Digitaler Marktplatz

Neues Projekt in Drensteinfurt will regionale Erzeuger stärken

Lebensmittel sollen in Drensteinfurt lokal ausgeliefert werden.
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Lebensmittel sollen in Drensteinfurt lokal ausgeliefert werden.

Ein neues Projekt will regionale Erzeuger stärken: „Lorena“ nennt es sich kurz und prägnant und bedeutet: „Lokaler Vertrieb regional erzeugter Produkte zur nachhaltigen Stärkung ländlicher Versorgungsstrukturen“. Mit dabei ist Drensteinfurt als eine von neun Kommunen.

Drensteinfurt – In Drensteinfurt gibt es diverse Hofläden mit vor Ort erzeugten Produkten, Einzelhändler, Floristen und einige Geschäfte mit liebevoll hergestellten Waren und Dekoartikeln. In Zeiten von Corona mussten sich viele Händler mit Lieferdiensten befassen und konnten so ein neues Geschäftsfeld erproben, um die Existenzgrundlage zu sichern.

„Der Aufwand im Hintergrund wird oft unterschätzt und auch die Kundengewinnung ist nicht einfach: Wie erreiche ich meine Kunden am schnellsten? Reicht meine Produktpalette für einen eigenen Onlineshop? Schaffe ich die tägliche Lieferung alleine?“, macht Ansprechpartnerin Elena Geuking deutlich.

Neun Kommunen machen mit

Um diese Fragen zu beantworten, startet nun das Projekt „Lorena“. Dieser schön klingende Name steht für den lokalen Vertrieb regional erzeugter Produkte zur nachhaltigen Stärkung ländlicher Versorgungsstrukturen. Insgesamt neun Kommunen – Ascheberg, Billerbeck, Coesfeld, Drensteinfurt, Havixbeck, Nottuln, Rosendahl, Senden und Sendenhorst – haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam einen digitalen Marktplatz zu entwickeln. Dieser Auftrag wird von zwei Projektmanagerinnen umgesetzt: Elena Geuking hat Anfang Juli begonnen, ab August kommt Jana Friedrich dazu.

Geuking erklärt das Ziel des Projekts in einfachen Worten: „Kundinnen und Kunden sollen komfortabel online einkaufen können, so wie sie es von großen Anbietern gewohnt sind.“ Konkret bedeutet das: Die Bücher aus der lokalen Buchhandlung bestellen, ein paar Freilandeier und eine neue Hundeleine? Kein Problem, alles werde auf einer einzigen Plattform angeboten, einheitlich abgerechnet und auf Wunsch geliefert. „Da es im ländlichen Raum schwieriger ist als im städtischen, ein solches Angebot kostendeckend anzubieten, sind wir zunächst auf der Suche nach einer intelligenten Logistiklösung, die nachhaltig, also über den Förderzeitraum hinaus bestehen bleibt“, sagt Geuking.

Wissenschaftliche Unterstützung

Das Projektteam erhält darum wissenschaftliche Unterstützung und möchte sich dafür ausdrücklich bedanken. Geuking berichtet: „Vier Studentengruppen aus dem Fachbereich Logistik der Fachhochschule Münster haben sich schon mit den Anforderungen auseinandergesetzt. Unter Leitung von Prof. Dr. Franz Vallée präsentierten sie ihre innovativen und detaillierten Vorschläge.“

Vor der Ausgestaltung der konkreten logistischen Lösung werden die beiden Projektleiterinnen zunächst eine umfassende Analyse starten. Dazu untersuchen sie unter anderem bereits bestehende, ähnliche Projekte, um herauszufinden, was bereits gut funktioniert und welche regionalen Besonderheiten vielleicht anders gelöst werden sollten. Nach einem Abgleich mit den Ansätzen der Studenten stellen sie diesen Ideen die Bedürfnisse von möglichen Anbietern und Konsumenten gegenüber. Im Herbst wollen die beiden dann von der theoretischen Auseinandersetzung in die Praxis wechseln und die Ergebnisse möglichen Projektpartnern vorstellen.

Bestellte Waren gebündelt ausliefern

Lokale Einzelhändler und Direktvermarkter aus den beteiligten Kommunen sollen künftig gemeinsam auf einem Online-Marktplatz anzutreffen sein und die bestellten Waren gebündelt ausliefern. Mit dieser Projektidee hatten die neun Kommunen aus den Kreisen Coesfeld und Warendorf unter Federführung der Gemeinde Senden beim Förderaufruf „Heimat 2.0” des Bundesinnenministeriums Erfolg.

Geuking: „Das Angebot dient nicht nur der Stärkung des lokalen Handels. Es ist gleichzeitig eine innovative Versorgungsmöglichkeit für ältere Menschen, für Anwohner in Streusiedlungen und Familien – genau genommen für jeden, der bewusst, vor Ort oder bei Direktvermarktern einkaufen möchte, dies aber aufgrund des Zeitaufwands oder der Entfernungen nicht tut.“

Abholung an Pick-Up-Stationen

Geplant ist, dass die Händler ihre Waren auf eine gemeinsame Online-Plattform stellen. Darüber können die Kunden gleichzeitig in mehreren Geschäften einkaufen und nur einen Gesamtbetrag bezahlen. Das System bucht die Zahlung automatisch auf die einzelnen Geschäfte um. Die Lieferung an die Kunden erfolgt innerhalb eines vorher festgelegten Zeitfensters. Auch eine Abholung an Pick-Up-Stationen soll möglich sein.

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