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Einer weniger als bisher: Vier Politiker aus dem Kreis Warendorf im Düsseldorfer Landtag

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Von: Holger Krah

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Auch im Rathaus in Drensteinfurt wurde der neue Landtag gewählt
Jetzt geht’s los: Das Rathaus war einer von 16 Wahlbezirken bei der Landtagswahl in Drensteinfurt. © Wiesrecker

Wunden lecken hier und Freude da: Der Kreis Warendorf ist mit vier statt bislang fünf Politiker im Düsseldorfer Landtag vertreten.

Kreis Warendorf/Drensteinfurt – Der Kreis Warendorf wird im kommenden Landtag mit vier Politikern vertreten sein. Aus dem Wahlkreis 87 (dem Südkreis, zu dem auch Drensteinfurt gehört) schafften es Markus Höner von der CDU über das Direktmandat und Dr. Christian Blex dank seines Listenplatzes 5 auf der Liste der AFD. Im Wahlkreis 86 (dem Nordkreis) setzte sich mit Daniel Hagemann ebenfalls der CDU-Kandidat direkt durch, Hedwig Tarner (Grüne) gelangte über die Liste in den Landtag.

In der vorherigen Wahlperiode war der Kreis noch mit fünf Politkern in Düsseldorf vertreten: Hennig Rehbaum (CDU, jetzt MdB), Daniel Hagemann (CDU, 2022 Wiederwahl), Annette Waterman-Krass (SPD, nicht mehr angetreten), Markus Diekhoff (FDP, 2022 zu wenig Stimmen) Dr. Christian Blex (AfD, 2022 Wiederwahl). Entsprechend unterschiedlich fielen die Reaktionen nach der Wahl aus.

Erfahren, wo der Schuh drückt

Markus Höner (CDU), freut sich über ein „ganz tolles Ergebnis“. Der Rehbaum-Nachfolger hatte sehr viel Kraft in den Wahlkampf gesteckt und weit über 220 Termine absolviert. Für ihn kein Pflichtprogramm: „Das war ganz wertvolle Zeit, weil man im Gespräch mit den Menschen erfährt, wo der Schuh drückt und wo wir den Hebel für Verbesserungen ansetzen können.“ Der Krieg in der Ukraine und damit das Thema Sicherheit habe jedes Gespräch bestimmt. Hier mache die CDU in NRW beim Thema Innere Sicherheit gute Angebote und jetzt gehe es auch um langfristige Energieversorgung.

Höner war am Montagnachmittag bereits in Düsseldorf und ist gespannt auf die erste Fraktionssitzung am Dienstag. Die Wähler hätten Ministerpräsident Hendrik Wüst einen klaren Auftrag zur Regierungsbildung gegeben, und es habe zwei klare Verlierer gegeben: die SPD und die FDP.

FDP-Politiker ohne Plan B

Für Markus Diekhoff aus Drensteinfurt hat die Wahl persönliche Konsequenzen: Der FDP-Politiker verteidigte sein Landtagsmandat nicht und räumt ein, keinen Plan B zu haben. Er werde in jedem Fall weiter Politik machen als Fraktionsvorsitzender der FDP im Kreistag. Trotzdem trifft ihn die Niederlage der Liberalen sehr: „Es war schlimmer, als ich dachte.“ Die CDU sei für gutes Regieren in NRW belohnt worden, die FDP hingegen nicht. Zwar habe man Fehler in der Schulpolitik gemacht, aber auch gute Angebote für alte Menschen und den ländlichen Raum gemacht, sei damit jedoch nicht durchgedrungen. „Wir sind hip in Großstädten, aber wir müssen gerade in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum besser mit unseren Themen durchdringen.“ Letztlich müsse man die Niederlage annehmen, das sei das Wesen des politischen Systems, so er Drensteinfurter. Bei der Regierungsbildung hat Diekhoff eine klare Meinung: „Die Ampel ist nicht haltbar, Schwarz-Grün wird kommen.“

Wie Diekhoff hat es auch Ali Bas von den Grünen wieder nicht in den Landtag geschafft – dort wo er schon einmal von 2012 bis 2017 saß. „Mit Ausgleichsmandaten hätte es sogar für einen Nachrückerplatz gereicht“, hat er ausgerechnet, letztlich war Listenplatz 58 nicht weit genug oben.

Politisch am Ball bleiben

Das galt auch für Frederik Werning von der SPD mit Listenplatz 35. Ein Gespräch mit dem potenziellen Nachfolger von Annette Watermann-Krass kam nicht zustande.

Bas will wie FDP-Kollege Diekhoff politisch am Ball bleiben. Er freut sich riesig über das stärkste Wahlergebnis der Grünen bei einer Landtagswahl in NRW. Natürlich hatten die Politik und Beliebtheitsgrade von Annalena Baerbock und Robert Habeck geholfen, aber auch die Grünen-Spitzenkandidatin Mona Neubaur habe keine schlechten Werte. Eine Präferenz bei der Regierungsbildung hätten die Grünen nicht, so Bas.

SPD in Teilen nach Links gerückt

Karl Stephan Schulte, der einst die Linke mit gegründet hatte, findet das Abschneiden seiner Partei katastrophal. Man sei mit den Linken-Themen soziale Gerechtigkeit und gute Arbeit nicht durchgedrungen. Stattdessen hätten Aussagen der Linken zum Ukraine-Krieg geschadet. „Russland ist der Aggressor, und dass das in Teilen der Partei versäumt wurde, klar zu benennen, finde ich schlimm“, sagt Schulte. Auch dass die SPD in Teilen scheinbar nach links gerückt sei, sei ein Grund für das schlechte Abschneiden der Linken.

Dr. Christian Blex, der für die AfD sein Landtagsmandat verteidigt, war für den WA nicht zu sprechen.

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