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Eine Stimme, die etwas zu sagen hat: kfd St. Regina feiert 125-Jähriges

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Von: Mechthild Wiesrecker

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Ein Bild aus alten Zeiten: die Frauen Anfang der 50er Jahre.
Ein Bild aus alten Zeiten: die Frauen Anfang der 50er Jahre. © Archiv Sacher

Vor 125 Jahren gründeten 20 Frauen in Stewwert die „Bruderschaft christlicher Mütter“. Für die Frauen war es eine Abwechslung zum Alltag, sie konnten miteinander reden und sprachen über die christliche Erziehung der Kinder. Mit den Jahren mauserte sich der Verein zur kfd St. Regina mit einer Vielzahl von Angeboten und einer Stimme, die in Gemeinde und Politik etwas zu sagen hat. Am Sonntag, 25. September, sind alle Interessierten zum Jubiläums-Gottesdienst um 10 Uhr in die St.-Regina-Pfarrkirche eingeladen.

Drensteinfurt – Das hatte sich die erste Vorsitzende der damaligen Bruderschaft, Elisabeth Schmand, am 9. November 1897 sicherlich nicht träumen lassen, dass aus den anfänglichen 20 Mitgliedern nur sieben Jahre später 500 werden würden und später sogar einmal 950 Frauen. Damals, in den 1980er Jahren, zählte die kfd zu den mitgliederstärksten Vereinen in Drensteinfurt.

1924 fand zum ersten Mal ein Frauenkaffee, der heutige Elisabethkaffee statt, der Jahr für Jahr gut besucht ist. Aus Überlieferungen ist bekannt, dass damals die Kinder der Vorsitzenden in den Geschäften Kaffeebohnen sammelten, um Kaffee für die Frauen kochen zu können, berichtet Ele Eidecker, Sprecherin der kfd. Es versteht sich von selbst, dass die Bohnen mit einer Handmühle gemahlen wurden.

Rechte und Stellung der Frauen

Nachdem aus dem Mütterverein im Jahr 1968 die kfd St. Regina geworden war, traten neben der Frau als Mutter besonders auch die Persönlichkeitsentwicklung, die Rechte und die Stellung der Frauen in den Fokus.

Die Aktivitäten der Frauen haben sich gründlich gewandelt. „Die kfd spiegelt den Wandel der Zeiten wider“, sagt Angelika Elkendorf-Damm, die zweite Teamleiterin. So wurden Pfarrfamilienfeste organisiert und sogenannte „Schwimmbusse“ für das Winterhalbjahr bestellt. 1948 rief die Frauengemeinschaft die erste Kommunionkleiderböse ins Leben. Es gab Theaterspielgruppen, Makramee-Bastelangebote und 1981 zum ersten Mal eine Weiberfastnacht im Kolpinghaus. „Wer daran teilnehmen wollte, wurde Mitglied in der kfd“, erinnert sich Ele Eidecker. Und die Karnevalsfeiern seien äußerst beliebt gewesen. „Es gab damals ja auch noch nicht so viel Möglichkeiten, Karneval zu feiern“, erklärt sie. Mit den Jahren verloren die Frauen aber das Interesse am Karneval.

Teamleiterinnen der kfd St. Regina Drensteinfurt: Ele Eidecker (links) und Angelika Elkendorf-Damm.
Teamleiterinnen der kfd St. Regina Drensteinfurt: Ele Eidecker (links) und Angelika Elkendorf-Damm. © Wiesrecker

Dafür wurde das Angebot immer größer. Auf dem Programm standen Besichtigungen, Tages- und Mehrtagesfahrten, die die Frauen sogar schon bis in den Vatikan gebracht haben, Vorträge, Kaffeeklatsch, regelmäßige Radtouren, Musicals, das Filmfrühstück und Wandertage, aber auch religiöse Angebote wie Wallfahrten, Maiandachten, monatliche Gottesdienste und die Teilnahme am Weltgebetstag. Nicht vergessen werden darf der Besuch der Modenschau im Modehaus Cruse in Arnsberg, an der Frauen von 40 bis 85 Jahren teilnehmen dürfen.

Geschichte der kfd

Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler brachte die Idee „Genossenschaften christlicher Mütter“ aus Frankreich mit. Angelehnt daran schlossen sich die Drensteinfurter Mütter 1897 der „Bruderschaft der christlichen Mütter“ in Regensburg an. 1916 trat man dem „Mütterverein-Verband“ in Münster bei. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aus dem Verein die Frauen- und Müttergemeinschaft, 1968 dann die Katholische Frauengemeinschaft Drensteinfurt.

In der kfd leben Jung und Alt harmonisch miteinander. Um aber wirklich allen noch mehr gerecht zu werden, gibt es seit 2017 die Gruppe „Sonntagsfrauen“ für alleinstehende und interessierte kfd-Frauen. Heti Leifert und Irmgard Dohm bieten an einem Sonntag im Monat ein abwechslungsreiches Programm an. Und 2018 gründeten Ines Rosendahl und Verena Schulze Pellengahr die Gruppe „Junge kfd-Frauen“.

Mitgliederzahl zurückgegangen

In den vergangenen Jahren ist die Mitgliederzahl auf 595 zurückgegangen. Die Erhöhung der Beiträge, die vielseitigen anderweitigen Angebote, aber auch die kritische Einstellung zur Kirche sind für Ele Eidecker mögliche Gründe für den Rückgang. Die kfd blickt weiter optimistisch in die Zukunft, auch wenn Angelika Elkendorf-Damm glaubt, dass sich die Zahl weiter reduzieren wird, da viele Frauen gar keine Zeit mehr hätten.

„Wir brauchen dringend auch Frauen, die mitarbeiten. Wer Interesse hat, muss nicht automatisch im zwölfköpfigen Vorstandsteam sein“, versichert Eidecker. Auch für neue Anregungen sei das Team dankbar.

Gute Stimmung und super besucht: Beim Elisabethkaffee haben die Frauen der kfd Drensteinfurt besonders viel Spaß. Foto: Wiesrecker
Gute Stimmung und super besucht: Beim Elisabethkaffee haben die Frauen der kfd Drensteinfurt besonders viel Spaß. © Wiesrecker

Am Sonntag, 25. September, möchte die kfd mit ihren Mitgliedern den 125. Geburtstag feiern. Nach der Messe in der Kirche sind alle zum Empfang ins Pfarrheim eingeladen. Dort werden Adriana Hernandez Quintero und Natsumi Sue als Duo „Klavier & Cello“ für musikalische Unterhaltung sorgen. Nach dem Essen werden Marlies Grewe und Angelika Elkendorf-Damm mit einem „spannenden und unterhaltsamen Ratespiel“ die Teilnehmer zum Mitmachen auffordern. Wer teilnehmen möchte, kann sich noch bis Sonntagabend bei Ele Eidecker, Telefon 02508/6840526, anmelden.

Vorsitzende, Präsides und das Team der kfd St. Regina

Vorsitzende: 1897 bis 1924 Elisabeth Schmand, 1924 bis 1950 Gertrud Schmand, 1950 bis 1972 Anna Lenz, 1972 bis 1976 Annemarie Briefs

Teamsprecherin: 1976 bis 1980 Theres Wessel, 1980 bis 1988 Marianne Gerlich, 1988 bis 1992 Elisabeth Tiel, 1992 bis 2004 Marianne Gerlich, 2004 bis 2018 Katharina Thiele, 2018 bis heute Ele Eidecker

Präses: Pfarrer Adolf Jülkenbeck, Pfarrer Gottfried von Bockum-Dolfs, Pfarrer Hubert Alfers, Pfarrer Bernhard Brandkamp, Pfarrer Bernhard Wübbelt, Pfarrer Dieter Trockel, Pastoralreferentin Mechthild Döbbe

aktuelles Team der kfd: Edeltrud Eidecker, Angelika Elkendorf-Damm, Ruth Lenz, Angelika Kramer, Birgit Pankok, Ines Rosendahl, Anke Schulte Huxel, Christian Gerlich, Verena Schulze Pellengahr, Birgit Volkmar, Marita Wältermann, Alicja Skowasch

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