Von wegen Impfmüdigkeit

Hohe Nachfrage nach Impfstoff von Astrazeneca in Drensteinfurter Arztpraxen

Uni-Kliniken wollen Impfstopp mit Astrazeneca für jüngere Frauen.
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Die Impfpriorisierung für den Impfstoff von Astrazeneca ist gefallen: „Die Aufhebung der Priorisierung war in mehrfacher Hinsicht ein genialer und erfreulicher Schachzug“, sagt der Walstedder Mediziner Dr. Viktor Rüttermann.

 Die Impfpriorisierung für Vaxzevria – den Impfstoff von Astrazeneca – ist gefallen. Das Resultat war in vielen Städten ein regelrechter Ansturm auf mögliche Impftermine. Auch in Drensteinfurt gab es teils kein telefonisches Durchkommen bei den Hausärzten. Dr. Viktor Rüttermann, Arzt in der Gemeinschaftspraxis Walstedde bestätigt die große Nachfrage.

Walstedde - „Die Aufhebung der Priorisierung war in mehrfacher Hinsicht ein genialer und erfreulicher Schachzug“, so der Mediziner. Die Nachfrage nach Vaxzevria sei von einem Tag zum nächsten unglaublich gestiegen. Der Impfstoff biete aktuell die einzige Möglichkeit für nicht priorisierte Erwachsene, einen Impfschutz zu erhalten.

Dass es in den zurückliegenden Wochen und Monaten ein ziemliches Durcheinander bezüglich des Astrazeneca-Impfstoffes gegeben hat – erst wurde er nur jüngeren Menschen gespritzt, später nur über 60-Jährigen, zwischendurch gab es einen kompletten Impfstopp – scheint nicht für zu viel Verunsicherung gesorgt zu haben. „Erfreulich viele Menschen lassen sich bei dieser Frage eher vom Verstand als vom Gefühl leiten“, so Dr. Rüttermann. Natürlich habe er Verständnis für die entsprechenden Ängste. „Aber starke Gefühle mit Argumenten entkräften zu wollen, ist oft eine Anstrengung, die wenig erfolgreich ist“, bedauert er. Dass eine Personengruppe den Astrazeneca-Impfstoff besonders nachfragt, kann der Mediziner nicht erkennen. „Die Zurückhaltung ist bei jungen Frauen aber verständlicherweise am größten.“

Erfreulich viele Menschen lassen sich bei dieser Frage eher vom Verstand als vom Gefühl leiten.

Dr. Viktor Rüttermann Arzt

Hinsichtlich der Impfpriorisierungen bedauert Dr. Rüttermann, dass Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahre nicht zu einer Priorisierungsgruppe für Corminaty, den von Biontech entwickelten Impfstoff gehören. „Für diese Gruppe ist nur Corminaty zugelassen. Solange es jedoch nur für sehr wenige Jugendliche eine medizinische oder berufliche Priorisierung gibt, stehen sie ohne Perspektive da, während alle Erwachsenen die Möglichkeit einer Impfung mit Vaxzevria hätten.“ Er hofft, dass sich für die jungen Menschen bald Perspektiven eröffnen. „Nachdem der Großteil der Hochrisikogruppen geimpft ist, erscheint mir jetzt der Zeitpunkt hierfür unbedingt gekommen.“

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