Exhibitionistische Handlungen

Drensteinfurter rastet im Landgericht aus: 26-Jähriger beschimpft Staatsanwalt nach Verurteilung

Gerichtsurteil Gericht Urteil Justiz Hamm Symbolbild
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Der Drensteinfurter wurde nun vor dem Landgericht verurteilt.

Laut ging es Dienstag im Saal 113 des Landgerichts in Münster zu. Dafür sorgte ein 26-jähriger Drensteinfurter, der sich wegen exhibitionistischer Handlungen verantworten musste.

Drensteinfurt/Münster – Das Amtsgericht hatte den Drensteinfurter in erster Instanz zu vier Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Dagegen gingen die Staatsanwaltschaft und auch der Angeklagte in Berufung.

Am 6. Mai 2020 soll der Drensteinfurter eine junge Frau auf der Grevener Straße in Höhe des Saturn-Marktes in Münster belästigt haben, als er mit seinem Auto Essen für einen Pizza-Service auslieferte. Langsam fuhr er neben der auf dem Bürgersteig gehenden Frau her. Dabei soll er ihr ins Gesicht gelacht und deutlich sichtbar masturbiert haben. Erst als die Frau ihr Handy nahm, um den Vorgang zu dokumentieren, brauste er davon. Sofort rief die Frau die Polizei an, die den Mann nach 20 Minuten stellte. Beschreibung des Autos und des Beschuldigten passten exakt.

Belästigte Frau leidet noch immer

Unter Tränen schilderte das Opfer am Dienstag noch einmal den Tathergang und seinen seelischen Zustand. Die 26-Jährige sei vor Jahren in einer längeren Beziehung physisch, psychisch und sexuell gequält und unter der Wirkung von KO-Tropfen vergewaltigt worden. All dies käme nach der exhibitionistischen Tat wieder in ihr hoch. Es gehe ihr heute schlechter als vor einem Jahr. Sie könne abends nicht mehr angstfrei durch die Stadt gehen.

Der Angeklagte, dessen Verteidiger aus erster Instanz das Mandat niedergelegt hatte, vertrat sich selbst. Er wies die Vorwürfe scharf zurück. Die Zeugin denke sich das aus. Sie habe gar nicht auf seinen Schoß sehen können, weil er hohe Pizza-Kartons auf dem Beifahrersitz stehen hatte. Vor allem leuchtete ihm nicht ein, warum der Anklagevertreter am Amtsgericht erst einen Freispruch beantragt hatte, der Richter ihn trotzdem verurteilte und der Staatsanwaltschaft das Urteil dann plötzlich zu mild war. Man gebe ihm wegen seiner Vorstrafen, unter anderem Körperverletzung, vor Gericht keine Chance mehr.

Nach Urteil-Verkündigung wird es laut im Landgericht

Der Staatsanwalt und die Strafkammer hielten die Zeugin für glaubwürdig. Ihre Aussage sei stringent. Es gebe keinen Grund, warum sich die junge Frau das alles ausgedacht haben soll, um dann mehrfach bei Polizei und Gerichten auftreten zu müssen. Der Staatsanwalt forderte eine Erhöhung der Bewährungsstrafe auf sechs Monate, eine Entziehung der Fahrerlaubnis für neun Monate sowie eine Geldbuße von 1000 Euro. In ihrem Urteil beließ es die Kammer bei vier Monaten Haft, ordnete aber einen halbjährigen Führerscheinentzug und die Zahlung von 1000 Euro an einen Frauenverein an.

Danach rastete der Drensteinfurter aus, baute sich vor dem Staatsanwalt auf, duzte und beschimpfte ihn wüst. Wenn man sein Leben ruinieren wolle, solle man ihn gleich in den Knast stecken. Man behandle ihn wie einen Pädophilen, der kleine Kinder missbrauche. (mam)

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