„Lust auf Zukunft“: SPD stellt Zehn-Punkte-Wahlprogramm vor und hofft auf 22 Prozent

Die SPD verabschiedete ihr Wahlprogramm bei der Versammlung in der Alten Post.
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Die SPD verabschiedete ihr Wahlprogramm bei der Versammlung in der Alten Post.

Die Mitglieder des SPD-Ortsvereins Drensteinfurt sind sich einig: Am Dienstagabend beschlossen sie in der Alten Post einstimmig ihr Zehn-Punkte-Wahlprogramm.

Drensteinfurt – „Es steckt viel Herzblut in dem Programm, das sich wie ein roter Faden durch das Leben in Drensteinfurt zieht“, erläuterte Ortsvereinsvorsitzender Andreas Hoppe. Gleichzeitig sicherten die Genossen ihrem Bürgermeisterkandidaten Carsten Grawunder erneut ihre Unterstützung zu.

Bevor das Zehn-Punkte-Programm für ein soziales Miteinander in seiner jetzigen Fassung vorlag, wurde unter den SPD-Mitgliedern lange, intensiv und manches Mal kontrovers diskutiert. Am Ende stand ein sechsseitiger Wahlentwurf, dessen Essenz sich im Zehn-Punkte-Programm wiederfindet. In ihm stecke, so Dirk Zach, der Geist von Willy Brandt, der mehr Demokratie wagen wollte.

Das verbirgt sich auch hinter der Überschrift des Programms: „Lust auf Zukunft“. „Die Arbeit in der Kommunalpolitik macht Spaß und es bleibt spannend, was sie für Drensteinfurt in der Zukunft erreicht“, führte Zach weiter aus.

Gemeinsam gestalten

Die Frage nach der Zukunft wird im ersten Punkt „Gemeinsam gestalten“ erläutert: Die SPD möchte mitreden. Mitreden sollen aber nicht nur Ratsmitglieder, sondern alle Bürger und besonders die Jugendlichen und Kinder. Dadurch erhoffen sie sich neue Ideen und Verantwortung für die gemeinsame Sache. Wichtig war den anwesenden Mitgliedern auch das durch die SPD initiierte Projekt „Beweg was“, das Teamschüler in die Politik einlädt.

Gleichstellung

Im zweiten Punkt wird die für die SPD „schon immer selbstverständliche Gleichstellung von Frauen und Männern“ dargestellt. Der Wunsch: mehr Frauen in den kommunalen Gremien, Schaffung von Ausbildungsplätzen für junge Frauen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor Ort.

Die Hauptredner der Versammlung: Andreas Hoppe (rechts) und Dirk Zach.

Bildung für alle

„Bildung für alle“ fordert die SPD mit ihrem dritten Punkt. Er beinhaltet die Möglichkeit, lebenslang, unabhängig vom Alter und finanziellem und kulturellen Hintergrund lernen zu können.

„Es ist einer der wichtigsten Punkte“, stellte Dirk Zach heraus und fügte an: „Wir wollen eine kostenfreie Ganztagsbetreuung in Schulen und Kitas.“ Andreas Hoppe rechnete vor: „Das würde die Stadt bezahlbare 220.000 Euro kosten.“ Im Gegenzug würden junge Familien entlastet, gleichzeitig hätte Drensteinfurt einen Standortvorteil gegenüber anderen Kommunen. „Kostenfreie Betreuung und Bildung ist ein Grundrecht“, unterstrich Brigitte Heitbaum.

Nachhaltigkeit

Die Nachhaltigkeit steht als vierter Punkt im Wahlprogramm. „Wir sind den Grünen bei dem Thema nicht unähnlich“, machte Zach deutlich. Einziger Unterschied: Die SPD wolle keine „dogmatischen Vorschriften“. Wichtigste Ziele sind die Reduzierung der CO2-Emissionen auf kommunaler Ebene und ein bewusster Umgang mit den Ressourcen.

Gerade das Thema Nachhaltigkeit spreche die Jugend an, glaubte Andreas Hoppe.

Mobilität

Für eine praktikable Mobilität in der Zukunft steht der fünfte Punkt. Hier wünscht sich die Partei eine breite Vielfalt und kreative Lösungen.

Kultur

Kultur sieht die SPD als Pflichtaufgabe an, denn sie präge die Atmosphäre des Ortes und habe einen maßgeblichen Anteil an der Identität. „Was wäre Drensteinfurt ohne seine Vereine“, fragte Zach. Darum findet sie im sechsten. Punkt Erwähnung.

Wohnen

Punkt sieben beinhaltet das Thema Wohnen. Kurz gesagt: Jeder, der in Drensteinfurt leben will, soll bezahlbaren Wohnraum finden. Das beinhalte Wohnkonzepte für alle Lebenslagen.

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„Smart-City“

Die SPD sieht Drensteinfurt im achten Punkt als „Smart-City“ für alle in allen Lebensbereichen. Möglich werden solle das durch eine stete Verbesserung der Digitalisierung.

Wirtschaft

Der Wirtschaft wird die Partei im Punkt neun gerecht. Ihr Ziel: Florierender Einzelhandel und eine lebendige Innenstadt. Eine Vielfalt von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen im Ort.

Bürgermeister

Den letzten und zehnten Punkt widmet die SPD ihrem Bürgermeisterkandidaten, dem sie erneut ihre ganze Unterstützung gewährt. „Das unterscheidet uns von allen anderen Parteien“, machte Hoppe deutlich. Schon 2014 habe die SPD Carsten Grawunder unterstützt. „Der Bürgermeister hat seinen Job sehr gut gemacht. Darum plädieren wir für Stabilität“, fügte der Vorsitzende hinzu. Seine Überzeugung sei es, dass ein Bürgermeister über Verwaltungserfahrung verfügen muss.

Überrascht zeigten sich die Mitglieder über die CDU, die keinen eigenen Kandidaten ins Rennen schickt. „Die CDU hat sich kampflos geschlagen gegeben“, resümierte Martin Niesmann. „Das hat es noch nie in Drensteinfurt gegeben“, bestätigte Christiane Havers.

Am Ende warf Hoppe noch einen ironischen Blick auf den Wahltag am 13.September: „Die CDU rechnet mit 51 Prozent der Stimmen, die Grünen mit 45 Prozent. Die restlichen vier Prozent teilen sich dann FDP und SPD“. Unterm Strich blieben zwei Prozent für seine Partei, alles darüber sei dann ein Riesenerfolg. Dann bemerkte er: „Ich hoffe aber doch, mindestens 22 Prozent für die SPD gewinnen zu können.“

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