Corona bestimmt den Unterricht auch nach den Ferien

Schule in Drensteinfurt: Lernen mit Maske und dicker Jacke

Fenster auf zum Lüften: Birgitta von Rosenstiel von der Lambertus-Grundschule in Walstedde.
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Fenster auf zum Lüften: Diese Empfehlung des Umweltbundesamts setzt Birgitta von Rosenstiel an der Lambertus-Grundschule in Walstedde konsequent um. Sie hat zudem das mittlerweile dritte Hygiene-Konzept erarbeitet.

Am kommenden Montag sind die Herbstferien vorbei, und die Schulen beginnen wieder. Die aktuellen Corona-Zahlen laden auch in Drensteinfurt nicht gerade zur Beruhigung ein.

Walstedde/Drensteinfurt – Auch wenn Drensteinfurt mit derzeit sieben Corona-Fällen deutlich besser dasteht als noch vor den Herbstferien, liegt der Inzidenz-Wert für die Neuinfektionen mit dem Coronavirus pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen im Kreis Warendorf mittlerweile bei 77,0.

Als ein Mittel gegen die weitere Verbreitung des Coronavirus setzt die Landesregierung auf regelmäßiges Lüften – auch und gerade in Schulen. Alle 20 Minuten die Fenster für fünf Minuten weit öffnen, empfiehlt das Umweltbundesamt. Neu ist die Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen. Die Schulen in Drensteinfurt haben sich auf den Unterricht unter den neuen Vorzeichen vorbereitet.

Schulleiterin Birgitta von Rosenstiel hat in den Ferien den dritten Hygieneplan für die Lambertus-Grundschule in Walstedde erstellt. „Belüftung ist wichtig“, sagt sie, aber sie setze mehr auf eine Reduzierung der Anzahl der Kinder in den Räumen.

Fenster auf nach jeder Stunde

Das bedeutet: In großen Klassenräumen mit 60 Quadratmetern werden circa zwölf Kinder unterrichtet. In kleinen Räumen mit 20 bis 30 Quadratmetern sind es maximal sieben Kinder. Auf diese Weise könne die Häufigkeit des Lüftens reduziert werden.

„Wir machen nach jeder Unterrichtsstunde die Fenster auf“, erklärt sie. Man könne in der Schule zwar nicht, wie empfohlen, quer lüften, aber die große Fensterfront sorge schnell für den Luftaustausch. „Die Kinder sollten an kalten Tagen eine extra warme Jacke mitbringen“, lautet ihre Empfehlung an die Eltern.

„Unsere Schüler leben hier wie in einer Blase“, macht von Rosenstiel deutlich. Jeder Jahrgang mit 32 bis 40 Kindern wird vom immer gleichen Team (vier bis sechs Personen) unterrichtet. „Da kommt kein anderer Erwachsener rein“, macht die Schulleiterin deutlich.

Für Eltern ist das Schulgelände tabu

Damit sei jeder Jahrgang ein eigenes kleines System im großen System. Das schließt die Eltern mit ein, denn die dürfen ihre Kinder nicht mehr ins Gebäude bringen. „Das Schulgelände ist im Moment für sie tabu“, so die Schulleiterin. Das habe viel Ruhe reingebracht, kann sie der Situation auch etwas Positives abgewinnen. Selbst Elterngespräche finden überwiegend telefonisch statt, und nur mit Termin im Besprechungsraum.

Das klassische Lehrerzimmer ist auf drei Räume aufgeteilt, damit nicht zu viele Personen zusammen kommen. Konferenzen der Lehrer finden per Video statt und nur in Ausnahmen in der Turnhalle. Die Zusammenarbeit der Lehrer sei gut, jedoch sehen sich die Lehrer zu wenig, überlegt sie kritisch.

CO2-Warner gibt es nicht, an Wärmeausstauschanlagen sei nicht zu denken. „Mit dem neuen Anbau sind die finanziellen Möglichkeiten erschöpft“, glaubt von Rosenstiel. Sinnvoller sei in Anbetracht der großen Fenster nach Westen und der heißen Sommer wohl eher eine Klimaanlage, sagt die Schulleiterin und korrigiert sich sogleich: „Mit den nach Osten gerichteten Räumen im Neubau kann man da sicherlich andere Lösungen finden.“ Einen Mund-Nasen-Schutz müssen die Schüler nur auf den Fluren tragen. Auch in der Pause auf dem Schulhof ist er keine Pflicht, denn die Klassen gehen zeitlich versetzt in die Pause.

„Mit der Regelung bieten wir den Schülern einen halbwegs normalen Schulalltag“, glaubt Birgitta von Rosenstiel.

Der neue Anbau ist fast fertiggestellt. Ab dem 9. November werden wieder alle Jahrgänge im Schulgebäude unterrichtet. „Aktuell läuft die Bauabnahme“, informiert die Schulleiterin.

Elternbrief rät zu Zwiebel-Look

In der Teamschule wird Schulleiterin Anja Sachsenhausen die Empfehlungen des Umweltbundesamtes zum effizienten Lüften einhalten. „Wir werden innerhalb einer Stunde drei Mal lüften“, sagt sie. Das bedeutet: Immer in den Wechselzeiten zwischen den Stunden und nach 20 Minuten in der Unterrichtsstunde wird gelüftet. Glücklicherweise könnten ausreichend Fenster an der Teamschule komplett geöffnet werden.

Dass der Unterrichtsablauf durch das Lüften gestört würde, müsse man in Kauf nehmen, so Sachsenhausen. „Die Alternative ist ein erhöhtes Risiko, das wollen wir nicht“, macht sie deutlich.

Gleich zu Beginn der kommenden Woche werden die Eltern ein Schreiben bekommen mit der Empfehlung, ihren Kindern zum „Zwiebel-Look“ zu raten, um für mögliche wechselnde Temperaturen gerüstet zu sein.

Auch an der Teamschule werden keine CO2-Messgeräte installiert. „Wir lüften unabhängig vom Wert regelmäßig“, stellt die Schulleiterin fest, außerdem werde mit dem Warner kein direkter Bezug zu Aerosol-Belastung angezeigt. Zum Schluss fügt sie an: „Es bleibt bei allen Überlegungen kein gutes Gefühl“, dann aber versichert sie: „Wir werden aber alles tun, um den Unterrichtsbetrieb aufrechtzuerhalten.“

Maskenpflicht an weiterführenden Schulen

Angesichts steigender Infektionszahlen gilt ab Montag bis zum Jahresende wieder eine Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen. Mit diesem Erlass der NRW-Landesregierung soll der Präsenzunterricht in der Pandemie aufrechterhalten bleiben. „Wenn wir Schule und Bildung in Zeiten von Corona sichern wollen, sollten sich alle vorbildlich verhalten“, sagt Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Die Schüler gelten zwar nicht als Treiber des Infektionsgeschehens, blieben aber vor möglicher Ansteckung nicht verschont.

Anja Sachsenhausen, Leiterin der Teamschule, und ihre Schüler werden die Maskenpflicht selbstverständlich umsetzen. Etliche Schüler trugen in der Vergangenheit auch dann Masken, als dazu keine Pflicht bestand.

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