Keine Lieferprobleme

Corona-Tests sind längst Standard: Bundes-Verordnung bedeutet für Arbeitgeber keine Veränderung

Beim Selbsttest gibt es einiges zu beachten
+
Schnell und einfach: Corona-Selbsttests bieten Arbeitgeber in Drensteinfurt bereits jetzt an.

Ab der kommenden Woche müssen Betriebe ihren Beschäftigten regelmäßig Schnell- oder Selbsttests am Arbeitsplatz zur Verfügung stellen.

Drensteinfurt – Die neue Verordnung zum Arbeitsschutz wurde am Dienstag vom Bundeskabinett beschlossen. Für viele Firmen in Stewwert ändert sich dadurch nichts, da sie den Mitarbeitern schon seit einiger Zeit freiwillig Coronatests anbieten. Überraschenderweise gibt es demnach auch keine Probleme bei der Beschaffung der Corona-Tests.

Martin Welscheit, Inhaber der Welscheit GmbH an der Schmiedestraße, hat die neue Anordnung nicht überrascht. Er hat jedem seiner 46 Mitarbeiter vor drei Wochen vier Coronatests gegeben, damit sie sich damit schon einmal vertraut machen. Damals sei er noch nicht von einer Testpflicht ausgegangen. Seit Montag können sich die anwesenden Mitarbeiter bei der Firma Welscheit zweimal wöchentlich vor Arbeitsbeginn selbst testen. „Wir haben Platz genug, jeder macht das an seinem Arbeitsplatz“, erklärt der Geschäftsinhaber.

Keine Lieferprobleme bei Corona-Tests

Bei Problemen, Fragen oder Unsicherheiten stehe ein Mitarbeiter zur Verfügung. „Für mich ist die Testung selbstverständlich“, versichert Welscheit. Anders als bei den Schulen habe er keine Probleme, Tests zu besorgen: „Ich bestelle sie bei meinem Händler und spätestens nach 24 Stunden werden sie hier geliefert.“

Problemlos laufen die Testungen auch bei der Firma Geflügel Klein, die ebenfalls im Gewerbegebiet ansässig ist. Schon bevor die neue Verordnung beschlossen wurde, fanden dort Testungen statt.

Mitarbeiter nutzen Angebot der Corona-Tests

„Einmal pro Woche wird die gesamte Belegschaft durchgetestet“, informiert Inhaber Michael Klein. Schon Monate vorher sei jeder Mitarbeiter bei leichtem Halskratzen getestet worden. „Wir haben Fahrgemeinschaften, daher sind Coronatests besonders wichtig“, erläutert er. Im Schnitt seien 30 Mitarbeiter im Betrieb tätig. Zwei Mitarbeiter führen den Nasentest bei ihren Kollegen vor der Arbeit draußen durch. Die Büroangestellten erhielten einen Spucktest, mit dem sie sich selbstständig zuhause testen.

Auch Michael Kleine hatte bisher keine Schwierigkeiten, die erforderliche Menge an Schnelltests zu kaufen: „Alles läuft problemlos und die Mitarbeiter sind kooperativ.“ Drei bis vier Euro koste ein Test. Unabhängig von der Sicherheit stellt Kleine fest: „Wenn meine Produktion ausfällt, kostet mich das mehr.“

Auch die Stadtverwaltung testet ihre Mitarbeiter

Seit mehreren Wochen stellt die Stadt Drensteinfurt ihren Mitarbeitern Selbsttests zur Verfügung. „Wer nicht von zuhause arbeiten kann, darf sich zweimal pro Woche testen“, teilt Rechtsrat Jan Schwering mit. Die Test-Kits würden zentral verwahrt und ebenfalls zentral ausgegeben. „Wir brauchen darum gar nicht nachtsteuern, weil wir die gesetzlichen Vorgaben bereits erfüllen“, so der Rechtsrat. Die Stadt habe sich mit ausreichend Test-Kits eingedeckt. „Wir haben einen zuverlässigen Händler“, verrät er.

Alle städtischen Mitarbeiter vor Ort testen sich montags und donnerstags vor der Arbeit und nur, wenn ein negatives Ergebnis vorliegt, treten sie ihre Arbeit an. Sollte der Schnelltest positiv sein, begibt sich der Mitarbeiter in Quarantäne und muss das Ergebnis mit einem PCR-Test kontrollieren.

Dokumentation über Testungen nicht erforderlich

„Bis jetzt hatten wir aber noch keinen positiven Befund“, versichert Schwering. Bevor die Test-Kits ausgegeben wurden, erhielt jeder Mitarbeiter per E-Mail eine Gebrauchsanweisung in Form eines Hersteller-Videos. „Die Resonanz war sehr positiv“, so Schwering. Die Handhabung ist einfach und nicht unangenehm. Eine Testpflicht gibt es nicht, aber alle Mitarbeiter hätten das Angebot gerne angenommen. „Sie sind sogar froh über die Möglichkeit, größtmögliche Sicherheit zu haben, nicht ansteckend zu sein.“

Selbsttest dürfen übrigens vom Mitarbeiter ohne Aufsicht durchgeführt werden, bestätigt die IHK Nord-Westfalen. Auch eine Dokumentation über die Testung sei nicht erforderlich. Es müsse jedoch der Nachweis über die Beschaffung von Tests oder über eine Vereinbarung mit Dritten über die Testung der Beschäftigten erbracht werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare