1360 Mitarbeiter aus dem Kreis

Coronavirus im Kreis Warendorf: Fälle verdoppeln sich nach Tönnies

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Der Kreis Warendorf rüstet sich für weiter steigende Corona-Fallzahlen im Zusammenhang mit dem Ausbruchsgeschehen bei der Firma Tönnies. Rund 1360 Mitarbeiter des fleischverarbeitenden Betriebes aus Rheda-Wiedenbrück leben im Kreis Warendorf.

Kreis Warendorf/Drensteinfurt - Einen deutlichen Anstieg der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hatte das Kreisgesundheitsamt am Sonntag gemeldet. Über das Wochenende sind 51 weitere Fälle bekannt geworden. Die überwiegende Anzahl der Neuinfizierten dürfte sich um Tönnies-Mitarbeiter handeln, erklärte eine Pressesprecherin des Kreises auf Anfrage. Alleine in Oelde hat sich die Zahl der akut mit Covid-19 Infizierten seit Freitagmorgen fast verdoppelt: von 50 auf 97. 

Drensteinfurt ist seit einem Monat coronafrei. Seit März haben sich 640 Menschen im Kreis Warendorf mit dem Coronavirus infiziert. 478 davon sind inzwischen wieder genesen, 20 sind verstorben. Akut erkrankt sind derzeit 142 Personen.

Arbeiten eng zusammen: stv. Krisenstabsleiter Ralf Holtstiege, Landrat Dr. Olaf Gericke, Oberstleutnant der Reserve Marcus Müller und Polizeidirektorin Andrea Mersch-Schneider (Direktionsleiterin Gefahrenabwehr)

Seit Samstag unterstützen sechs Soldaten das Kreisgesundheitsamt bei der Kontaktpersonennachverfolgung und bei der Abstrichnahme. Bei der Nachverfolgung helfen seit Sonntag zudem drei sogenannte Containment Scouts des Robert-Koch-Instituts. 

Coronavirus im Kreis Warendorf: Alle Mitarbeiter müssen in Quarantäne

Am Samstag hatte Landrat Dr. Olaf Gericke zudem eine Allgemeinverfügung gegenüber allen Mitarbeitern der Firma Tönnies, die im Kreis leben, erlassen: Sie und „die mit ihnen in häuslicher Gemeinschaft lebenden Personen“ haben sich unverzüglich in häusliche Quarantäne zu begeben und dort bis einschließlich 3. Juli zu bleiben. Damit soll eine weitere Verbreitung des Virus verhindert werden. 

„Uns ist bewusst, dass es schwierig sein wird, die Einhaltung der Quarantäne bei einem so großen Personenkreis zu kontrollieren. Daher werden Polizeibeamte unserer Kreispolizeibehörde die örtlichen Ordnungsämter bei dieser Aufgabe unterstützen“, erläutert Landrat Dr. Olaf Gericke.

Coronavirus im Kreis Warendorf: Infektionsketten werden nachverfolgt

„Die Kontaktpersonennachverfolgung ist derzeit das zentrale Element in unseren Bemühungen, Infektionsketten zu unterbrechen. Denn nur wer weiß, dass er Kontakt zu einem Infizierten hatte, kann die weitere Verbreitung durch Einhaltung der Quarantäne stoppen“, verdeutlicht Gesundheitsdezernentin Brigitte Klausmeier.

Wie bereits berichtet hat auch das Corona-Behandlungs-Zentrum (CBZ) am Warendorfer Josephs Hospital am Samstag wieder den Dienstbetrieb aufgenommen. Es steht nach Voranmeldung Patienten mit Corona-Infektion oder mit Fieber bzw. unklarer Symptomatik zur Verfügung, die den Verdacht auf eine Corona-Infektion haben.

„Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Corona-Infektionen im Kreis Warendorf so niedrig wie möglich zu halten und einen Lockdown zu verhindern“, fasst Landrat Dr. Olaf Gericke zusammen.

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