Diakon Rainer Wirth feiert silbernes Weihejubiläum

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Drensteinfurt – Vor 25 Jahren weihte Bischof Reinhard Lettmann Rainer Wirth zum Diakon. Am Sonntag wird das silberne Weihejubiläum mit einer Messe in St. Regina und einem Empfang im Alten Pfarrhaus gefeiert.

„Es war eine gute Entscheidung, Diakon zu werden“, sagt der pensionierte Gymnasiallehrer, der sich schon seit der Einführung des Diakonats nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil 1964 mit dem Amt beschäftigt hatte. Der Wunsch, als Diakon zu wirken, war schon lange da, aber die richtige Zeit kam erst, als die drei Kinder aus dem Haus waren, erzählt Wirth. Wichtig sei auch die Zustimmung seiner Frau gewesen, die von Anfang an dahinter stand.

Besuch in Taizé festigt Entscheidung fürs Diakonenamt

Die endgültige Entscheidung, die Ausbildung zum Diakon zu beginnen, festigte sich aber erst nach einem Besuch in Taizé. 1989 war Wirth mit 50 Firmanden im Rahmen der Firmvorbereitung zu Besuch bei Frère Roger, dem Gründer und langjährigen Prior der Gemeinschaft von Taizé. Wirth fühlte sich von seinem Besuch bei Roger besonders erfüllt.

Nur ein Jahr später, begann der Naturwissenschaftler, der zu diesem Zeitpunkt noch als Lehrer am Hiltruper Gymnasium tätig war, am Institut für Diakonie und pastorale Dienste in Münster seine Ausbildung zum Diakon. Darin eingebunden war ein Fernstudium im Fach Theologie an der Fernuniversität Würzburg. Für den Familienvater begann die Zeit des Lernens. „Ich habe eine eigene Strategie entwickelt, um den umfangreichen Lernstoff zu behalten“, gibt er schmunzelnd zu, denn mit 50 lerne man nicht mehr so leicht wie als junger Mensch. Am Ende der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung empfing er am 9. Oktober 1994 im Dom zu Münster durch Bischof Reinhard Lettmann die Weihe.

In Drensteinfurt gut aufgenommen

Doch nicht erst seit dieser Zeit ist der Drensteinfurter im pastoralen Dienst unterwegs. Schon während seiner Zeit in Wolbeck war er in der Gemeinde St. Nikolaus aktiv. Neben der Erstellung des Pfarrbriefs wirkte er im Pfarrgemeinderat mit, eine Zeit lang sogar als Vorsitzender. 2003 verschlug ihn der Zufall nach Drensteinfurt. „Wir suchten ein passendes Grundstück, um ebenerdig nach unseren Vorstellungen bauen zu können“, erklärte er. Im Max-Fleischer-Weg wurde das Ehepaar fündig. „Wir sind hier gut aufgenommen worden“, erzählt Wirth.

Predigten waren anfangs eine Herausforderung

Seit seiner Pensionierung 2007 hat er mehr Zeit für die Aufgaben eines Diakons. Neben dem Caritas-Ausschuss, dem Besuchskreis und den Wortgottesdiensten im Altenheim kamen jetzt zunehmend Taufen, Beerdigungen und der Predigtdienst hinzu. Die Predigten vor einer großen Zahl Zuhörern sei für ihn zu Beginn eine große Herausforderung gewesen. „Ich habe mich gefragt, ob ich das auch leisten kann“, gibt er zu.

Besuche bei Alten und Kranken liegen Diakon besonders am Herzen

Seine neu gewonnene Zeit nutzte der Diakon vor allen Dingen für Besuche bei kranken und alten Menschen, die ihm besonders am Herzen liegen. Zunächst ging er dafür regelmäßig ins Herz-Jesus-Krankenhaus in Hiltrup. Seit einiger Zeit besuchte er die Menschen zu Hause. „Viele alte Menschen sind einsam und freuen sich, wenn ich komme“, sagt er. Seit 2006 übt er zudem das Amt des Präses der Kolpingfamilie aus.

Besinnungstage auf Wangerooge

Achtmal fuhr er mit Gemeindemitgliedern zu Besinnungstagen nach Wangerooge, auch die Fahrt für 2020 ist bereits gebucht. Anfangs fanden die von ihm vorbereiteten Tage jährlich, später alle zwei Jahre statt. Nach Wangerooge fuhr Wirth auch mit trauernden Menschen, zudem ist er Mitglied im Trauerbesuchskreis.

Nach Emeritierung sagt Wirth auch mal "nein"

2018 wurde der damals 75-Jährige automatisch emeritiert. „Das heißt aber nicht, dass man damit aufhört“, gibt er schmunzelnd zu. Wer das jahrelang gemacht habe, höre nicht so einfach auf. „Ich sag jetzt vielleicht eher nein, wenn mir das zu viel wird“, macht er deutlich.

Bitte um Spende statt Geschenke

Anlässlich seines silbernen Weihejubiläums lädt Diakon Wirth alle Menschen, die sich ihm verbunden fühlen, am Sonntag um 9.30 Uhr in die Heilige Messe in St. Regina ein. Anschließend gibt es einen Empfang im Alten Pfarrhaus. Anstatt persönliche Geschenke bittet Wirth um Spenden für das Caritas Babyhospital in Bethlehem. Dass dort Hilfe dringend nötig ist, weiß er aus eigener Erfahrung. Drei Israelfahrten (darunter 2008 mit Drensteinfurtern) hat Wirth organisiert und sich vor Ort ein Bild von der Arbeit im Babyhospital gemacht. Dort werden nicht nur die Kinder behandelt, sondern auch die Mütter angeleitet.

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