Trotz Corona

Anke Lux führt Regie auf der Freilichtbühne Billerbeck: Premiere am 12. Juni

Der letzte Feinschliff: Anke Lux (links) studiert einen Dialog mit Wachtmeister Dimpfelmoser und Großmutter ein.
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Der letzte Feinschliff: Anke Lux (links) studiert einen Dialog mit Wachtmeister Dimpfelmoser und Großmutter ein.

Gerechnet hatte damit wirklich keiner, gehofft hatten es alle: Die Billerbecker Freilichtbühne bringt am 12. Juni das Familienstück „Räuber Hotzenplotz“ auf die Bühne. Regisseurin ist die Drensteinfurterin Anke Lux. Live auf der Bühne und mit der Aussicht, im Juni vor Publikum zu spielen – das gibt allen Auftrieb.

Drensteinfurt / Billerbeck – Pünktlich um die Mittagszeit setzt der Nieselregen ein. Anke Lux zieht sich die Kapuze ihrer Regenjacke über den Kopf, während sie mit Wachtmeister Dimpfelmoser und der Großmutter die Szene durchgeht. Die Drensteinfurter Regisseurin steht am Pfingstmontag mit einem achtköpfigen Ensemble auf der Freilichtbühne in Billerbeck, wo die Proben für den „Räuber Hotzenplotz“ laufen – und der Regen keine Beachtung findet. Schließlich soll am 12. Juni die Premiere stattfinden.

Proben von Angesicht zu Angesicht, live auf der Bühne und mit der Aussicht, im Juni vor Publikum zu spielen – das gibt hier allen Auftrieb. Ein erleichtertes „endlich“ entfährt auch Anke Lux, die bereits in der vergangenen Sommersaison vom Billerbecker Freilichtbühnenverein als Regisseurin für das Familienstück engagiert worden war. Corona sorgte bekanntlich dafür, dass alles auf Eis gelegt werden musste. Während auch für diesen Sommer die meisten Freilichtbühnen in der Region – darunter Heessen, Werne und Tecklenburg – die Spielzeit abgesagt haben, erlaubten anhaltend niedrige Infektionszahlen dem Kreis Coesfeld, als Modellregion die beiden Freilichtbühnen in Billerbeck und Coesfeld öffnen zu dürfen.

Geprobt wurde zunächst online

Anfang des Jahres stand diese positive Entwicklung noch nicht fest, dennoch waren im Februar die Proben für den Hotzenplotz wieder aufgenommen worden. „Allerdings zunächst online“, erzählt Anke Lux, die als Regisseurin und Choreografin schon manches Stück auf die Freilichtbühnen in der Region gebracht hat. Per Videoschaltung kam das ursprünglich geplante Ensemble zusammen, um Texte und Lieder in den eigenen vier Wänden zu studieren. „Ich war skeptisch, was diese Online-Proben angeht“, gibt die Drensteinfurterin zu. „Aber das hat doch schon sehr viel gebracht. Und als wir uns Anfang Mai tatsächlich auf der Bühne getroffen haben, fanden die Schauspieler sich gut zurecht“.

Stück nur in abgespeckter Besetzung

Angesichts der Entwicklungen vor Ostern wurde aber schnell deutlich, dass das Stück nur in abgespeckter Besetzung eine Chance hatte. „Zu meinem größten Bedauern mussten wir die Kinderrollen streichen“, sagt Anke Lux. „Eigentlich lebt es ja auch vom Gesang und Tanz der Kinder, denen ich teilweise selbst die Rollen ins Drehbuch geschrieben habe.“ Nun also erzählen acht Schauspieler die Geschichte vom Hotzenplotz, die die Freilichtbühne in dieser kleinen Besetzung aber ordentlich mit Leben füllen. „Bei aller Einschränkung hat die Bühne hier die perfekte Größe, es verliert sich nicht.“

Erstes Engagement der Drensteinfurterin

Es ist das erste Engagement der Drensteinfurterin im Weihgarten in Billerbeck. „Ein Glücksgriff“, sagt Christian Alexander als Geschäftsführer Kultur, „denn mit ihrer Erfahrung und ihrer Flexibilität konnte Anke Lux auf alle Umstände reagieren und macht das Bestmögliche aus der aktuellen Situation“. Drei Mal in der Woche sind sie nun am Set: Schauspieler, Regie, Bühnenbauer, Techniker. Streng wird darauf geachtet, dass alle einen Negativtest zu den Proben mitbringen. Eingecheckt wird mit der Luca App, und gespielt wird überwiegend mit Masken.

„Die wird es bei den Aufführungen nicht mehr geben“, erklärt Anke Lux. „Die Szenen sind so gestaltet, dass alle sich mit Abstand begegnen – oder aneinander vorbeisprechen, wenn sie sich in Szenen mal näher kommen.“

Regenprognosen schrecken ein Freilichtbühnen-Ensemble nicht

Mittlerweile scheint die Sonne, so machen die Proben noch mehr Freude. Doch selbst Regenprognosen schrecken ein Freilichtbühnen-Ensemble nicht. „Wir spielen selbst dann, wenn die Kostüme am Körper kleben“, erklärt die Regisseurin schmunzelnd. Mit einer Einschränkung: „Bei Gewitter wird abgesagt.“

Statt des Regenradars beobachten die Akteure derzeit vor allem die Corona-Zahlen. Angesichts weiter sinkender Inzidenzen stehen die Chancen gut, dass die Menschen ab dem 12. Juni zur Freilichtbühne kommen können. Der Kartenvorverkauf dafür beginnt am 4. Juni (siehe Kasten). Und wenn der Hotzenplotz erfolgreich auf der Bühne sein Unwesen treibt, klappt es wohl auch mit „Schtonk“, hofft Christian Alexander. Als Theaterversion würde dies im Billerbecker Weihgarten erst zum zweiten Mal überhaupt auf einer Bühne gespielt.

Kartenvorverkauf online

Der Räuber Hotzenplotz ist ein Familien-Musical nach dem Kinderbuch von Otfried Preußler. In seiner ursprünglichen Bühnen-Fassung ist es tatsächlich für sechs bis acht Schauspieler geschrieben worden, in dieser Stärke wird es nun auf der Billerbecker Freilichtbühne aufgeführt. Die Szenen mit Kindern mussten Corona-bedingt gestrichen werden. Neben dem fröhlichen Gesang wird getanzt – allerdings in abgespeckter Form, weil die Zeit für die Proben fehlte.

15 Aufführungen plant die Freilichtbühne Billerbeck, die Premiere soll am 12. Juni um 16 Uhr stattfinden. Der Kartenvorverkauf wird am 4. Juni gestartet, rund 200 der eigentlich 802 Sitzplätze können online gebucht werden unter Angabe der Personalien. Vor Ort müssen die Gäste sich ausweisen und außerdem einen Negativtest vorlegen (kein Selbsttest). Masken dürfen am Platz abgenommen werden.

www.freilichtbuehne-billerbeck.de

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