Drensteinfurter mit Betrugsmails belästigt

+
Im Internet wird vor der Fake-Firma Pay Online gewarnt.

Drensteinfurt - Die Drohungen in den E-Mails werden von Mal zu Mal schärfer. Der Ton wird rauer. Mit einer neuen Internet-Betrugsmasche sieht sich ein Drensteinfurter aus dem Wohngebiet Heester seit drei Monaten konfrontiert. Wahrscheinlich ist er in Stewwert nicht der einzige. Jetzt ermittelt die Polizei.

Alles begann im Oktober 2016 mit einer Zahlungsaufforderung der Firma „Pay Online AG“ – angeblich im Auftrag des Online-Bezahldienstes PayPal. Die Forderung in Höhe von 65 Euro kam per E-Mail. Sie enthielt die vollständige Adresse und Telefonnummer des Empfängers. Die zugehörige Rechnung sei im Anhang beigefügt. Den wollte der Mann zunächst mit seinem Smartphone öffnen, aber das Telefon blockierte. Beim Versuch, die Zip-Datei im Anhang am heimischen Computer zu öffnen, meldete sich der Virenscanner mit einer Warnung. In dem Moment dämmerte dem Drensteinfurter, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zuging. Er löschte die Mail sofort.

Im November folgte eine zweite E-Mail in ruppigem Ton. Bei Nichtbezahlen drohe eine empfindliche Mahngebühr. Alles weitere finde sich im Anhang. Diesmal schrieb der Empfänger zurück, dass er den Anhang nicht öffnen werde und forderte die angebliche Rechnung als Brief per Post. Darauf kam eine Antwort mit ziemlichem Kauderwelsch in englischer Sprache und dem Schluss, dass man leider nicht antworten könne: „Thanks, PayPal“. Dann erstmal Funkstille. Im Dezember kam die „zweite Mahnung“ mit einer saftigen Säumnisgebühr und der Drohung, bei Nichtbezahlen einen Rechtsanwalt einzuschalten. Der Drensteinfurter löschte die E-Mail umgehend.

Vorgestern erreichte die Sache ihren vorläufigen Höhepunkt. Für seinen „Mandanten Pay Online AG“ schickte ein vorgeblicher Rechtsanwalt Jakob Krantz eine Droh-Mail, den fälligen Betrag binnen zwei Tagen zu überweisen. Zusätzlich auch seine Anwaltsgebühr in Höhe von 78,65 Euro. Die kurze, aber heftige E-Mail enthält zwei Rechtschreibfehler.

Der Screenshot zeigt die letzten Betrugs-E-Mail vom 17. Januar.

Nun war es dem Drensteinfurter zu bunt. Er recherchierte im Internet nach einer Pay Online AG und stieß dabei auf eine Reihe von Warnungen. Hier seien Betrüger am Werk, um ihre ahnungslosen Opfer durch Einschüchterungen zum Öffnen des Anhangs zu bringen. Beim Öffnen der Zip-Datei werde ein Virus auf dem Rechner freigesetzt, der erheblich größeren Schaden als die geforderten Geldsummen anrichten könne. Die Betrüger arbeiten mit unterschiedlichen Fantasie-Namen. Neben Pay Online heiße es unter anderem mal Online Pay oder auch Pay Online 24. Aus der AG wird derweil eine GmbH.

Mit all diesen Informationen meldete sich der Drensteinfurter gestern bei der Polizei in Ahlen. Der Beamte klärte den Bürger über seine Möglichkeiten auf und empfahl in diesem Fall eine Online-Anzeige. Das klappte zügig und reibungslos.

Auf der Internetseite der Polizei NRW, www.polizei-nrw.de, können Betroffene online Anzeige wegen Internet-Betrugs erstatten.

Denn auf der Internetseite www.polizei.nrw.de gibt es gleich oben links einen Link zum Thema: „Was ist, wenn ich im Internet betrogen wurde?“ Dort gab der Drensteinfurter seine Anzeige auf. Zuvor hatte ihn der Polizist am Telefon noch gewarnt, fragwürdige Anhänge und Dateien aus dem Internet zu öffnen: „Ein Rechtsanwalt würde ein solches Schreiben niemals per E-Mail verschicken.“ - Matthias Münch

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare