Die erste Trauung in Corona-Zeiten: Tatjana Schön und Christoph Gewinner geben sich das Ja-Wort in St. Lambertus

Sie haben sich getraut: Tatjana Schön und Christoph Gewinner sind das erste Brautpaar, das nach dem Lockdown in Drensteinfurt den Bund fürs Leben schloss.
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Sie haben sich getraut: Tatjana Schön und Christoph Gewinner sind das erste Brautpaar, das nach dem Lockdown in Drensteinfurt den Bund fürs Leben schloss.

Als erstes Paar in Walstedde gaben sich nach Ausbruch der Corona-Pandemie Tatjana Schön und Christoph Gewinner am vergangenen Samstag das Ja-Wort in der St.-Lambertus-Kirche.

Walstedde – Vor einem Jahr hatten sie voller Zuversicht den Termin für ihre kirchliche Trauung festgelegt. Der 1.August 2020 sollte ihr schönster Tag werden. Eine Hochzeit in Weiß, die standesamtliche Vermählung hatten sie für den Tag vorher geplant. Niemand konnte damals ahnen, dass ein kleines Virus ihnen nur Monate später schlaflose Nächte bereiten würde und die Durchführung der Feier lange Zeit ungewiss war.

Am vergangenen Samstag ging dann doch ihr Traum in Erfüllung. Sie konnten in der Lambertuskirche den Bund fürs Leben eingehen. „Wir haben den Termin vor einem Jahr so geplant und immer daran festgehalten“, erklärt Tatjana Schön. Nicht nur während des totalen Lockdowns durch Corona auch während der Zeit der Lockerungen seien sie durch ein Wechselbad der Gefühle gegangen.

Viele Fragen bei der Hochzeitsplanung

Kann die Hochzeit stattfinden? Wird die Situation vielleicht noch schlimmer? Wollen unsere Gäste dann überhaupt feiern? Solche und ähnliche Fragen beschäftigten das Brautpaar.

Als dann endlich wieder Gottesdienste durchgeführt werden konnten, wenn auch nur mit begrenzter Personenzahl, waren die jungen Eltern sicher, dass die Hochzeit wohl stattfinden würde. Die Einladungen hatten sie zuversichtlich schon vorher verschickt.

„Wir wollten mit 60 Personen feiern, mit Eltern, Geschwistern, Verwandten und Freunden“, berichtet der Bräutigam. Doch das junge Paar hatte auch Bedenken, ob es nicht vielleicht doch gefährlich sei und auch, ob ein Mundschutz getragen werden müsse und jeder sich damit wohlfühlen würde.

Absagen wegen Coronavirus

Gemeinsam schrieben sie daher den Eingeladenen einen Rundbrief. „Wir wollten unseren Gästen sagen, dass sie selber entscheiden könnten, ob sie trotz der noch immer möglichen Corona Gefahr teilnehmen wollen oder nicht“, machte die 28-Jährige deutlich. „Unsere Gäste sollen sich wohlfühlen.“ Von den 60 Eingeladenen verzichteten zehn aus eben diesen Gründen auf die Teilnahme.

„Dafür hatten wir vollstes Verständnis und wir sind keinem böse, der nicht kommen wollte“, versichert sie. Mittlerweile dürfen wieder Hochzeitsfeiern mit 180 Personen stattfinden. 50 Personen dürfen in die Lambertuskirche. „Für uns reicht das“, sagte der 32-jährige Bräutigam erfreut.

Kein Abstand bei geschlossener Gesellschaft nötig

Am Samstag fand die Hochzeit statt, das Wetter passte, ein Mundschutz musste nicht getragen werden und es wurde sogar gesungen. Auch Pater Johny, der die Hochzeit zelebrierte, freute sich mit dem Brautpaar. Schließlich war es die erste Trauung seit des Lockdowns in Walstedde, denn viele Paare haben ihre für dieses Jahr geplante Hochzeit auf das kommende Jahr verschoben.

Vor der Kirche warteten Freunde und Nachbarn im vorgeschriebenen Abstand und winkten mit kleinen Fahnen, als das frischvermählte Paar mit ihrem kleinen Sohn Joshua aus der Kirche trat. Sehr nah kommen durften sich die Gäste vor der Kirche noch nicht, aber dazu sollten sie wenig später bei der Feier im „Alten Fährhaus“ Gelegenheit haben. „Wir sind dort eine geschlossene Gesellschaft, und das Abstandsverbot gilt in diesem Fall nicht“, erklärte Tatjana Schön, die jetzt Gewinner heißt. Im Klartext bedeutete das nicht nur viele Umarmungen, sondern es durfte auch nach Herzenslust getanzt werden.

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