Bürgermeisterkandidat Grawunder stellt Wahlprogramm vor

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Ehefrau Heike Merschhoff-Grawunder und Sohn Jonathan unterstützen Carsten Grawunder bei seinem Vorhaben.

DRENSTEINFURT - „Ich strebe eine lange Amtszeit an, deshalb habe ich auch viel über die Inhalte nachgedacht, die mir am Herzen liegen“, eröffnet Carsten Grawunder das Gespräch.

Als Herausforderer von Paul Berlage tritt der 46-Jährige bei der Kommunalwahl am 25. Mai als Bürgermeisterkandidat für Drensteinfurt an. Gestern Morgen stellte der Diplom-Verwaltungswirt erstmals sein Wahlprogramm vor. Vieles in Drensteinfurt sei bereits gut, manches aber auch verbesserungswürdig, machte der vierfache Familienvater im Gespräch mit dem Westfälischen Anzeiger klar - und dafür hat der gebürtige Münsteraner schon ganz konkrete Ideen.

Mit jeder weiteren Schließung und Geschäftsaufgabe werde die Angst um das „Innenstadtsterben“ größer. Während die vorhandenen Gewerbetreibenden unterstützt werden müssten, sei es die Aufgabe der Stadtverwaltung, Drensteinfurt durch besondere Anlaufpunkte auch als Ausflugsziel attraktiv zu machen. So möchte Grawunder den historischen Gasthof „Zur alten Post“ zu einer kulturellen Einrichtung - etwa einem Heimathaus für den Heimatverein - umfunktionieren. Anders sieht das Bürgermeister Paul Berlage. Er würde eine gewerbliche Nutzung bevorzugen.

Als weiteres Projekt hat sich der Kandidat eine Umgestaltung des „Ehemaligen Amtshofs“ am Amtshofweg auf die Fahne geschrieben. Ein landwirtschaftlicher Betrieb samt Hofladen soll behinderten Menschen einen Wohn- und Arbeitsplatz bieten, wünscht sich der Drensteinfurter, der selbst einen behinderten Sohn hat. Für Fahrradtouristen, die es im Sommer über den Werse-Radweg nach Drensteinfurt und Rinkerode führt, müsse außerdem das Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten erweitert werden.

Den Bedarf nach einer „Event-Lounge“, einem Ort an dem man Hochzeiten und andere große Feste feiern kann, sieht der 46-Jährige besonders durch die kürzlich bekannt gegebene Schließung der Traditionsgaststätte „Zur Werse“ (WA berichtete) und das leerstehende „Brauhaus“.

So gebe es in Drensteinfurt kaum noch einen größeren Festsaal. In Kooperation mit ortsansässigen Investoren und Gastronomen hofft Grawunder die „Alte Molkerei“ am Ladestrang (ehemaliges Charakterwerk) in so eine Eventstätte zu verwandeln. „Das würde die Bahnhofsgegend auch für Durchreisende optisch aufwerten“, argumentiert der Stewwerter mit der unmittelbaren Bahnhofsnähe.

Während die Ortsteile Drensteinfurt und Rinkerode durch die Bahnlinien zwischen Hamm und Münster bereits gut an das Verkehrsnetz angebunden wären, sei es für Walstedder und Ameker nach wie vor schwer auf ein eigenes Auto zu verzichten. „Das möchte ich durch einen Bürgerbus ändern.

So kommen auch ältere Menschen und ökologisch bewusst lebende Bürger in die Ortszentren“, erklärt der gebürtige Münsteraner sein Vorhaben. Dies trage nicht nur zur Bindung der Kaufkraft am eigenen Ort, sondern auch zur Entschärfung der Verkehrs- und Parksituation in allen Orten bei.

Mit Sorge blickt der studierte Verwaltungswirt auf den Drensteinfurter Haushalt. Wenngleich dieser „noch“ ausgeglichen sei, verlasse man sich seiner Meinung nach viel zu sehr auf die Einnahmen aus den Grundstücksverkäufen der Neubaugebiete.

„Durch den demografischen Wandel wird in den kommenden Jahren viel bereits bestehender Wohnraum frei werden“,prognostiziert Grawunder und rät zur Vorsicht. Vielmehr gelte es bezahlbaren Wohnraum für die mittlere Einkommensschicht zu schaffen. „Gerade bei jungen Leuten ist der Bedarf nach Mietwohnungen enorm.“

Bis zur Kommunalwahl am 25. Mai hat sich der Bürgermeisterkandidat einiges vorgenommen. Gemäß seines Wahlspruchs „Bürgermeister zum Anfassen“ wird es mehrere Termine in den Ortsteilen geben, bei denen die Wähler Grawunder persönlich zu seinen Zielen fragen können.

Schon jetzt können sich alle Interessierten auf seiner Homepage oder der Facebook-Seite über seinen beruflichen Werdegang, persönliche Interessen und das gesamte Wahlprogramm informieren. Nachdem SPD und Grüne in Drensteinfurt bereits ihre Unterstützung zugesagt haben, sei der Abstimmungsprozess mit der FDP noch nicht abgeschlossen. - cpl

www.carsten-grawunder.de

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