400 Dosen, nur 193 Anmeldungen

Dezentrales Impfzentrum: Stadt, Kreis und Ärztehaus setzen sich für schnellere Immunisierung ein

Trafen sich zum Start des dezentralen Impfzentrums in der Dreingau-Halle Drensteinfurt: (von links) Bürgermeister Carsten Grawunder, Landrat Dr. Olaf Gericke und Dr. Birgit Salomon mit einigen weiteren Ärzten und Helfern.
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Trafen sich zum Start des dezentralen Impfzentrums in der Dreingau-Halle Drensteinfurt: (von links) Bürgermeister Carsten Grawunder, Landrat Dr. Olaf Gericke und Dr. Birgit Salomon mit einigen weiteren Ärzten und Helfern.

Das zentrale Impfzentrum für den Kreis Warendorf in Ennigerloh hat „Konkurrenz“ bekommen.

Drensteinfurt – Für das Personal von Grund- und Förderschulen sowie Kindertagesstätten sind kreisweit acht dezentrale Anlaufstellen errichtet worden. Eine davon ist in Drensteinfurt. Seit Samstag wird in der Dreingau-Halle das Vakzin von Astrazeneca verabreicht.

Dass der Kreis, die Stadt und das Ärztehaus am Amtshofweg das Angebot in Drensteinfurt aus dem Boden gestampft haben, ließ Landrat Dr. Olaf Gericke strahlen. Er sagte euphorisch und etwas pathetisch: „Wir vor Ort finden Lösungen, um noch mehr PS auf die Straße zu bringen.“ Das sei auch „dringend notwendig“, um die Bürger schneller zu immunisieren. „Wir haben genug Astrazeneca-Impfstoff.“

Impflinge aus verschiedenen Orten

Für das vergangene Wochenende standen 400 Corona-Impfdosen für das Impfzentrum in Drensteinfurt zur Verfügung. Das Problem: Für Samstag hatten sich 113 Impfberechtigte angemeldet, für Sonntag rund 80 – insgesamt also 193. „Das muss sich einspielen. Wir werden nächste Woche nachsteuern“, merkte Gericke an und war nicht verwundert über die mäßige Resonanz: „Wir konnten den Lehrern und Erziehern im März sofort ein Angebot im Impfzentrum in Ennigerloh machen.“ Weil das Angebot die Nachfrage übertraf, werde der Kreis den Vorschlag machen, auch Personen der Priorisierungsgruppe 2 einen Termin in den Zentren anzubieten.

Etwa 80 Prozent derjenigen, die am Wochenende das Angebot in der Dreingau-Halle nutzten, kamen aus Drensteinfurt. Auch aus Albersloh, Sendenhorst und Münster – der Arbeitsort war ausschlaggebend, nicht der Wohnort – kamen Impfwillige, die etwa 30 Minuten Zeit für den Termin in Drensteinfurt einplanen mussten.

Gespräch auf der Impfstraße: Dr. Marcus Lohmann aus Drensteinfurt (links) mit Landrat Dr. Olaf Gericke.

Mehr Impf-Kapazitäten

Am 5. März hatte der Kreis die Gemeinden nach einer Absprache mit der Kassenärztlichen Vereinigung über das Vorhaben informiert. Die acht Arztpraxen, die in den dezentralen Zentren impfen, sorgen für „zusätzliche Kapazitäten“, sagte Gericke und lobte das Team um Dr. Birgit Salomon ausdrücklich: „Ich bin Ihnen sehr dankbar, dass sie gesagt haben: ,Wir ziehen mit.‘“ In Drensteinfurt werde das Ganze „sehr vorbildlich“ umgesetzt. „Es wird nicht gefragt, was nicht geht, sondern gefragt, was geht“, sagte der Landrat.“

Auch Salomon war „begeistert“, wie sie sagte. „Die Kapazität ist vorhanden, wir brauchen uns nicht verstecken hinter Ennigerloh und müssen dezentral weitermachen“, betonte die Hausärztin. Vom Ärztehaus Drensteinfurt waren sechs Mediziner und elf Angestellte im Einsatz. Sie arbeiteten in Schichten.

Das traf auch auf die täglich 32 Helfer von Feuerwehr und Malteser zu, die die Impfteams in vier Schichten unterstützten. Der städtische Fachbereich Ordnung stellte vier Mitarbeiter – darunter Frank Kronshage, der auch stellvertretender Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Drensteinfurt ist. „Wir kennen uns alle untereinander“, freute sich Salomon über bekannte Gesichter. Außerdem sorgten Polizisten für die Sicherheit in der Dreingau-Halle.

Ehrenamtliche im Einsatz

„Es sind viele, die ehrenamtlich im Hintergrund mitwirken“, sagte Grawunder. Er war „stolz auch auf mein Team“, das die dezentrale Anlaufstelle innerhalb weniger Tage auf die Beine gestellt habe. Grawunder betonte beim Termin mit dem Landrat: „Das Einzige, was hilft, ist Impfen.“ Daher bleibt das dezentrale Impfzentrum, das zunächst am Sonntagabend wieder abgebaut werden sollte, fürs Erste in Betrieb.

Vom 19. April an, hofft Gericke, soll auch in den Hausarztpraxen geimpft werden. Davon gibt es dem Landrat zufolge 165 im Kreis. Das Ärztehaus am Amtshofweg wird natürlich dabei sein.

Bedenken in Bezug auf den Astrazeneca-Impfstoff habe es am Wochenende in Drensteinfurt kaum gegeben, sagte Salomon. „Vereinzelt gab es Fragen“, sagte die Ärztin.

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