Evangelische Martinskirche geschlossen

Eichenprozessionsspinner sucht Drensteinfurt heim - jeden Tag Alarm

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Stephan Rast vom Bevollmächtigtenausschuss der Mirjamgemeinde vor der gesperrten Martinskirche.

Drensteinfurt – Seit mehreren Wochen ist der Eichenprozessionsspinner auch in Drensteinfurt vermehrt vorzufinden. Täglich erreichen die Stadtverwaltung Meldungen aus der Bevölkerung über neu befallene Eichen. Jetzt wurden Nester in den beiden Eichen vor der evangelischen Martinskirche entdeckt. Das hat Konsequenzen.

Pfarrerin Angelika Ludwig ordnete auf Weisung der Superintendentur die vorläufige Schließung der Kirche an. Die Gottesdienste werden nach Ascheberg verlegt, stattfindende Veranstaltungen finden an einem noch nicht festgelegten Ort statt, der aber zeitnah bekannt gegeben wird. Frühestens am 15. Juli kann die Sperrung wieder aufgehoben werden.

„Beim Eichenprozessionsspinner handelt es sich um einen humantoxikologischen Schädling, vor dem die Kirche ihre Besucher schützen muss“, erklärte Stephan Rast vom Bevollmächtigtenausschuss.

Zunächst hatte Pfarrerin Angelika Ludwig das Ordnungsamt informiert. Die Stadtverwaltung weist allerdings drauf hin, dass befallene Eichen, die sich nicht auf öffentlichen Flächen befinden, grundsätzlich der Verkehrssicherungspflicht der jeweiligen Eigentümer der Grundstücke unterliegen, auf denen sich die Eichen befinden.

Was gegen die Gesundheitsgefahr durch Raupen getan wird

Unternehmen haben keine Kapazitäten mehr

Nach Rücksprache mit der Superintendentur stand fest: Die Kirche wird geschlossen und ein Schädlingsunternehmen beauftragt, um den Eichenprozessionsspinner fachgerecht entfernen zu lassen. „Etliche Unternehmen haben mir mangels fehlender Kapazitäten sofort abgesagt“, teilte der mit der Materie vertraute Förster Stephan Rast mit.

Schließlich habe er bei einer Firma die Zusage für frühestens in drei Wochen erhalten. Er selber hält die Vorsichtsmaßnahme für absolut angebracht.

So sollten Bürger sich verhalten

Grundsätzlich rät die Stadt allen Bürgern, die befallenen Stellen zu meiden, Raupen und Gespinste nicht zu berühren und bei Auftreten von allergischen Reaktionen gegebenenfalls einen Arzt aufzusuchen

Wieder die fiese Raupe mit den Brennhaaren: Neun Kinder verletzt

„Befallene Eichen im öffentlichen Verkehrsraum im Bereich von Kindergärten, Schulen, Spielplätzen, des Freibades und so weiter sowie Bereiche mit erhöhtem Publikumsverkehr werden durch ein Fachunternehmen behandelt“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Die momentane Auftragsdichte mache derzeit aber lange Wartezeiten leider unumgänglich.

Auch Gemeinde Ascheberg warnt vor dem Eichenprozessionsspinner

Welche Maßnahmen an allen anderen befallenen Eichen im öffentlichen Verkehrsraum veranlasst werden, werde jeweils im Einzelfall entschieden, so die Stadt. So kann es sein, dass an einigen Stellen nur Hinweisschilder aufgestellt werden, woanders Straßenzüge oder Parkanlagen gesperrt werden oder aber ein Fachunternehmen mit der Beseitigung der Nester beauftragt wird.

Lesen Sie hier, wie groß das Problem in 2018 war:

Achtung: Eichenprozessions-Spinner in Drensteinfurt

"Haarige" Angelegenheit: Eichenprozessionsspinner von Bäumen entfernt

Mit dem Sauger gegen giftige Raupen in Eichen

Brennhaare der Raupe besonders für empfindliche Menschen gefährlich

Förster Rast weist darauf hin, dass die Brennhaare der Raupe besonders für empfindliche Menschen durchaus gefährlich seien. Laut dem Landesamt für Wald und Holz NRW verfügt jede ausgewachsene Raupe über 600.000 Brennhaare, die nach dem dritten Larvenstadium – ab April – gebildet werden. 

Bei Berührung kann es zu juckenden Pusteln auf der Haut kommen, da die Spitzen der Brennhaare sich in die Haut bohren und abbrechen. Durch die Bruchstelle wird ein Nesselgift mit Namen Thaumetopein freigesetzt, das zu heftigen allergischen Reaktionen führen kann.

Welche Raupen können den Menschen gefährlich werden?

Beim Einatmen können zudem Atembeschwerden wie Bronchitis oder Asthma auftreten. In der vergangenen Woche habe er mindestens zehn Drensteinfurtern gesprochen, die durch den Eichenprozessionsspinner innerhalb des Ortes gesundheitliche Beschwerden davon getragen haben, so Rast.

Auch nach dem Absaugen der Eichenprozessionsspinner seien die übrig gebliebenen Brennhaare mindestens zwei Jahre für Mensch und Tier gefährlich, schreibt der Landesbetrieb Wald und Holz NRW.

Hier lesen Sie von den Problemen mit dem Schädling in Hamm

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