Post und Müllabfuhr ruht

Das große Aufräumen: Bauhofmitarbeiter und Landwirte im Dauereinsatz

Hier geht gar nichts. Die Gleise am Bahnhof Drensteinfurt sind unberührt und noch komplett mit Schnee bedeckt.
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Hier geht gar nichts. Die Gleise am Bahnhof Drensteinfurt sind unberührt und noch komplett mit Schnee bedeckt.

Der Schnee hat Drensteinfurt weiter fest im Griff, aber am Dienstag wenigstens bei strahlendem Sonnenschein.

Drensteinfurt – Die Sonne nutzte, wer nicht im Homeoffice war oder Schnee schippte, für einen Spaziergang durch die verschneite Landschaft und für zahlreiche Fotos.

Die Mitarbeiter des Bauhofs waren mit Räumfahrzeugen, aber auch zu Fuß mit Schneeschiebern unterwegs, um die Straßen freizukriegen. Allerdings hat die Menge Schnee einige Auswirkungen: Dienstleistungen, über die sich sonst kaum jemand Gedanken macht, fallen angesichts der Schneemassen plötzlich aus.

Die Leerung der Restmülltonnen etwa wird am Mittwoch, 10. Februar, ausfallen. Das erklärt die Stadt Drensteinfurt und verweist auf die Kommunale Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendorf (AWG). Bis einschließlich Mittwoch können im gesamten Kreis aufgrund der Schneesituation keine Abfuhren von Abfallbehältern, gelben Säcken und Sperrmüll durchgeführt werden. Ob die Müllabfuhr eventuell am Ende der Woche durchgeführt werden kann, ist derzeit nicht wahrscheinlich, wird aber im Einzelfall und in Abhängigkeit von den Ortverhältnissen von den einzelnen Entsorgern noch geprüft und entschieden.

Spaß an der Schippe: Der Fußtrupp des Bauhofs hatte jede Menge zu tun.

Schneechaos verursacht Verspätungen und geschlossene Tore

Die Recyclinghöfe der AWG im Kreis Warendorf bleiben in dieser Woche geschlossen. Es müssten zunächst allen Schneemassen geräumt werden, um dann auch die Abfuhr der gefüllten Container zu ermöglichen. Bei der AWG hofft man aber, zumindest am Donnerstag wieder am Entsorgungszentrum in Ennigerloh Abfälle annehmen zu können.

Auch auf seine Post wartet so mancher vergeblich. Am Montag und Dienstag blieben die Briefkästen leer. Die Postautos standen noch am Dienstag eingeschneit am Ladestrang. „Wir versuchen, für Mittwoch einiges auf die Straße zu bekommen“, versprach Rainer Ernzer von der Pressestelle der Deutschen Post, wirbt aber gleichzeitig um Verständnis. Aufgrund der Witterungsverhältnisse gerade in der Nacht zu Dienstag, als Teile der Autobahnen gesperrt oder wegen festgefahrener Lkw stundenlang unpassierbar waren, sei es nicht gelungen, die Post zu den Bürgern zu bringen.

Briefträgern einen sicheren Weg bereiten

Ernzer: „Wenn ein Brief etwa aus München gar nicht erst bis in unsere Verteilzentren gelangt, können wir ihn auch nicht in Drensteinfurt ausliefern.“ Gleichwohl laufen die Vorbereitungen, und der Pressesprecher geht davon aus, dass zumindest in Teilen von Drensteinfurt Briefe und Pakete ausgeliefert werden können.

Ernzer appelliert in dem Zuge an die Drensteinfurter, ihrer Räumpflicht nachzukommen und den Briefträgern auch zu ermöglichen, heile bis zum Briefkasten zu gelangen. „Die Sicherheit unserer Mitarbeiter hat für uns Priorität. Wenn sich jemand das Bein bricht, kann er noch länger als jetzt im Schnee keine Post zustellen“, verdeutlicht Ernzer. Die Mitarbeiter würden am Mittwoch und den Folgetagen vor Ort entscheiden, wo es möglich ist zuzustellen.

Herausforderungen für Post und Bahn

Ob Mittwoch schon alle Stichstraßen vom Bauhof und den Anwohnern geräumt und passierbar sind, sei noch nicht abzusehen. Für die Postmitarbeiter mache es übrigens keinen Unterschied, wie sie unterwegs sind. „Wer an normalen Tagen mit dem Fahrrad fährt, macht das auch bei Schnee“, erklärt der Sprecher der Deutschen Post, „und wer mit dem Auto Briefe und Pakete zustellt, fährt damit ebenfalls im Schnee“. Allen, die am Mittwoch noch leer ausgehen, macht der Postpressesprecher aber Mut: „Wenn wir einen Wintereinbruch haben, herrscht immer zwei, drei Tage lang Chaos. Anschließend haben wir alles im Griff – und die Post wird wieder normal zugestellt.“

Verwaist ist in diesen Tagen auch der Bahnhof in Drensteinfurt. Eine dicke Schneedecke verhüllt die Gleise. Seit Beginn des Schneechaos bis einschließlich Dienstag sind sowohl die Eurobahn, die die RB 89 von Münster über Hamm nach Warburg bedient, als auch der National Express mit dem RE 7 weder in Drensteinfurt noch in Rinkerode angekommen. „Der starke Schneefall und Eisglätte haben auch auf unseren Linien zu Einschränkungen geführt“, erklärte eine Pressesprecherin von National Express. Die Eurobahn verweist auf vereiste Weichen und gefrorene Oberleitungen als Problem.

Die Züge und Lieferdienste sollen wieder rollen

Immerhin verkehrt die Linie RE 7 jetzt wieder zwischen Krefeld und Hamm. Laut DB Netz konnte der Abschnitt zwischen Hamm und Rheine, in dem auch Drensteinfurt liegt, erst am Dienstagabend freigeräumt werden. „Wir gehen nicht davon aus, dass wir diesen Streckenabschnitt heute noch befahren können“, räumte die National-Express-Pressesprecherin für Dienstag ein. Die Eurobahn plant, die RB 89 (Ems-Börde-Bahn) ab Mittwoch, 10. Februar, 10 Uhr wieder auf die Strecke – und damit auch nach Drensteinfurt zu bringen.

Und dann ist da noch die Sache mit der Verpflegung: Auch Lieferdienste von Pizza, Döner und Co. kamen erst mal nicht durch und gaben kurzfristig auf. „Am Sonntag bei dem Schneetreiben ist ohnehin niemand mehr gekommen“, sagt Ramiz Al-Sahli vom Ristorante & Pizzeria La Piccola in der Marienstraße. Er hat dann früher Feierabend gemacht. Montag habe er ohnehin Ruhetag gehabt, und an dem sonnigen Dienstag seien wieder Gäste gekommen, um Bestellungen abzuholen. Ausliefern wolle er aber frühestens ab Dienstagabend, aber dann „auch nur, wenn es die Straßenverhältnisse zulassen“.

Die Pizzeria La Palma in der Kurzen Straße hat ihren Lieferdienst wegen Corona schon vor einer ganzen Weile eingestellt, bestelltes Essen kann hier aber ebenso abgeholt werden wie in der Athen Grillstube in der Wagenfeldstraße oder bei a la Erol’s an der Bürener Straße.

Weißer Winter in Drensteinfurt im Februar 2021

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