Geschlossen gegen Fracking

DRENSTEINFURT ▪ Fast genau zwei Jahre ist es nun her, dass sich die Mitarbeiter des Unternehmens Exxon in der Pizzeria La Piccola allen Fragen zum Thema Fracking gestellt haben.

Zu diesem Zeitpunkt haben sich Bürger und Politiker der Region entschieden gegen die unkonventionellen Erdgasbohrungen ausgesprochen. Wie ist es seitdem weitergegangen? Um diese Frage zu klären, hatte die Initiative BIGG (Bürgerinitiative gegen Gasbohren) am Freitagabend zu einer Informationsveranstaltung in den Saal der Gaststätte Amigos eingeladen. Vor rund 60 Zuhörern hielten dort Bürgermeister Paul Berlage, Pastor Matthias Hembrock, Pfarrerin Annette Heger, Heinrich Töns von der CDU und Oliver Krischer von den Grünen ein Statement zu vergangenen und aktuellen Entwicklungen. Moderiert wurde die Veranstaltung von BIGG-Mitglied Carsten Grawunder.

Berlage gab zunächst einen Überblick darüber, wie die Lage momentan in Stewwert sei. Er selbst habe Seminare und Symposien zum Thema Fracking besucht und stehe im Dialog mit Exxon: „Wir alle lehnen die Erdgasbohrungen ab und werden keine Grundstücke dafür zur Verfügung stellen.“

Auch Töns, der an diesem Abend die Ortsunion und den Stadtverband der CDU vertrat, bestätigte, dass die Fraktion im Rat Drensteinfurt gegen das Fracking sei. „Wer gibt uns das Recht, für unsere Generation die letzten Energiereserven aus der Erde zu holen?“, fragte er in die Runde. Er habe kein Verständnis dafür, dass in der Bundespolitik keine Nägel mit Köpfen gemacht und das Bergrecht endlich geändert werde.

Wie schlecht es tatsächlich auf Bundesebene aussehe, wurde schließlich aus Krischers Beitrag deutlich: „Auch wenn im Landtag NRW beinnahe geschlossen die Meinung herrscht, dass die unkonventionellen Erdgasbohrungen unvertretbar sind, herrscht im Bundestag darüber leider keine Einigkeit“, so Krischer. Im Gegenteil teile man dort eher die Meinung, dass man das Fracking weiter erproben und das Bergrecht nicht angetastet werden solle.

Eine schnelle Änderung dieser Meinung sei da nicht in Sicht. Dennoch müsse nun alles auf die kritischen Stimmen aus der Bevölkerung gesetzt werden: „Der Druck wird immer größer, sodass die Argumente für das Fracking irgendwann nicht mehr haltbar sein werden“, antwortete Krischer auf die Frage eines Zuhörers, wie es denn nun weitergehen könne. Irgendwann müsse die Umweltverträglichkeitsprüfung einfach kommen, war sich der Politiker sicher.

Weitere Denkanstöße gab Pastor Hembrock den Anwesenden mit auf den Weg. Er betrachtete in seinem Statement nicht die technischen Aspekte, sondern die ethischen: „Es ist ein Gebot der Gerechtigkeit, den kommenden Generationen einen bewohnbaren Planeten zu hinterlassen. Sind die unkonventionellen Erdgasbohrungen in dieser Hinsicht vertretbar? Ich glaube es nicht.“ Aus diesen Gründen spreche sich auch die St. Regina Gemeinde gegen das Frecking aus, ebenso wie Anette Heger und die Martins Gemeinde. ▪ vik

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