Drensteinfurt: Lebensretter haben weder trainieren noch ausbilden können

DLRG: Komplette Saison fällt wegen Corona ins Wasser

DLRG Drensteinfurt Teilnehmer springen mit Kleidung ins Wasser
+
Jedes Jahr springen die Teilnehmer der DLRG Drensteinfurt am letzten Öffnungstag des Bades in Kleidung ins Wasser. In diesem Jahr fiel Corona-bedingt nicht nur das Abschwimmen ins Wasser, sondern die komplette Saison.

 „Die Saison ist gelaufen“, sagt Katrin Gase, Öffentlichkeitssprecherin der Drensteinfurter Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Und sie klingt sehr enttäuscht, denn die Lebensretter haben keinen einzigen Termin in diesem Jahr durchführen können. Das Vereinsleben lag total brach. Schuld ist die Corona-Pandemie.

Drensteinfurt - So ist beispielsweise das Training für die Rettungsschwimmer komplett ins Wasser gefallen. „Wir wollten einfach nicht das Risiko eingehen, dass sich jemand bei uns ansteckt“, erklärt Dennis Gase, der Vorsitzende der Drensteinfurter Ortsgruppe. Schließlich trage die DLRG die Lebensrettung im Namen, und bei einem etwaigen Coronafall wäre der Imageschaden riesig gewesen.

Und dass solche Befürchtungen nicht aus der Luft gegriffen sind, haben ja kürzlich die Landesliga-Fußballer des SV Drensteinfurt erleben müssen, daran erinnert Katrin Gase: Im Heimspiel gegen die IG Bönen hatte sich ein Drensteinfurter vermutlich bei seinem infizierten Gegenspieler angesteckt und alle in Drensteinfurt wohnenden Fußballer der Mannschaft mussten für zwei Wochen in Quarantäne.

Corona bremst die DRLG aus

„Bei unserer Vorstands-Klausurtagung Ende Januar hatten wir uns viel vorgenommen“, erinnert sich Dennis Gase. Mit dem neuen Vorstandsteam ist er seit zwei Jahren im Amt und voller Elan. Auch in diesem Jahr habe man sich im Vorstand regelmäßig zusammengesetzt oder per WhatsApp Kontakt gehalten und Pläne geschmiedet. Doch die Corona-Pandemie hat die Drensteinfurter DLRG komplett ausgebremst.

Denn eigentlich ist die DLRG sehr aktiv – vor allem im Wasser, aber nicht nur da. Sieben Gruppen, die normalerweise mittwochs und freitags im Erlbad trainieren, listet die Homepage der DLRG auf. Das Training fiel genauso ins Wasser wie die Ausbildung der Rettungsschwimmer. „Lehrer und Azubis bei der Polizei oder Bundeswehr müssen regelmäßig ihre Rettungsschwimmscheine aktualisieren“, berichtet Katrin Gase. Nicht wenige hätten das bei der DLRG in Drensteinfurt gemacht, nur eben nicht in diesem Jahr.

Keine Badeaufsicht durch DLRG

Aber auch für Jugendliche sei der Rettungsschwimmerschein attraktiv, so die Öffentlichkeitssprecherin. Schon mit dem Rettungsschwimmabzeichen in Silber dürfe man Badeaufsicht machen. Einige aus dem DLRG-Team hätten regelmäßig im Erlbad am Beckenrand gestanden und den Schwimmmeister unterstützt – beispielsweise beim Nachtschwimmen. Andere seien an die Nord- und Ostsee gefahren, um dort an den Stränden für Sicherheit zu sorgen – normalerweise, nur nicht in diesem Jahr.

Vor allem für die vielen Kinder, die sonst zur DLRG kommen, tat es Katrin Gase leid: „Sie konnten weder bei uns trainieren noch an Highlights wie dem 24-Stunden-Schwimmen in Burgsteinfurt teilnehmen.“

Keine Teilnahme am Weihnachtsmarkt und Co.

Aber auch Gemeinschaftsaktionen wie das DLRG-Herbstfest oder die Teilnahme am Summer Feeling, dem Moonlight Shopping oder dem Weihnachtsmarkt hätten wegen Corona nicht stattfinden können. Dabei seien die Glühweinhütte oder der Waffelstand immer dicht umlagert und eine willkommene Möglichkeit gewesen, die Arbeit der DLRG vorzustellen.

Ein Besuch bei der Feuerwehr: Angebote wie diese der DLRG kommen bei vielen Kindern gut an, doch in diesem Jahr fielen sie aus.

Während DSC und Driwa in den Herbstferien Kindern und Jugendlichen Aktionen anboten, ging die DLRG-Ortsgruppe diesmal auf Nummer Sicher. Sonst hatte sie auch schon mal Bastelaktionen, Ausflüge und Ähnliches angeboten.

Mitglieder halten dem Verein die Treue

„Corona hat uns die Saison vermiest“, bringt es der Vorsitzende Dennis Gase auf dem Punkt. Trotzdem ist er dankbar, dass die allermeisten der 380 Mitglieder dem Verein die Treue halten. Es habe nur wenige Kündigungen gegeben. „Und einige, die ausgetreten sind, haben schon angekündigt, im nächsten Jahr, wenn wir hoffentlich wieder aktiv sein können, sich wieder anzumelden“, berichtet Katrin Gase erfreut.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare