Heimatverbundheit mit LH-Kennzeichen zeigen

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Sie fordern mit einem Brief an den Landrat, den Stewwertern die Möglichkeit zu geben, sich für das LH-Kennzeichen entscheiden zu können (von links): der Selmer Bürgermeister Mario Löhr, der Drensteinfurter Bürgermeister Carsten Grawunder und der Bürgermeister aus Lüdinghausen, Richard Borgmann.

Drensteinfurt – In den Kreisen Coesfeld und Unna besteht seit geraumer Zeit die Möglichkeit, zwischen mehreren Autokennzeichen zu wählen. Dazu gehört auch das LH-Kennzeichen für Lüdinghausen. Auch in Drensteinfurt möchten einige Bürger die Wahl haben, zusätzlich zum Kennzeichen WAF für den Kreis Warendorf und BE für den Altkreis Beckum für ihr Kennzeichen als dritte Möglichkeit die Abkürzung LH für Lüdinghausen wählen zu können.

Die Bürgermeister aus Drensteinfurt, Selm und Lüdinghausen, haben den Landrat des Kreises Warendorf Dr. Olaf Gericke, in einem gemeinsamen Schreiben darum gebeten, in Stewwert das LH-Kennzeichen zuzulassen.

„Für viele Menschen aus der Region ist der Wunsch, auf dem Autokennzeichen LH statt WAF oder BE stehen zu haben, eine Herzensangelegenheit“, erläuterte Bürgermeister Carsten Grawunder. Die Entscheidung liege beim Landrat und der habe die Idee unmissverständlich abgelehnt mit der Begründung WAF und BE seien genug, informierte er weiter.

Eine Entscheidung, die für den Bürgermeister so nicht nachvollziehbar sei. „Es macht kaum Aufwand und bereite den Bürgern, denen es wichtig ist, Freude“, resümierte er. Mittlerweile hätte der eine oder andere schon Wege gefunden, das LH-Kennzeichen für sich zu erhalten, ihm zeige das, wie wichtig es für die Menschen sei.

Drei Bürgermeister wollen Landrat umstimmen

Zusammen mit der Gemeinde Selm, die im Altkreis Lüdinghausen liegt, aber zum Kreis Unna zählt, und der Stadt Lüdingausen wolle man versuchen, den Landrat umzustimmen.

„Wir leben in einer globalen Welt und empfinden dennoch Heimatverbundenheit“, führte der Lüdinghausener Bürgermeister Richard Borgmann aus. Die Bundesregierung habe die Straßenverkehrsordnung geöffnet und Altkreiskennzeichen wieder zugelassen, um genau diese Heimatverbundenheit zu unterstützten und zu fördern.


„Vertreter von drei Kreisen sitzen hier zusammen und formulieren die Bitte der Bürger an den Landrat“, so Borgmann. Wird er den Wunsch ablehnen, werde man sich an den Kreis wenden. „Der Verkehr hört ja nicht an der Kreisgrenze auf. Er sehe keinen Grund, warum der Landrat das Erfolgsmodell ablehnen könne, schließlich sei man bereits kreisübergreifend freundschaftlich unterwegs.

Die Zahlen sprächen für sich. Anfang 2018 entschieden sich 27 344 Fahrzeughalter in Coesfeld für das LH-Kennzeichen, April 2019 waren es bereits 33 840 Halter, von denen lediglich ein Drittel Bewohner der Stadt Lüdinghausen seien. Im Kreis Unna wählten im April 2018 2088 Halter das LH, in diesem Jahr waren es bereits 3046 Halter.

Die Einführung des LH-Kennzeichens sei technisch und rechtlich möglich, sagte Grawunder und fügt hinzu: "Darum weiß ich nicht, was dagegen spricht.“

Stellungnahme des Landrats

Landrat Dr. Olaf Gericke sieht das ganz anders. Er  schreibt in seiner Stellungnahme: „Seit der Einführung des BE-Kennzeichens im Jahr 2014 sehe ich keinen Bedarf für eine neue Debatte über ein weiteres Kfz-Kennzeichen im Kreis. Damals ging es um den Altkreis Beckum, dem immerhin sechs Kommunen unseres Kreises angehörten. Die Bürgermeister aus Drensteinfurt, Lüdinghausen und Selm nutzen das Sommerloch, um eine erledigte Debatte neu anzufachen. Kreisverwaltung und Landrat des Kreises Warendorf werden dieses Ansinnen nicht unterstützten. Die Einführung eines Kfz-Kennzeichens, das man mit dem Kreis Coesfeld verbindet, macht im Kreis Warendorf keinen Sinn.“

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