Coronavirus sorgt für digitales Lernen in Drensteinfurt

Nur wenige Kinder kamen am Montag zur Lambertus-Grundschule.
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Nur wenige Kinder kamen am Montag zur Lambertus-Grundschule.

Die Corona-Pandemie hat das Land – und damit auch Drensteinfurt – fest im Griff. Schulen und Kindergärten sind geschlossen. Betreuungsgruppen für den Notfall wurden eingerichtet.

Drensteinfurt – Kinder und Jugendliche werden in Kita und Schule nur auf schriftlichen Antrag der Eltern, die einen Anspruch haben, notbetreut. Dieser konnte bis gestern gestellt werden. Ein Anspruch besteht, wenn beide Elternteile oder ein alleinerziehender Elternteil „in einem für die Infrastruktur notwendigen Bereich“ beschäftigt sind, und zwar nur für Kita-Kinder und Schüler von der ersten bis zur einschließlich sechsten Klasse.

Teamschule auf Coronavirus vorbereitet

Die Teamschule hat sich auf die Situation gut eingestellt. Schulleiterin Anja Sachsenhausen zeigt sich nach anfänglicher Sorge angesichts der ungewohnten Situation zufrieden: „Mit unserem Krisenmanagement hat alles gut geklappt. Die Klassenpflegschaftsvorsitzenden und das Kollegium haben sich mit eigenen Ideen eingebracht, hier geht alles Hand in Hand“, lobt sie.

Auch wenn bis Dienstagmittag noch kein einziger Bedarf angemeldet wurde und die Schüler zu Hause bleiben, könne nicht von verlängerten Ferien die Rede sein. „Jetzt kann sich beweisen, ob unsere Jugendlichen das hier gelernte selbstständige Arbeiten auch umsetzen können“, sagt Anja Sachsenhausen.

Für mögliche zu betreuende Schüler sei ein Notfallplan erstellt worden. Kollegen hätten sich in die Liste für die Betreuung eingetragen, wobei berücksichtigt wurde, dass schwangere Lehrerinnen oder Lehrkräfte mit Vorerkrankungen oder in einem Alter von über 60 Jahren nicht eingesetzt werden. Maximal fünf Kinder dürfen in einer Gruppe betreut werden. Bis Montag habe es noch keine Anmeldungen gegeben.

Die übrigen Lehrer haben ganz unterschiedliche Aufgaben. So werden Wochen-Arbeitspläne für die Kinder erarbeitet, die im Internet hochgeladen und von den Schülern heruntergeladen und bearbeitet werden sollen. Für jede Klasse steht eine Lehrkraft per E-Mail für Fragen der Schüler und Eltern zur Verfügung.

Die Bearbeitung der Aufgaben werde als „sonstige Mitarbeit“ bewertet und fließe in die Note mit ein. „Die Schüler sollen wissen: Die Erledigung der Aufgaben ist wichtig, es ist eine Wertschätzung“, erklärt die Schulleiterin. Bedauerlicherweise seien einige Praktikumsplätze der Achtklässler abgesagt worden. Die Betroffenen erhalten alternative Arbeitsblätter, die gleich bewertet werden wie die Praktikumsmappe.

In der Lambertusschule gab es eine mehrstündige Krisensitzung

In der Lambertus-Grundschule Walstedde traf sich das Kollegium am Montag zu einer mehrstündigen Krisensitzung. Sechs Kinder wurden im Mehrzweckraum neben der Turnhalle betreut. „Dort wird die Not-Betreuung bis zu den Ferien stattfinden“, informierte Schulleiterin Birgitta von Rosenstiel. Auch in der Walstedder Grundschule gilt, dass maximal fünf Kinder in einer Gruppe betreut werden dürfen. Lehrer wechseln sich bei der Betreuung von 8.30 bis 11.30 Uhr ab, von 11.30 bis 17 Uhr übernehmen Schulbegleiter die Betreuung.

Die übrigen Lehrer bilden Teams und besprechen sich per Skype über die Wochenunterrichtsinhalte, Präsentationen und fachübergreifende Angebote. Diese werden in der Schul-Cloud hochgeladen und können von den Eltern heruntergeladen werden. „Die Eltern müssen jetzt das Lernen ihrer Kinder begleiten“, sagt von Rosenstiel.

Eine gesonderte Situation betrifft das erste Schuljahr. Alle Kinder haben ihr iPad mit nach Hause bekommen. Zu bestimmten, mit den Eltern abgesprochenen Zeiten, werden sie in Echtzeit über Konferenzschaltung vom Lehrer unterrichtet. Dabei tragen sie mit dem „Pencil“ direkt in ihre Schulbücher und Hefte ein, so kann der Lehrer darauf zugreifen. Zusätzlich ergänzen Lern-Apps den digitalen Unterricht.

An der von-Galen-Schule wird es Notgruppen geben

An der Kardinal-von-Galen-Grundschule werden voraussichtlich eine oder zwei Gruppen betreut. „Die genaue Zahl wird sich im Laufe des Tages herauskristallisieren“, informiert die stellvertretende Schulleiterin Claudia Voß gestern. Für die Lehrer und Mitarbeiter des Mütterzentrums, die die Betreuung übernehmen, gelten dieselben Voraussetzungen wie an den anderen Schulen.

Die Schüler, die zu Hause bleiben, haben von ihren Klassenlehrern Arbeitsblätter und Aufgaben mitbekommen. „Die Eltern entscheiden, wie viel ihre Kinder lernen“, sagt Voß. „Das Kollegium findet jetzt Zeit, viele Dinge zu Hause nachzuarbeiten“, fügt sie hinzu. Dazu gehöre unter anderem die Überarbeitung des Schulprogramms entweder alleine oder per E-Mail in Gruppen. Insgesamt stellt sie fest: „An unserer Grundschule ist alles gut geregelt.“

Schüler der Grundschule Rinkerode erhalten Materialpakete wegen Corona

Jutta Nienhaus, die Leiterin der Grundschule Rinkerode, geht zurzeit von einem bis sechs zu betreuenden Kindern aus, die Zahl variiere an den einzelnen Tagen. Für die Schüler wurden Materialpakete zusammengestellt, die bis gestern Mittag abgeholt werden konnten. Insgesamt seien Lehrer und Eltern sehr besonnen, solidarisch, unterstützend und verständnisvoll.

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