Sonderschulen für Behinderte

Corona als Gottes-Aufruf: Pater Sojan dankt Drensteinfurtern für ihre Unterstützung

Hat sein Leben der Arbeit mit geistig Behinderten gewidmet: Pater Sojan (links) aus Indien, der zweieinhalb Jahre in Drensteinfurt als katholischer Geistlicher tätig war.
+
Hat sein Leben der Arbeit mit geistig Behinderten gewidmet: Pater Sojan (links) aus Indien, der zweieinhalb Jahre in Drensteinfurt als katholischer Geistlicher tätig war.

Pater Sojan, der zweieinhalb Jahre lang in der St.-Regina-Gemeinde tätig war und immer noch regen Kontakt zu einigen Gemeindemitgliedern hat, blickt in seinem Weihnachtsgruß auf ein „unvergessliches Jahr für uns alle“ zurück.

Drensteinfurt/Mandya – Das Corona-Virus habe laut Pater Sojan die ganze Welt dazu gebracht, anders zu denken und zu leben. Für Pater Sojan selbst ist 2020 ein ganz besonderes Jahr, denn er feierte sein Silbernes Priesterjubiläum. Er wurde am 31. Dezember 1995, am Silvestertag, geweiht.

In seinem Weihnachtsbrief erinnert er an seine erste Zeit als Pater: „Nach meiner Priesterweihe wurde ich zum Assistenzpriester in einem neu gegründeten, abgelegenen Missionszentrum im Dorf Mandya im indischen Bundesstaat Karnataka ernannt. Der Pfarrer und ich lebten in einem kleinen, gemieteten Haus. Wir hatten sogar keine Grundausstattung, nur einen Raum als Büro und Schlafzimmer, einen Schreibtisch, ein Kleiderregal“, erinnert sich der Geistliche und betont: „Wir waren glücklich, beteten zusammen, kochten zusammen, besuchten die Dörfer, nahmen langsam Kontakt mit den Menschen auf. Wir mussten uns mit einer neuen Kultur, einer neuen Sprache, neuem Essen, einem neuen Klima, einer neuen Religion, einem neuen sozialen System und einer neuen Tradition auseinandersetzen.“

Unterstützung durch Drensteinfurter

Nach 16 Monaten wurde er zu einer Ausbildung auf dem Gebiet der geistigen Behinderung geschickt. Pater Sojan selbst, Pater Francis, drei Ordensschwestern und zwei Animatoren beendeten die dreimonatige Ausbildung. Gemeinsam haben sie die kleinen Sonderschulen für Behinderte in verschiedenen Gebieten des Mandya-Distrikts gegründet. Pater Sojan war der Direktor dieses Programms, bis er im Jahr 2001 nach Deutschland kam.

Priesterjubiläum: Pater Sojan feierte Anfang 2020 seine Priesterweihe vor 25 Jahren.

„Ich war zehn Jahre in Deutschland, zweieinhalb Jahre in der Gemeinde Drensteinfurt“, schreibt Pater Sojan und ergänzt dankbar: „Ich wurde von allen Menschen in der Gemeinde Drensteinfurt geliebt und umsorgt. Ich war sehr gerne dort.“ Die Menschen aus Drensteinfurt hätten seine Missionsarbeit unter den geistig Behinderten als ihre eigene angenommen und sie unterstützt.

Direkt an die Drensteinfurter gewandt, schreibt Pater Sojan: „Aufgrund Ihrer finanziellen Hilfe haben wir jetzt drei große Einrichtungen:“

  • die Spezialschule Asha Sadan mit 165 Kindern im Alter von vier bis 16 Jahren,
  • Deepti Nivas, ein Berufsförderungszentrum mit 50 jungen Menschen ab 17 Jahren, und
  • Preethi Nilaya mit 50 Behinderten (Kinderheim).

Die Angst vor dem Corona-Virus


2011 ist Pater Sojan aus Deutschland nach Indien zurückgekehrt und lebt seitdem bei den Behinderten. Pater Sojan: „Ich bin sehr glücklich und Gott sehr dankbar, dass er mich ausgewählt hat, unter den am stärksten Unterdrückten der Gesellschaft zu arbeiten. Gott hat mich zu einem völlig anderen Dienst geschickt, als ich während meiner Priesterausbildung geträumt hatte.“

Das Jahr 2020 sei auch ganz anders, als wir gedacht und geplant haben, schreibt der indische Pater mit Blick auf das Coronavirus: „Das Corona-Virus hat unter den Menschen Angst erzeugt, einige sind erschüttert, einige sind hoffnungslos geworden, einige arbeitslos, einige sind in ihre Heimatländer geflohen.“ Das Virus störe verschiedene Bereiche unseres sozialen, politischen und wirtschaftlichen Lebens. Reisen, Touren, gesellschaftliche Zusammenkünfte und öffentliche Veranstaltungen wurden eingeschränkt, daran erinnert Pater Sojan.

Der Kampf gegen das Corona-Virus

Aber: „Die weltweite Corona-Pandemie ist nicht Gottes Urteil über die Menschheit, sondern Gottes Aufruf an die Menschen, zu beurteilen, was für sie am wichtigsten ist, und entschlossen zu sein, von nun an entsprechend zu handeln“, zitiert er Papst Franziskus. Jetzt sei eine Zeit, um zu entscheiden, worauf es ankommt und was vergeht, eine Zeit, um das Notwendige von dem, was nicht ist, zu trennen, stimmt Pater Sojan dem Papst zu.

„Gebet und stiller Dienst: Dies sind unsere siegreichen Waffen“, zitiert Pater Sojan in seinem Weihnachtsgruß noch einmal den Papst und schreibt abschließend: „Meine Freunde in der Gemeinde Drensteinfurt, lassen Sie uns dieses Jahr die Weihnachtsfeier zur echten inneren Ruhe und Frieden führen. Anstatt draußen schöne Weihnachtskrippen aufzustellen, lassen Sie es uns in unseren Herzen schaffen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare