Neue Müll-Zeitalter

In Drensteinfurt rollt die Gelbe Tonne an - doch es gibt noch Probleme zu lösen

Die Gelbe Tonne kommt zum Jahreswechsel.
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In Drensteinfurt wird die Gelbe Tonne eingeführt.

Von manchen herbeigesehnt, von anderen befürchtet, steht die Einführung der Gelben Tonne in Drensteinfurt kurz bevor. Damit gehören die manchmal anzutreffenden Riesenberge an Gelben Säcken am Straßenrand bald der Vergangenheit an.

Drensteinfurt – Zum 1. Januar soll die Gelbe Tonne in Drensteinfurt eingeführt werden. Allerdings: Erst Ende März wird sie auch tatsächlich an alle Haushalte verteilt worden sein.

Gelbe Tonne wird zur großen Herausforderung

Insgesamt 6600 Haushalte müssen mit der Gelben Tonne versorgt werden. Das ist eine nicht zu bewältigende logistische Herausforderung in der verbleibenden kurzen Zeit bis zum Jahresbeginn. Darum, so informierte Bürgermeister Carsten Grawunder, werde die Verteilung der Tonne im ersten Quartal des kommenden Jahres stückweise erfolgen. Das bedeutet: Erst Ende März wird auch der letzte Haushalt mit der neuen Gelben Tonne versorgt sein.

„Wir werden zunächst also mit beiden Systemen arbeiten müssen“, so Grawunder weiter. Jeder Haushalt bekommt der Einfachheit halber zu Beginn eine 240 Liter fassende Tonne. „Dann muss geschaut werden, ob das reicht oder gar zu überdimensioniert ist“, führt er weiter aus. Bei vierwöchiger Leerung könne das für einige Haushalte knapp werden, glaubt er. Dabei gehe das Abfallunternehmen davon aus, dass in einer Tonne der Inhalt von sieben Gelben Säcken Platz findet, wenn man die Getränkekartons und Ähnliches genügend verdichtet.

Man habe zudem errechnet, dass eine vierköpfige Familie nach sieben Jahren so viele gelbe Säcke verbraucht hat, wie Material für die Herstellung einer Gelben Tonne benötigt wird. „Grundsätzlich finde ich die Einführung der Gelben Tonne daher gut, am Ende ist aber das Ziel die Wertstofftonne“, so der Bürgermeister. „Für uns im Kreis ist die Gelbe Tonne aber erst mal ein guter Kompromiss.“

Trotz Tonne: Gebühren fast konstant

Zu den Abfallgebühren gibt es gute Nachrichten: Die Abfallgebühren für die kostenintensivsten Positionen (Leerung der Restmüll- und Biotonne sowie Deponiekosten) müssen für die Jahre 2021/2022 nicht angehoben werden, da die Firma Hellweg und die AWG keine Entgelterhöhung angekündigt habe. Lediglich für den Betrieb des Wertstoffhofes werde die Vergütung angehoben, heißt es in der Vorlage der Verwaltung, die am Montag im Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt wurde. Alle weiteren Positionen bleiben annähernd konstant.

Am Abfuhrtag stapeln sich oft wahre Berge von Gelben Säcken.

Für die Haushalte fallen demnach für die 80-Liter-Tonne 192 Euro Gebühren an. 267 Euro müssen für die 120-Liter Tonne bezahlt werden und 495 Euro für die 240-Liter-Tonne. Wer den 1 100-Liter-Container benötigt, muss bei einer 14-tägigen Leerung 2 124 Euro bezahlen und bei einer wöchentlichen Leerung 4 207 Euro. Die gute Nachricht aus dem Hauptausschuss: „Für 90 Prozent der Haushalte bleiben die Abfallgebühren konstant“, so Bauamtsleiter Christoph Britten.

Die Abfallmengen schwanken von Jahr zu Jahr erheblich. So gab es 2020 erhebliche Sperrmüllmengen. Insgesamt stieg die Menge von 400 Tonnen (2019) auf 500 Tonnen. Dies sei, so Britten, möglicherweise der Corona-Pandemie geschuldet. Statt zu verreisen, habe sich manche Familie neue Möbel zugelegt, glaubt er.

Mehr Rest- und Biomüll

Gestiegen sind auch die Restmüllmenge und die Menge an Bioabfall. Damit einhergehend steigen oder fallen auch die Ausgaben der Stadt. Damit diese Schwankungen ausgeglichen werden, kalkuliert die Stadt die Abfallentsorgungsgebühr seit 2019 für zwei Jahre. Dadurch wird eine Preisstabilität erreicht.

„Die Preisstabilität ist vor allem vor dem Hintergrund der Einführung der Gelben Tonne ein wichtiges Signal. Das Duale System wird nicht von der Stadt betrieben und nicht über die Abfallgebühren finanziert. Vielen Bürgern ist dieser Umstand nicht immer bewusst, wie die zahlreichen diesbezüglichen Anfragen an die Verwaltung deutlich machen“, heißt es in der Vorlage.

Das neue System der Sammlung der Verpackungsstoffe wird auch weiterhin von der Firma Stenau übernommen. Sie ist die Subunternehmerin der Firma PreZero, die den Zuschlag für den ganzen Kreis Warendorf erhalten hat. Die Firma PreZero wird die Gelben Tonnen im Februar und März ausliefern und auch das „Tonnenkataster“ führen.

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