Nur mit Termin

Endlich wieder Form und Farbe: Der erste Tag nach dem Lockdown beim Friseur

Handschuhe, Mundschutz, Plexiglas-Trennwände und lüften durch die geöffnete Eingangstür: Für den ersten Friseurtermin nach dem zweiten Lockdown gelten strenge Regeln. Kundin Inge Cober (vorne) hat gleich für diesen Tag einen Termin im Salon von Christoph Breer bekommen – und freut sich über ihren neuen Haarschnitt und die Farbe, die ihr Friseurin Lea Caro aufträgt.
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Handschuhe, Mundschutz, Plexiglas-Trennwände und lüften durch die geöffnete Eingangstür: Für den ersten Friseurtermin nach dem zweiten Lockdown gelten strenge Regeln. Kundin Inge Cober (vorne) hat gleich für diesen Tag einen Termin im Salon von Christoph Breer bekommen – und freut sich über ihren neuen Haarschnitt und die Farbe, die ihr Friseurin Lea Caro aufträgt.

Einen vollen Terminkalender hat Christoph Breer nach dem seit Mitte Dezember herrschenden zweiten Lockdown. Für die nächsten Wochen ist der Friseurmeister ausgebucht.

Walstedde – 30 erwartungsvolle Kunden bediente sein vierköpfiges Team am Montagmorgen, dem ersten Wiedereröffnungstag – dabei war die Freude und Zufriedenheit auf beiden Seiten gleich groß.

Um 9 Uhr betrat der erste Kunde den Laden, den letzten Termin hatte Christoph Breer für 20.15 Uhr vergeben. Um dem Ansturm gerecht zu werden, hat der Walstedder Friseurmeister seine Öffnungszeiten bis Ende März ausgedehnt. Sechs Tage in der Woche von 9 bis 20 Uhr steht er mit seinem Team bereit, um ausgewachsene Frisuren wieder auf den Vordermann zu bringen und vor allen Dingen Farbe aufzutragen, denn nach zweieinhalb Monaten sind die Ansätze gerade bei grauen Haaren überdeutlich zu sehen.

Freude beim Friseurbesuch

Davon kann auch Karin Zimmermann aus Ahlen ein Lied singen. „Es war schrecklich“, berichtet sie. Im Winter habe sie ihren Ansatz unter einer Mütze verstecken können, bei den warmen Temperaturen der vergangenen Tage ging das nicht mehr. „Ich habe mir extra eine graue Brille gekauft, damit sie besser zum Ansatz passt“, verrät sie mit einem Augenzwinkern. Am Montagmorgen nahm sie bei Christoph Breer das volle Programm in Anspruch. Schneiden, färben und verwöhnen. „Ich fühle mich wie ein neuer Mensch“, sagt sie nach dem Friseurbesuch zufrieden.

Auch Inge Cober aus Hamm hat den Friseurbesuch herbeigesehnt. „Ich konnte mich gar nicht mehr im Spiegel ansehen“, gibt sie zu. Dabei habe ihr der Friseur sogar einmal ihre Farbe nach Hause gebracht. „Die Haare habe ich dann selbst gefärbt, aber ich konnte sie ja nicht schneiden“, erklärt sie die Situation. Dass sie gleich am Montag einen Termin bekommen habe, sei ein Glücksfall gewesen. „Jetzt bin ich sehr froh“, gibt sie zu, während Friseurin Lea Caro die Farbe aufträgt.

Haare schneiden nur mit Terminvereinbarung

Damit seine Kunden am Ende nicht nur gut aussehen, sondern auch Corona-bedingt beruhigt kommen können, hat der Walstedder Friseurmeister einiges unternommen. So hat er zwei weitere Plexiglas-Trennwände angeschafft. Nur Kunden mit Termin kommen in den Salon. Händedesinfektion nach dem Eintreffen ist Pflicht. Nach wie vor nimmt er keine Trockenhaarschnitte vor. „Es ist sehr schade, dass ich keine Getränke anbieten darf“, sagt er bedauernd. „Gut ist, dass wir den Laden komplett lüften können“, macht er deutlich. Darüber hinaus komme Desinfektionsmittel regelmäßig zum Einsatz, zum Beispiel an den Türklinken.

Egal, wie viel Mühe es kostet, für Christoph Breer zählt nur, dass er endlich wieder arbeiten darf. „Es ist für mein Team und mich wichtig, aber besonders auch für meine Kunden“, stellt er fest.

Inge Cober hofft, dass es keinen weiteren Friseur-Lockdown geben wird. Dafür, so vermutet sie, könnte eines Tages ein Schnelltest vor dem Friseurbesuch Pflicht sein. „Das wird mich dann aber nicht daran hindern, den Termin wahrzunehmen“, gibt sie schmunzelnd zu.

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