfurt stehen im Malteserstift 80 vollstationäre Plätze zur Verfügung. Zwölf weitere befinden sich in der Wohngemeinschaft „Zum Pröbstinghof“ in Rinkerode. Aktuell gibt es keine Tagespflege, allerdings stehen mit der Eröffnung der Tagespflege „Hotel zur Post“ demnächst zwölf Tagespflegeplätze in Drensteinfurt zur Verfügung. Dazu kommen unterschiedliche Pflegedienste. Neben den beiden bereits bestehenden ambulanten Pflegediensten MediMobil und Pflegeteam Drensteinfurt ist ebenfalls zum 1. September mit dem „Happe Pflegebüro Münsterland“ ein weiteres Pflegebüro geplant.

Mobilität älterer Menschen bleibt ein Thema

Regelmäßige Netzwerktreffen auch mit Vertretern aus Drensteinfurt machten deutlich, dass die vollstationäre Versorgung aktuell ausreichend sei, so Wedemann. Es gebe aber Bedarf an teilstationären Angeboten. Besonders Anfragen für die Morgen- und Abendstunden würden von den ambulanten Pflegediensten abgelehnt, sodass die Drensteinfurter Angebote in Sendenhorst und Hiltrup annehmen müssten. Es gebe auch Bedarf an Servicewohnungen und bezahlbaren Wohnraum für Einzelpersonen. Die Mobilität älterer Menschen bleibe ein Thema, hier würden Ehrenamtliche für Fahrten gesucht, berichtet die Inklusionsbeauftragte.

Bei der Bewertung der örtlichen Infrastruktur ergibt sich: Die Platzdichte für die 24-Stunden-Pflege liegt in Drensteinfurt mit 106 Plätzen unter dem Meridian des Kreises (129) je 1000 Bewohner über 80 Jahre. Weitere Plätze der 24-Stunden-Versorgung werden erforderlich. In Planung ist ein Pflegezentrum mit einem Angebot an Pflegewohngemeinschaften, ebenfalls in Planung ein Pflegezentrum mit einem teilstationären Angebot. Eine Ausweitung des Angebotes an Tagespflege wird mit der Eröffnung der Tagespflege „Hotel zur Post“ bereits realisiert.

Im Jahr 2040 werden 5613 Drensteinfurter 65 Jahre oder älter sein – ein Anstieg um 90,2 Prozent gegenüber heute. Demgegenüber stehen nur dann noch 3 064 Menschen unter 20 – ein Rückgang um 12,9 Prozent. Diese Zahlen listet der aktuelle Pflegebericht des Kreises Warendorf für Drensteinfurt auf.

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