Absage nicht ausgeschlossen

Corona: Weihnachtsmarkt in Drensteinfurt auf der Kippe

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Möglicherweise fällt der Weihnachtsmarkt in Drensteinfurt in diesem Jahr aus. Grund sind die Folgen der Corona-Pandemie.

Im Zuge der neu aufgeflammten Diskussion um verkaufsoffene Sonntage in Drensteinfurt kommt auch das Stichwort Weihnachtsmarkt auf den Tisch. Und die Prognose: Es sieht nicht gut aus.

Drensteinfurt – Die Landesregierung hat die Regelungen für verkaufsoffene Sonntage gelockert, um den Einzelhändlern in Corona-Zeiten zu helfen. „Damit der Einzelhandel die fehlenden Umsätze zumindest zum Teil ausgleichen kann, sollen Kommunen 2020 bis zu vier verkaufsoffene Sonntage pro Geschäft freigeben können, wenn der örtliche Einzelhandel wegen der Corona-Pandemie gefährdet ist“, heißt es in einer Pressemitteilung des NRW-Wirtschaftsministeriums.

Prinzipiell sei dies eine gute Idee, sagt Martina Lammersmann, die Vorsitzende der Interessengemeinschaft Werbung für Drensteinfurt (IGW), schließlich könnten die Geschäfte an diesen Sonntagen zumindest einen kleinen Teil der entgangenen Umsätze wieder hereinholen. „Wir von der IGW begrüßen es, verkaufsoffene Sonntage zu erleichtern, allerdings muss dies auch rechtssicher sein“, sagt Lammersmann mit Blick auf die Gewerkschaft Verdi, die im vergangenen Jahr gegen verkaufsoffene Sonntage in Drensteinfurt geklagt hatte und sich schließlich mit der Stadt auf einen Kompromiss einigte. Auch jetzt lehnt die Gewerkschaft den Vorstoß vom Landeswirtschaftsminister Andreas Pinkwart „zu vier zusätzlichen Öffnungen ohne Anlassbezug in NRW entschieden ab“. Der Sonntag sei besonders schützenswert.

Lammersmann und auch Martin Brinkötter, Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung, halten es aber nicht nur wegen der klagefreudigen Gewerkschaft für fraglich, ob die für die zweite Jahreshälfte geplanten verkaufsoffenen Sonntage überhaupt stattfinden können. Schließlich sind Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern bis zum 31. Oktober in ganz NRW verboten. Dem sind schon das Summerfeeling und Dreingaufest zum Opfer gefallen, bei denen verkaufsoffene Sonntage stattfinden sollten.

„Weihnachtsmarkt lebt von Atmosphäre“

Noch werden das „Moonlight Shopping“ am 31. Oktober sowie die Herbstzeit am 8. November und der Weihnachtsmarkt am 5./6. Dezember als Veranstaltungen auf der Internetseite der IGW angekündigt. Doch Lammersmann sagt: „All diese Veranstaltungen stehen auf der Kippe.“ Ende August werde sich der IGW-Vorstand zusammensetzen, um eine endgültige Entscheidung über die Absage oder Durchführung der drei Veranstaltungen zu entscheiden.

Lammersmann hofft, dass das Land bis dahin eine Entscheidung fällt, wie es nach dem 31. Oktober weitergehen soll und unter welchen Voraussetzungen Großveranstaltungen stattfinden können. „Ein Weihnachtsmarkt wie bei uns in Drensteinfurt lebt von der Atmosphäre“, sagt sie und fügt hinzu: „Wenn man die aufgrund von Abstandsregelungen oder Einbahnstraßenregeln nicht gewährleisten kann, weiß ich nicht, ob es sinnvoll ist, einen Weihnachtsmarkt durchzuführen.“

Auch Ordnungsamtsleiter Martin Brinkötter glaubt nicht, dass ein verkaufsoffener Sonntag, etwa in Verbindung mit dem Herbstfest oder dem Weihnachtsmarkt nach den derzeitigen Corona-Regeln genehmigt werden kann. Vielleicht sei eine längere Öffnungszeit an einem Samstag wie auch beim jährlichen „Moonlight Shopping“ eher eine Lösung.

Entscheidend sei die Planungssicherheit, ist er sich mit Lammersmann einig: „Wenn wir bis September Klarheit haben, können wir den Markt auf die Beine stellen“, so die IGW-Vorsitzende.

Strahlkraft auch nach Hamm und Ascheberg

Veranstaltungen wie der Weihnachtsmarkt und die daran gekoppelten verkaufsoffenen Sonntage seien für einen kleinen Ort wie Drensteinfurt, der nicht die Anziehungskraft wie die Oberzentren Münster und Dortmund hat, extrem wichtig. „Bei solchen Veranstaltungen kommen dann auch Neubürger, die tagsüber zur Arbeit auspendeln und dort kaufen, und sehen wie schön die Geschäfte hier bei uns in Drensteinfurt sind“, weiß die IGW-Vorsitzende. Auch Auswärtige, etwa aus Bockum-Hövel und Ascheberg, würden die verkaufsoffenen Sonntage regelmäßig besuchen.

Und auch die sorgen für Umsatz: „Verkaufsoffene Sonntage tragen laut Handelsverband Deutschland mit drei Prozent zum Jahresumsatz der Handelsunternehmen bei“, heißt es aus dem NRW-Wirtschaftsministerium. Und auch Martin Brinkötter weiß: „Wenn eine gut besuchte Veranstaltung und ein verkaufsoffener Sonntag gekoppelt sind, ist das eine Win-Win-Situation.“

Übrigens: Der Weihnachtsmarkt in Rinkerode wurde bereits im Juni abgesagt.

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