...aber nicht alle sind glücklich

Corona beschert manchen Markthändlern mehr Kunden

Freud und Leid: Monika Waked-Hodrog verkauft in Corona-Zeiten eher mehr Brot und Gebäck.
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Freud und Leid: Monika Waked-Hodrog verkauft in Corona-Zeiten eher mehr Brot und Gebäck. Ihr Marktkollege Jürgen Grunwald hingegen kommt mit Unterwäsche und Strumpfwaren gegen Amazon und Co. kaum an.

Auf dem Drensteinfurter Wochenmarkt ist scheinbar alles wie immer. Einziger Unterschied: Die Marktbesucher und Marktbestücker tragen Mund-Nasen-Schutz, und die Menschen halten gebührend Abstand, wenn sie in einer Schlange stehen.

Drensteinfurt – Wer am Brot- und Gebäckwagen des Angelbäckers aus Angelmodde sein Brot kaufen möchte, muss schon etwas Geduld mitbringen. Monika Waked-Hodrog verkauft die Backwaren gut gelaunt im Akkord und findet dabei immer noch Zeit für einige nette Worte.

„Corona hat das Geschäft belebt“, sagt sie. Viele Menschen befänden sich im Homeoffice, die Kantinen hätten geschlossen, und so müssten sich viele Menschen selber Essen zubereiten. Waked-Hodrog glaubt, dass sich die Zahl der Kunden durch Corona erhöht hat.

Irmgard Thewes steht in der Schlange, sechs Kunden hat sie vor sich. „Kein Problem“, sagt sie fröhlich. Das sei aber auch schon vor Corona so gewesen. Die Drensteinfurterin kommt jeden Donnerstag zum Markt, um vom Bäcker aus Angelmodde ihr Brot zu kaufen. Früher habe sie auch Fleisch und Blumen hier auf dem Markt gekauft, beide Stände kämen aber leider nicht mehr.

Zeit für Markt dank Homeoffice

Juliane Feißt kommt gerne zum Markt. Dank Homeoffice findet sie jetzt auch die Zeit dazu. Dass sie einen Mundschutz tragen muss, stört sie nicht. „Im Gegenteil, ich fühle mich damit sicher“, sagt sie. Prinzipiell glaubt sie, dass der Einkauf an der frischen Luft besser sei, sie fühle sich aber auch in Läden nicht unwohl.

Henrik Voßschulte verkauft an seinem Stand Gemüse und Obst von seinem Hof in Emsdetten, aber auch Produkte, die er zugekauft hat. „Die Wochenmärkte funktionieren gut“, erklärt er. Seit Corona eher besser als vorher. „Die Leute bekommen hier gute Qualität, frisch und unverpackt, und das wissen sie zu schätzen.“ Er ist sich sicher: „Eine gesunde Ernährung schützt vor Krankheiten und hält vital und fit.“

Anders sieht das Jürgen Grunwald aus Bönen. An seinem Stand mit Unterwäsche und Strumpfwaren ist nichts los. „Heute kaufen alle im Internet“, sagt er. Während Amazon Plus macht, die großen Paketwagen haufenweise Pakete verteilen, könnten die kleinen Händler nicht mehr von ihrem Geschäft leben. Zum Glück bekomme er eine kleine Rente, sonst käme er nicht über die Runden. „Das Geschäft läuft für Textilhändler generell auf allen Märkten schlecht“, versichert er.

Reger Zulauf am Honigstand

Am Honigstand von Hubertus Beckmann aus Ascheberg ist reger Zulauf. Siegfried Becker kommt extra aus Hamm, um hier seinen Honig und am Fischstand Fisch zu kaufen. „Ich gehe gerne auf Märkte, Dienstag und Samstag bin ich in Hamm und donnerstags in Drensteinfurt“, berichtet er lächelnd. Der Imker aus Ascheberg ist zufrieden, sein Geschäft sei am Anfang der Pandemie etwas zurückgegangen, habe sich jetzt aber wieder eingependelt.

Robert Hagemann verkauft Kartoffeln und Eier aus Bodenhaltung. Mit dem zweiten Lockdown kämen weniger Kunden, habe er festgestellt. „Die jungen Leute kommen nicht zum Markt“, so seine Wahrnehmung. Viele ließen sich heute von großen Lebensmittelgeschäften auch Kartoffeln und andere Waren nach Hause liefern.

Heidi Müller wohnt in Walstedde und erledigt ihren wöchentlichen Einkauf auf dem Markt in Drensteinfurt. „Ich fühle mich hier wohl, alle Leute sind so diszipliniert“, lobt sie. Wer kommt, bringe die Zeit mit, auch mal in einer Schlange anzustehen. „Hier gibt es alles was ich brauche, Fisch, Fleisch, Käse, Brot und Gemüse“, stellt sie zufrieden fest.

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