Gelungenes Corona-Projekt

Trotz Trennung digital vereint: Chor DiWerse Voci singt virtuell Irischen Segen ein

Einzeln gesungen und digital vereint. Der Kirchenchor DiWerse Voci kann wegen der Corona-Krise derzeit keine Chorprobenabhalten. Die Chorsänger haben ihren Part des irischen Segens „An Irish Blessing“ zu Hause einzeln aufgenommen und mittels digitaler Technik ihre Stimmen wieder zu einem großen Chor vereint.
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Einzeln gesungen und digital vereint. Der Kirchenchor DiWerse Voci kann wegen der Corona-Krise derzeit keine Chorprobenabhalten. Die Chorsänger haben ihren Part des irischen Segens „An Irish Blessing“ zu Hause einzeln aufgenommen und mittels digitaler Technik ihre Stimmen wieder zu einem großen Chor vereint.

Kein gemeinsamer Chor und doch gemeinsames Singen. Dank digitaler Technik haben die Sänger des Vokalensembles DiWerse Voci ein Lied aufgenommen, das per YouTube-Link angehört werden kann.

Drensteinfurt – Der Song „An Irish Blessing“ drückt die Hoffnung aus, dass sich die Chormitglieder bald wiedersehen. Seine Botschaft „Möge Gott dich schützend in seiner Hand halten“ richtet sich an alle Menschen, die durch die Einschränkungen von Corona beeinträchtigt sind.

Die Idee eines gemeinsamen Liedes hatte Chorleiterin Miriam Kaduk schon länger. „Den Sängern fehlt das gemeinsame Singen“, sagt sie. In einer Chor-Office-Gruppe hat sie von Beginn des Lockdowns an versucht, den Chor zusammenzuhalten, hat kleine Lieder eingesungen und Fotos und Videos gepostet.

Darum wurde es der Irische Segen

Die Idee des gemeinsamen Liedes stieß bei den Sängern sofort auf Zustimmung. Das Lied war schnell gefunden. „Der Irische Segen passt zur Situation, der Chor hat das Lied bereits gesungen, und es ist relativ einfach“, erklärt die Chorleiterin. Schließlich sei es das erste Projekt dieser Art für die Sänger.

Damit auch alles gut zusammen passt, spielte sie die einzelnen Stimmen mit dem Klavier ein, im Hintergrund sorgte ein Metronom für das richtige Tempo.

So entstand das Lied

Jeder Sänger musste nun mithilfe von Kopfhörern den eigenen Gesang per Video aufnehmen. Das höre sich leichter an als es am Ende war. „Die größte Hürde war es, den eigenen Gesang zu hören“, erläutert sie. Sie sei überrascht gewesen, wie selbstkritisch die Sänger waren und am Ende stolz darauf, dass bis auf vier Mitglieder jeder seine Stimme zur Verfügung stellte.

Nicole Semptner-Schote, die im Sopran singt, hat mit ihrer Aufnahme gewartet, bis sie alleine war. „Zu viele kritische Zuhörer in der Familie“, bemerkt sie schmunzelnd.

„Ich fand den Vorschlag ambitioniert, habe nicht gedacht, dass wir das können“, gibt Alt-Sängerin Theresa Reinke zu. Ihre eigene Stimme zu hören, sei für sie fremd gewesen aber sie wollte im Chor auch nicht fehlen. Umso überraschter sei sie vom Resultat: „Es ist total schön, alle geben ihren Teil, und zusammen ist es richtiggut geworden“, schwärmt sie.

Herausforderungen bei der Produktion

Alle Aufnahmen liefen bei Chorsänger Ansgar Wolbring zusammen. Gemeinsam mit seinem Gesangesbruder Felix Reeh hatte er sich bereit erklärt, den schwierigen Part der technischen Umsetzung des Projekts übernehmen. Mithilfe einer Software mussten die 22 Videospuren musikalisch übereinander gebracht werden. „Ich wollte es erst nach Gehör machen“, erklärt Reeh, der seit seiner Kindheit ein Instrument spielt und ein entsprechend musikalisches Empfinden hat.

Doch die visuelle und grafische Übereinstimmung am PC mit anschließender Hörkontrolle habe sich als genauer erwiesen. „Das war gar nicht so leicht und die Hauptarbeit“, erklärt er. Bis zum Bereich von einer dreißigstel Sekunde konnte er die Tonspureneinspielen.

Laute und zaghafte Sänger

Erschwerend sei gewesen, dass das Ausgangsmaterial so heterogen war, mit andern Worten, einige Sänger seien eher laut, andere zaghaft gewesen.

Das größte Problem stellte eine Sängerin da, deren Video statt 30Bilder pro Sekunde nur mit 21,3 Bildern aufgenommen wurde. „Dahabe ich nicht mit gerechnet“, gibt er zu. Am Ende war dann das Video perfekt, nur die Lippenbewegungen der Betroffenen passten nicht zu den übrigen Sängern. Glücklicherweise konnte Ansgar Wolbring das Video nachbearbeiten, sodass am Schluss eine finale Fassung herauskam, bei der Ton und Text miteinander harmonierten.´

Das nächste Projekt bereits in Planung

Rund 16 Stunden reine Arbeitszeit alleine für die nachträgliche Bearbeitung waren erforderlich. „Es hat mir Spaß gemacht, und ich würde mich für ein weiteres Projekt zur Verfügung stellen“, verspricht Felix Reeh.

Und das soll es tatsächlich geben. „Wir planen ein Adventslied aufzunehmen, das dann passend zur Vorweihnachtszeit angehört werden kann“, kündigt Miriam Kaduk an. Informationen werden auf der Homepage der Pfarrgemeinde bekannt gegeben. Bis jetzt stehe ja leider noch nicht fest, ob und in welcher Art das traditionelle Adventskonzert am dritten Adventssonntag in der Lambertuskirche aufgeführt wird.

Der Chor schlug hier Mitte Juli das Angebot aus, in der legendären Carnegie Hall in New York aufzutreten. Die Kosten wären zu hoch gewesen.

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