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Die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten im Kreis Warendorf steigt massiv an: Bürgermeister und Landrat appellieren an Vernunft

Eine Mitarbeiterin eines Labors hat ein Blutentahmeröhrchen mit Blut für einen Corona-Antikörper-Test in der Hand.
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Es gibt wieder mehr mit dem Coronavirus Infizierte im Kreis Warendorf.

Entwarnung für den Kreis Warendorf gibt es weiterhin keine - im Gegenteil, die Zahlen steigen am Freitag weiter an. Bürgermeister und Landrat appellieren zur Vorsicht bei Feiern und kündigen verstärkte Kontrollen an.

Kreis Warendorf - 32 Neuinfektionen mit dem Coronavirus meldet das Gesundheitsamt am Freitag, 09. Oktober. Akut infiziert sind damit jetzt 114 Personen (Vortag: 83).

Die Sieben-Tage-Inzidenz für den Kreis Warendorf liegt bei 26,6 (Vortag: 20,5). Drei Patienten sind in stationärer Behandlung, einer davon intensivmedizinisch. Gesund gemeldet sind 1014 (+1) Personen. Seit März gab es im Kreis insgesamt 1149 Corona-Infektionen. 21 Menschen sind bisher in Zusammenhang mit Covid-19 verstorben.

Über den aktuellen Anstieg der Corona-Fallzahlen im Kreis sprachen am Freitagvormittag Landrat Dr. Olaf Gericke und der Ahlener Bürgermeister Dr. Alexander Berger. Von den 32 Neuinfektionen wurden allein in Ahlen 20 dem Kreisgesundheitsamt gemeldet. Einige der Neuinfizierten haben an Feiern teilgenommen. In anderen Fällen gilt es noch, die genauen Infektionsketten und weitere Kontaktpersonen zu ermitteln.

Bürgermeister und Landrat appellieren zur Vorsicht bei Feiern

„Unser Gesundheitsamt wird auch über das Wochenende auf Hochtouren weiterlaufen“, berichtete der Landrat. „Es kommt jetzt darauf an, dass sich alle weiterhin konsequent an die geltenden Corona-Regeln halten. Das gilt insbesondere für private Feiern und Zusammenkünfte, bei denen es auch im Kreis Warendorf in den vergangenen Wochen zu Ansteckungen kam. Da ist jetzt besondere Vorsicht und Zurückhaltung erforderlich“, appellierten Bürgermeister Dr. Berger und Landrat Dr. Olaf Gericke.

Mit der aktuellen Corona-Situation im Kreis hatten sich Bürgermeisterin Kammann, die Bürgermeister und der Landrat, Krisenstabsleiterin Petra Schreier und Kreisgesundheitsdezernentin Brigitte Klausmeier bereits am Donnerstag in einer Telefonkonferenz befasst. Daran nahmen auch Vertreter des Gesundheitsamtes und der städtischen Ordnungsbehörden teil.

Drensteinfurt fällt in der Statistik auf

Auch in Sendenhorst und Drensteinfurt wurden in dieser Woche überdurchschnittlich hohe Fallzahlen registriert. „Räume gründlich und regelmäßig zu lüften, auch im privaten Bereich mindestens 1,50 Meter Abstand zu halten und – falls das nicht immer möglich ist – einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen – sowie die allgemeinen Hygieneregeln einzuhalten. Das ist jetzt wichtiger denn je. Nur so kann ein weiterer Anstieg der Infektionszahlen im Herbst und Winter verhindert werden“, waren sich Bürgermeister und Landrat einig.

Ein besonderes Augenmerk gilt jetzt den Feiern und Veranstaltungen in öffentlichen Räumen, die bei den Ordnungsämtern der Städte und Gemeinden angemeldet werden müssen. In Räumen wie Gaststätten gelten auch private Feiern wie Hochzeiten als meldepflichtige Veranstaltung. Zu den Voraussetzungen gehören Teilnehmerlisten und die Einhaltung der allgemeinen Corona-Regeln. Die Bürgermeister einigten sich darauf, die Einhaltung der Vorschriften bei Veranstaltungen und in der Gastronomie im Allgemeinen besonders im Auge zu behalten „Wir werden verstärkte Kontrollen durchführen“, kündigte Bürgermeister Dr. Berger an.

Mit dem derzeitigen RKI-Wert von 26,6 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen liegt der Kreis Warendorf noch unter dem NRW-Durchschnitt (28,6) und unter dem kritischen Wert von 50. Der Landrat betonte, dass bei der Einstufung von Risikogebieten die Werte für Kreise als Ganzes ausschlaggebend seien. „In dieser Frage sind die Kreise die unterste Verwaltungsebene, die betrachtet wird“, sagte Dr. Gericke. Das sei auch richtig so. Denn gerade in kleineren Orten könnten einzelne klar eingrenzbare Fälle durch die „Macht der kleinen Zahlen“ ein falsches Bild ergeben.

Infos über Testungen, Quarantäne und Pflichten

„Aus Sicht des Infektionsschutzes kommt es immer darauf an, den Einzelfall zu untersuchen, schnell Kontaktpersonen zu ermitteln und unter Quarantäne zu stellen“, so Dr. Tim Kornblum vom Gesundheitsamt. Thema waren auch die Schulen und Kindergärten. Bei Infektionsfällen tauchen oft viele Fragen rund um die Themen Quarantäne und Testungen auf. Ein Informationsschreiben für betroffene Schulen und Kindergärten wird derzeit durch das Kreisgesundheitsamt zusammengestellt.

Hier auf seiner Internetseite im Sonderbereich Corona hat der Kreis Warendorf aufgelistet, wer sich wo testen lassen kann. Kontaktpersonen von Infizierten werden durch das Gesundheitsamt getestet. Für symptomatische Patienten sind die Hausärzte Ansprechpartner. Reiserückkehrer aus Risikogebieten sind nach der Einreise nach Deutschland dazu verpflichtet, sich in eine 14-tägige häusliche Quarantäne zu begeben. Zusätzlich besteht die Pflicht, sich beim Hausarzt auf das Coronavirus testen zu lassen. Die Quarantäne kann durch ein negatives Testergebnis beendet werden.

Arbeitnehmer, die in ein bei ihrem Urlaubsantritt bekanntes ausländisches Risikogebiet gereist sind, müssen damit rechnen, dass sie die Quarantänezeit nacharbeiten beziehungsweise Urlaubstage nehmen müssen. Reiserückkehrer aus Risikogebieten müssen sich zudem telefonisch bei der Corona-Hotline des Kreises Warendorf, Tel. 02581/ 53-5555 (montags bis sonntags von 8bis 16 Uhr), melden.

Die aktuellen Fallzahlen in den Städten und Gemeinden im Überblick:
Drensteinfurt: 20 akute Fälle (+5), 49 Gesundete, 2 Verstorbene, insgesamt 71 Infektionen
• Ahlen: 52 akute Fälle (+19), 161 Gesundete (+1), 10 Verstorbene, insgesamt 223 gemeldete Infektionsfälle seit März
• Beckum: 10 akute Fälle, 109 Gesundete, 1 Verstorbener, insgesamt 120 Infektionen
• Beelen: kein akuter Fall, 33 Gesundete, insgesamt 33 Infektionen
• Ennigerloh: 2 akute Fälle, 70 Gesundete, insgesamt 72 Infektionen
• Everswinkel: kein akuter Fall, 40 Gesundete, insgesamt 40 Infektionen
• Oelde: zwei akute Fälle (+2), 273 Gesundete, 5 Verstorbene, insgesamt 280 Infektionen
• Ostbevern: 4 akute Fälle (+2), 12 Gesundete, 1 Verstorbener, insgesamt 17 Infektionen
• Sassenberg: 2 akute Fälle, 39 Gesundete, 1 Verstorbener, insgesamt 42 Infektionen
• Sendenhorst: 8 akute Fälle, 49 Gesundete, insgesamt 57 Infektionen
• Telgte: 4 akute Fälle (+1), 49 Gesundete, insgesamt 53 Infektionen
• Wadersloh: 1 akuter Fall, 46 Gesundete, insgesamt 47 Infektionen
• Warendorf: 8 akute Fälle, 85 Gesundete, 1 Verstorbener, insgesamt 94 Infektionen

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