Stadtverwaltung geht von hoher Impfquote in Drensteinfurt aus

Impfmobil des Kreises kommt nicht nach Drensteinfurt

mobiles Impfzentrum Kreis Warendorf DRK Oelde
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Das mobile Impfzentrum des Kreises Warendorf macht nicht in Drensteinfurt Halt.

Der Kreis Warendorf versucht mit verschiedenen Aktionen, den Menschen das Impfen gegen Corona so leicht wie möglich zu machen. In der vergangenen Woche konnten sich Interessierte an vier Tagen im Impfzentrum in Ennigerloh ohne Termin impfen lassen. Seit Montag ist ein mobiles Impfzentrum im ganzen Kreis unterwegs, um vor Ort in zwölf der 13 Kommunen aus dem Kreis ein niederschwelliges Impfangebot zu machen. Nicht dabei ist Drensteinfurt.

Drensteinfurt - Natürlich sei auch in Drensteinfurt wie in alle anderen Kommunen der Bürgermeister über die Aktion informiert und nach möglichen Standorten für das mobile Impfmobil gefragt worden, bestätigen Alessa Dohm, die persönliche Referentin von Bürgermeister Carsten Grawunder, und Kerstin Butz, Pressesprecherin des Kreises. Allerdings bestehe in Drensteinfurt kein Bedarf heißt es aus der Stadtverwaltung.

„In Drensteinfurt sieht es derzeit so aus, dass selbst die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte die Stadt um Unterstützung bitten, weil sie ihren Impfstoff nicht loswerden“, erläutert Dohm. Dies sei ein sehr bedauerlicher Zustand, den wir vermutlich alle vor einigen Wochen nicht im Traum erwartet hätten. In der Stadtverwaltung geht man davon aus, dass die Impfquote in Drensteinfurt schon sehr hoch sei. Das liege unter anderem auch daran, dass bereits eine Dependance des Impfzentrums in Drensteinfurt eingerichtet worden sei, was zu einem großen Anteil zum Impferfolg beigetragen hat.

„Eine kürzlich erfolgte Abfrage bei den niedergelassenen Arztpraxen nach der Bereitschaft, zum Beispiel während des Wochenmarktes eine von der Stadt unterstützte Impfstation zu betreiben, wurde durchgängig von den Ärztinnen und Ärzten als nicht zielführend eingeschätzt“, so Dohm. Der Bürgermeister habe daher dem Kreis Warendorf vorgeschlagen, zunächst in den größeren Städten und Gemeinden zu starten. Danach könne man schauen, wie sich die Lage in Drensteinfurt entwickele und ob die bis dahin durch den Kreis gesammelten Erfahrungen eine andere Bewertung zur Folge haben.

Ob die vorerst für zwei Wochen geplante Aktion verlängert wird, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen, heißt es aus dem Kreishaus. Insofern ist es völlig offen, ob das Impfmobil überhaupt noch Gelegenheit erhält, in Drensteinfurter Station zu machen.

Der Drensteinfurter FDP-Landtagsabgeordnete Markus Diekhoff fordert die Stadtverwaltung auf, die Entscheidung, das Impfmobil nicht nach Drensteinfurt zu holen, schnellstens zu korrigieren. „Vor allem im Interesse der Kinder und der schwer Vorerkrankten, bei denen bislang keine Impfung möglich ist, sollten so viele andere Menschen wie möglich geimpft werden“, schreibt Diekhoff. Für manche Bürger sei der Weg zum Arzt eine hohe Hürde. Deshalb sei es sehr wichtig, auch diese Menschen zu erreichen und zu impfen. „Erfahrungen aus ganz NRW haben gezeigt, dass mit einem solchen niedrigschwelligen Angebot vor Ort viele Menschen für eine Impfung gewonnen werden konnten, die auf den klassischen Wegen nicht zu erreichen waren. Das wird in Drensteinfurt nicht anders sein“, erklärt Diekhoff, der auch Vorsitzender der FDP in Drensteinfurt ist.

Tatsächlich war der erste Tag der Aktion mit dem Impfmobil ein großer Erfolg, berichtet Kerstin Butz, die selbst vor Ort war: „In beiden Kommunen hatte sich vor Eintreffen des Impfmobils eine große Schlange an Impfwilligen gebildet.“ In Oelde wurden am Montag 52 und in Sendenhorst 57 geimpft. Der Fahrplan des rollenden Impfzentrums ist hier einsehbar.

Auch in Münster ist ein mobiler Impfbus unterwegs. Die Bilanz des Wochenendes: Über 170 Impfungen auf den Flohmärkten am Preußen-Stadion in Berg Fidel und vor Möbel Höffner in Nienberge.

Vor dem Hintergrund der durch die Delta-Variante getriebenen Steigerung der Fallzahlen dürfe man keine Chance vergehen lassen, mehr Mitbürger für eine Impfung zu gewinnen, so Diekhoff. Da ein guter Schutz erst nach der zweiten Impfung erreicht wird, dränge die Zeit. Die Vergangenheit habe schließlich gezeigt, dass sich die steigenden Fallzahlen im benachbarten Ausland mit kurzer Verzögerung auch auf Deutschland ausbreiteten. Abwarten sei daher keine Option. Drensteinfurt müsse so schnell wie möglich den Einsatz des Impfmobils vor Ort ermöglichen.

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