Zwei Diebe mit langem Vorstrafenregister

Nach Fahrradklau am Bahnhof in den Knast

+
Aus den Fahrradständern am Drensteinfurter Bahnhof stahlen die beiden Angeklagten am 8. Mai 2018 zwei teure Herrenfahrräder der Marken Kalkhoff und Gudereit, nachdem sie die Schlösser aufgebrochen hatten.

Drensteinfurt - Wer am Drensteinfurter Bahnhof Fahrräder klaut, kann dafür in den Knast wandern. Auch wenn er Gefängnismauern vorher noch nie von innen gesehen hat.

Allerdings braucht er dazu eine ganze Latte von Vorstrafen. Das erlebten jetzt zwei 25-jährige Männer, die gestern vor der 15. Strafkammer des Landgerichts Münster auf der Anklagebank saßen. Während der eine seinen Kopf noch im letzten Moment aus der Schlinge ziehen konnte, muss der andere nun tatsächlich hinter Gitter.

Das Verhängnis nahm am Morgen des 8. Mai 2018 seinen Lauf. Die beiden gebürtigen Dortmunder kamen vom Besuch einer Drensteinfurter Freundin und wollten mit der Bahn nach Hause fahren. Am Bahnhof knackten sie noch schnell die Schlösser zweier Fahrräder im Wert von 599 und 569 Euro und luden sie in den Zug. Tickets hatten sie nicht, weder für sich noch für die Räder. Schwarz fuhren sie bis dahin immer. Diese Straftat hatten sie dutzendfach in ihrem Register gesammelt. Dazu Diebstähle, Unterschlagungen und mehrfach auch Drogendelikte.

Lesen Sie auch:

Student "verliert" gleich zwei Räder: Wie sicher sind Käfige wirklich?!

In Drensteinfurt geklauter BMW wieder da - junge Diebe festgenommen

Drogensucht finanzieren

Für alle früheren Taten kamen sie mit Sozialstunden, Geldstrafen und zuletzt Bewährungsstrafen davon. Damit war Schluss, als das Ahlener Amtsgericht die Drensteinfurter Fahrrad-Fälle verhandelte. Es verurteilte die beiden jungen Männer im Oktober 2018 wegen besonders schweren Diebstahls zu fünf beziehungsweise sieben Monaten Haft ohne Bewährung. Dagegen gingen beide in Berufung mit dem Ziel, nun am Landgericht doch noch Bewährungsstrafen zu bekommen.

Den um neun Monate jüngeren der beiden Angeklagten schien das Ahlener Urteil beeindruckt zu haben. Er gestand ein, das gestohlene Fahrrad verkauft zu haben, um damit seine damalige Drogensucht zu finanzieren. Er erfüllt nun alle Bewährungsauflagen, suchte sich einen Minijob bei der Bochumer Tafel und kam auch mit gültigem Bahnticket zum Prozess nach Münster. All dies hielten ihm die Staatsanwältin und die Strafkammer zugute und räumten ihm noch einmal Bewährung ein.

Für den Eigengebrauch

Anders der zweite Angeklagte. Er erzählte dem Gericht die Geschichte, das Fahrrad nur für den Eigengebrauch mitgenommen zu haben. Es sei ihm dann in Dortmund aus dem Keller gestohlen worden. Eine Arbeitsmaßnahme im Gartenbaubereich brach er ab, weil ihm das damit verbundene Aufsammeln von Müll nicht behagte. Trotz ständiger Aufforderungen meldete er sich nur jedes dritte Mal bei seinem Bewährungshelfer. Der mochte seinem Klienten deshalb auch keine günstige Sozialprognose ausstellen.

So verwarf das Gericht die Berufung auf Antrag der Staatsanwältin. Der 25-Jährige muss demnächst zum Haftantritt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare