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Corona-Schnelltests: Wagenfeld-Apotheke bietet den Service jeden Tag

Testen im Zwei-Minuten-Takt: Die Wagenfeld-Apotheke bietet – neben den Arztpraxen – als einziges Testzentrum in Drensteinfurt kostenlose Corona-Schnelltests an. Kerstin Kämmerer und ihr Team sind gut organisiert und testen mit und ohne Termin an sieben Tagen die Woche.
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Testen im Zwei-Minuten-Takt: Die Wagenfeld-Apotheke bietet – neben den Arztpraxen – als einziges Testzentrum in Drensteinfurt kostenlose Corona-Schnelltests an. Kerstin Kämmerer und ihr Team sind gut organisiert und testen mit und ohne Termin an sieben Tagen die Woche.

Im Prinzip reißt die Schlange im Hinterhof der Wagenfeld-Apotheke nie ganz ab. Der Bedarf an kostenlosen Corona-Schnelltests ist riesig, und doch muss hier niemand lange warten.


Drensteinfurt – Inhaberin Kerstin Kämmerer ist bestens organisiert, sie und ihr Team machen die Corona-Abstriche im Zwei-Minuten-Takt. Ein Ergebnis haben die Kunden innerhalb einer Stunde – und können dieses dann in Geschäften, beim Friseur oder im Kosmetikstudio vorlegen.

Als das Gesundheitsamt im März auch an die Apotheken mit dem Vorschlag herangetreten war, Schnelltests anzubieten, hat Kerstin Kämmerer zunächst gezögert. „Wir haben ja erst mal unsere Kernaufgaben, die es zu bewältigen gilt“, erzählt die Apothekerin. „Außerdem habe ich gedacht, dass andere Anbieter sich da schnell einbringen würden.“ Als in Drensteinfurt aber nichts passierte in Sachen Teststation und Kunden immer häufiger danach fragten, setzte sie sich mit ihrem IT-Fachmann zusammen und überlegte, wie sich die Schnelltests organisieren ließen. „Ich wollte es vernünftig auf die Beine gestellt wissen und so reibungslos wie möglich gestalten.“

Abstrich im vorderen Nasenbereich

Der Computerfachmann entwickelte also ein eigenes Buchungssystem für die Homepage der Wagenfeld-Apotheke, dort lässt sich ein Termin übersichtlich mit wenigen Klicks aussuchen und eintragen. Die Bestätigung kommt prompt per E-Mail. Am 22. März ging’s dann los.

„Ich habe zwei Mitarbeiterinnen für drei Stunden am Tag zum Testen eingesetzt“, berichtet Kerstin Kämmerer rückblickend. Mehr sei schon deshalb nicht machbar gewesen, weil die Testlieferungen schleppend anliefen. „Die in ausreichender Zahl zu besorgen, war die eigentliche Herausforderung.“

Die Apothekerin hat sich sofort für die Tests entschieden, für die ein Abstrich im vorderen Nasenbereich ausreicht. „Der ist sehr viel angenehmer als der tiefe Rachenabstrich.“ Auch der von ihr gewählte Test muss sorgfältig und genau nach Anweisung erfolgen, alle Mitarbeiterinnen wurden entsprechend geschult und wenden das Test-Kit professionell an. Im Zweifel unterscheide die Genauigkeit der Durchführung nämlich über das Ergebnis. „Um hierbei auf der sicheren Seite zu sein, bevorzugen viele den Besuch im Testzentrum, statt zuhause einen Selbsttest zu machen.“

Corona-Test in der Apotheke

Warum es diese Unterschiede bei den Abstrichen gibt? „Eine der ursprünglichen Erkenntnisse war, dass die Viruslast hinten im Rachen höher ist“, erklärt Kerstin Kämmerer, deshalb ging man mit den Stäbchen so tief. Nach und nach erst wurden die angenehmeren Verfahren entwickelt. „Hat ein Test aber erst mal die Zulassung bekommen, bleibt diese mit der Entnahmeart verbunden, die kann im Nachhinein nicht verändert werden.“

Die Antigen-Tests auf SARS-CoV-2, die in der Wagenfeld-Apotheke eingesetzt werden, entsprechen natürlich den hohen Qualitätsansprüchen und Kriterien, die das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugrunde legt. Entsprechend genau fallen die Ergebnisse aus, betont Kerstin Kämmerer. „Unser Test hat eine hohe Empfindlichkeit von 96 Prozent.“ Alternativ gibt es übrigens eine Art Lolli-Variante für Kinder sowie für diejenigen Menschen, bei denen ein Nasenabstrich nicht möglich ist.

Nachschub der Corona-Tests ist kein Problem mehr

Eine weitere Teststelle hat in Drensteinfurt bislang niemand aufgemacht, entsprechend groß ist die Nachfrage. Kerstin Kämmerer passt sich seit fast zwei Monaten konsequent an, der Nachschub an Tests ist mittlerweile gewährleistet, das Testangebot besteht an sieben Tagen die Woche. Zwar bedeutet das eine Menge mehr an Organisation und Arbeit, aber: „Da ich nach wie vor die einzige Anlaufstelle hier bin, habe ich ja auch eine gewisse Verpflichtung.“

Die Arbeit bereitet auch wegen der positiven Resonanz allen Freude. „Ich bin sehr zufrieden, weil wir von allen Seiten Dankbarkeit gespiegelt bekommen“, erklärt die Apothekerin. Von den Getesteten sowie von den Kaufleuten vor Ort, denn mit dem Zertifikat über ein negatives Ergebnis können die Kunden gleich ein, zwei Türen weitergehen.

Corona-Schnelltest: Mit und ohne Termin

Interessierte buchen mit wenigen Klicks hier auf der Internetseite einen bestimmten Termin – oder sie registrieren sich einmal und können dann auch ohne Termin kommen. Eine Anmeldung ist auch telefonisch möglich unter 02508/984811 sowie per Mail an info@wagenfeld-apotheke.de. Das Angebot für Spontane ist vor zwei Wochen erst eingeführt worden, auch hier wurde auf die steigende Nachfrage derer reagiert, die spontan ins Geschäft möchte oder einen anderen Termin wahrnehmen muss, der nur mit Negativ-Test möglich ist.

Vor Ort geht es dank der vorherigen Datenerfassung im Internet dann sehr schnell. Zwei Minuten dauert es in der Regel – da E-Mail-Adresse und Telefonnummer bereits gespeichert sind, kommt das Zertifikat mit dem Ergebnis in der Regel aufs Handy. Oder die Kunden holen es sich in Papierform in der Apotheke ab.

Zwei Mitarbeiterinnen kümmern sich im Hof um die Teststelle, eine macht die Abstriche, die andere das Backoffice, erfasst die Daten, druckt die Zertifikate, versendet E-Mails. Rund 200 Tests werden an Werktagen mittlerweile durchgeführt, „freitags sind es eine Ecke mehr“, stellt Kerstin Kämmerer fest. „Vor dem Pfingstwochenende kamen mehr als 500 Menschen.“ Und weil so mancher schon mal Montagmorgens einen Termin hat und dafür ein Zertifikat braucht, hat sie die Zeiten vor vier Wochen einmal mehr ausgeweitet und testet nun auch an Sonn- und Feiertagen.

Viel Arbeit im Backoffice: Rund 200 Testergebnisse am Tag werden erfasst, archiviert und per Zertifikat den Kunden geschickt. Freitags ist der Ansturm am größten.

Vier positive Fälle bei rund 10.000 Tests

Mit ihrem 14-köpfigen Stamm-Team ist das längst nicht mehr zu leisten, zwölf Mitarbeiterinnen hat die Apothekerin eingestellt, die in der Teststation helfen. Um die 10.000 Tests wurden in der Apotheke seit dem 22. März durchgeführt – und ein Ende ist momentan noch nicht absehbar. „Ich kann mir vorstellen, dass im Juni und Juli noch intensiv weitergetestet wird“, wagt Kerstin Kämmerer eine vorsichtige Prognose. Da die Impfungen vorangehen, werden sich ab Sommer immer mehr Menschen mit dem Impfpass „ausweisen“ können. „Dann wird es hier mit den Tests möglicherweise weniger.“

Wer positiv auf Covid-19 getestet wird, erfährt dies übrigens nicht per E-Mail, sondern bekommt einen Anruf – und damit auch gleich Informationen, wie dann weiter zu verfahren ist. Ganze vier Mal ist das bislang vorgekommen.

Getestet wird am Hintereingang der Wagenfeld-Apotheke zu folgenden Zeiten: Montag bis Donnerstag von 8 bis 12 und von 15 bis 19 Uhr, Freitag von 8 bis 12 und 13 bis 19 Uhr, Samstag von 9 bis 15 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 9 bis 12 Uhr.

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