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Drogeriemarkt kann kommen - Standort in Drensteinfurt steht fest

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Von: Mechthild Wiesrecker

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Die Ansiedlung eines Drogeriemarktes ist möglich und wird nicht wie bisher kategorisch mit der Begründung abgelehnt, den marktmäßigen Innenstadtring zu schützen. Eine Ansiedlung ist laut dem Entwurf des Einzelhandelskonzepts nur im Bereich des Bahnhofsumfeldes möglich. Foto: Wiesrecker
Die Ansiedlung eines Drogeriemarktes ist möglich und wird nicht wie bisher kategorisch mit der Begründung abgelehnt, den marktmäßigen Innenstadtring zu schützen. Eine Ansiedlung ist laut dem Entwurf des Einzelhandelskonzepts nur im Bereich des Bahnhofsumfeldes möglich. © Wiesrecker

Die Bevölkerung weiß es schon lange, und auch die Politik setzt sich bereits seit Jahren mit dem Wunsch der Bürger nach einem Drogeriefachmarkt auseinander. Jetzt belegt der Entwurf des neuen Einzelhandels- und Zentrenkonzepts die Versorgungslücke im Segment Drogeriewarenfachmarkt.

Drensteinfurt – Die gute Nachricht: Die Ansiedlung eines Drogeriemarktes ist möglich und wird nicht wie bisher kategorisch mit der Begründung abgelehnt, den marktmäßigen Innenstadtring zu schützen. Lediglich die Standortwahl lässt wenig Spielraum. Eine Ansiedlung ist nur im Bereich des Bahnhofsumfeldes möglich.

Einkäufe in den Nachbarstädten

Ein Drogeriefachmarkt für Drensteinfurt wurde schon zu Wahlzeiten lebhaft diskutiert. Nicht erst seit der Schließung des Drogeriefachmarktes „Ihr Platz“ an der Mühlenstraße entscheiden sich viele Bürger, ihre Drogerieeinkäufe in den Nachbarstädten zu erledigen. Das ist Kaufkraft, die dem Ort verloren geht. Offensichtlich brauchte es erst ein Einzelhandelskonzept, damit auch Zahlen und Fakten diesen Umstand beweisen.

Ganz klar heißt es in dem 90-seitigen Entwurf: Die Warengruppe Drogerie werde lediglich durch die Randsortimentsverkaufsfläche der Lebensmittelmärkte beziehungsweise Apotheken gedeckt.

Anders verhält es sich mit der Versorgung von Lebensmitteln, die zumindest im Stadtgebiet von Drensteinfurt flächendeckend als gut und fußläufig erreichbar eingestuft wird. Selbst in den Stadtteilen Rinkerode und Walstedde sei die Versorgung bis auf einige Siedlungsrandbereiche durchaus gut.

Das primäre Ziel bleibt aber die zukünftige Entwicklung und Stärkung der gesamten Stadt, hier besonders des innerstädtischen Versorgungsbereiches und der bestehenden Nahversorgungsstandorte, konkret Breemühle, Bahnhofsumfeld und Kleiststraße. Diese sollen langfristig funktions- und bedarfsgerecht weiterentwickelt werden.

Es gibt Investoren und bereits Gespräche mit möglichen Betreibern.

Carsten Grawunder, Bürgermeister

Bei der Ansiedlung eines Drogeriemarktes stellt die Standortfrage ein großes Problem da. „Ein realistisches Entwicklungskonzept ist kurz- bis mittelfristig ausschließlich im Bereich des Nahversorgungstandortes Bahnhofstraße möglich und auch mit Blick auf die benachbarten Lebensmittelmärkte geeignet“, so die Feststellung des Arbeitskreises. Eine Ansiedlung an den Nahversorgungsstandorten Breemühle und Kleiststraße komme aufgrund von ausgewiesenen Überschwemmungsgebieten oder langfristig laufenden Mietverträgen nicht infrage.

Ausweitung des ZVB nicht zu empfehlen

Weiter hat sich der Arbeitskreis mit der Frage nach einer Erweiterung des zentralen Versorgungsbereiches (ZVB) im Bereich des Ladestrangs um ein Areal befasst. Eine dazu notwendige „städtebaulich-funktionale“ Verbindung zwischen den durch die Bahnlinie getrennten Arealen sei nicht zu erkennen, darum sei eine Ausweitung des ZVB nicht zu empfehlen, heißt es im Konzeptentwurf.

Damit im Bahnhofsbereich ein Drogeriefachmarkt angesiedelt werden kann, soll das Areal planerisch als „besonderer Nahversorgungsbereich“ ausgewiesen werden. Konsequenzen für den „ZVB Innenstadt“ seien nicht ersichtlich. Grundsätzlich sollen aber wie bisher auch zukünftig bei weiteren Ansiedlungen mögliche Auswirkungen auf die Innenstadt berücksichtig werden.

„Das Entwicklungskonzept ist ein Schritt in die richtige Richtung“, stellt Bürgermeister Carsten Grawunder fest. Selbstverständlich sei es klar, dass manch einer sich eine schnellere Verwirklichung wünscht. Dem entgegen stehe der intensive und gute Planungsprozess, und dann sei da ja auch noch die Bezirksregierung, die Mitspracherecht habe. Was den Drogeriemarkt angeht, zeigt sich der Bürgermeister optimistisch: „Es gibt Investoren und bereits Gespräche mit möglichen Betreibern“, macht er Hoffnung.

„Einzelhandelsrelevante Kaufkraft“ von 123,3 Millionen Euro

Bis Ende 2026 werden durch neue Wohnbauentwicklungsmaßnahmen 572 neue Wohneinheiten realisiert werden (Drensteinfurt 494, Rinkerode 44 und Walstedde 34. Daraus ergibt sich ein Wachstumspotenzial von etwa 1144 Einwohnern. Im Erhebungszeitraum 2021 verfügte die Stadt über eine „einzelhandelsrelevante Kaufkraft“ von 123,3 Millionen Euro. Das entspricht einem Pro-Kopf-Wert von 7702 Euro.

Allein 3116 Euro entfallen auf Nahrungs- und Genussmittel. 63 Einzelhandelsbetriebe im Stadtgebiet decken mit einer Verkaufsfläche von 22.500 Quadratmetern den Bedarf und erzielen damit einen jährlichen Umsatz von 77,2 Millionen Euro. Daraus ergibt sich, dass 46,1 Millionen Euro (37 Prozent) der Kaufkraft in die Nachbarkommunen fließt.

Allein von 2013 und 2021 ging die Zahl der Einzelhandelsbetriebe in der Innenstadt von 26 um acht auf 18 Betriebe zurück, was die Gesamtverkaufsfläche im Innenstadtbereich auf 1500 Quadratmeter reduzierte. 

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