Handys sind im Drensteinfurter Schulzentrum tabu

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Solche Bilder wird es im Drensteinfurter Schulzentrum nicht geben. Handys sind tabu.

Drensteinfurt - Handy Verbote an Schulen in NRW nehmen zu. Immer mehr Schulen entschließen sich dazu, dass die Handys oder Smartphones in der Tasche bleiben sollen. Der Hintergrund: Die Schüler sollen in den Pausen toben und nicht nur auf das Display des Smartphones starren. Außerdem nimmt das Problem Cybermobbing überhand. Auch im Drensteinfurter Schulzentrum bleiben die Handys im Tornister.

„Darauf haben wir uns mit den drei Schulen geeinigt“, macht die Leiterin der Teamschule UIrike Rupieper deutlich. Wer trotz des Verbotes sein Handy benutzt, dem wird es weggenommen und die Eltern können es wieder abholen. „Das hat sich bewährt.“

Das Verbot wurde direkt bei der Gründung der Teamschule ausgesprochen. Man wollte bereits vor drei Jahren vermeiden, was derzeit viele andere Schulen landesweit beobachten: Vor allem jüngere Schüler sprechen in den Pausen kaum mehr miteinander. Stattdessen starren sie auf die kleinen Bildschirme, schicken sich Kurzmitteilungen oder „daddeln“, wie die Handy-Spielerei genannt wird.

„Das muss nicht sein“, so Rupieper. Stattdessen sollen die Schüler die Pausen nutzen, um zu toben oder sich mit den Mitschülern zu unterhalten.

Von vornherein wollte man auch dem Cybermobbing Einhalt gebieten. Dabei werden mit dem Handy Fotos oder Filme gemacht und anschließend ins Internet gestellt. Cybermobbing, Gewaltvideos auf dem Handy, und Videos bei Youtube - die mit der Mediennutzung verbundenen Probleme machen vor den Schulen nicht Halt. Daher kann ein Verbot zur Nutzung auf dem Schulgelände helfen. Allerdings gehörten Handys zur Lebenswirklichkeit von Kindern. Daher sei das Stichwort Medienkompetenz sehr hilfreich. Die Schüler müssen einen vernünftigen Umgang mit dem Handy erlernen. Daher sei das Thema immer mal wieder Gegenstand in vielen Unterrichtsstunden.

Einen weiteren Weg schlägt die Realschule ein. Sie hat nun acht Schüler zu Medienscouts ausgebildet. „Das Besondere bei den Medienscouts ist, dass sie als direkte Ansprechpartner den Mitschülern zur Seite stehen und dadurch Aufklärungsarbeit unter Gleichaltrigen leisten können“, erklärt Schulsozialarbeiterin Simone Minnemann. Oft seien es nur kleine Tipps, die weitergegeben werden - etwa: Wie konstruiere ich ein sicheres Kennwort ? Den jungen Scouts stehen zur Unterstützung an jeder Schule qualifizierte Beratungslehrer zur Verfügung, die wiederum durch ein Experten-Team aus dem Kreis Warendorf unterstützt werden können.

Die Medienscouts würden vermitteln und Tipps geben, sich im multi-medialen Dschungel zurecht zu finden. Dazu gehören auch Fragen zur Urheberrechten bei Fotos oder Videofilmen, die bei den verschiedenen Kurznachrichtendiensten versendet werden. Die ausgebildeten Scouts agieren auch als Referenten sowie als Ansprechpartner. Und erreichten so neben Schülern auch Eltern. - war

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