Der "Chefredakteur des Jahres" kommt aus Drensteinfurt

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Investigative Recherche und harte Fakten sind  ihm mehr als bekannt: Daniel Drepper ist Chefredakteur des Jahres.

Drensteinfurt – Daniel Drepper, investigativer Journalist von BuzzFeed Deutschland, ist von einer Jury der Branchenzeitschrift „medium magazin“ zum „Chefredakteur des Jahres 2018“ gewählt worden. 2012 war der gebürtige Drensteinfurter, der fast zehn Jahre als freier Mitarbeiter für den Westfälischen Anzeiger gearbeitet hat, bereits in der Kategorie „Newcomer“ ausgezeichnet worden.

In der Jurybegründung zum Sieger in der Fachkategorie „Chefredaktion national“ heißt es: „Daniel Drepper hat eine Ansage gemacht und sie gehalten: ‚Man wird uns spüren.‘ So drehte er das Image von Buzzfeed, das längst kein Clickbait-Portal mehr ist.“

Er habe mit investigativen Recherchen und starken Live-Reporter-Einsätzen bewiesen, wie bequem einige alteingesessene Medien seien. „Er hat ein kleines, feines Team für ‚News‘ zusammengestellt, dem es bravourös gelingt, gesellschaftlich höchst relevante Storys zu platzieren.“

Füllt Lücken auf dem Medienmarkt

Die Redaktion fülle dabei nicht zuletzt Lücken, die der deutsche Medienmarkt sträflich vernachlässigt habe: Grundwerte, sexualisierte Gewalt, LGBT. LGBT ist eine Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender, also Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender.

Für den 32-jährigen Drepper, der in Dortmund Journalistik und in New York investigativen Journalismus sowie Medieninnovationen studiert hat, Mitbegründer des gemeinnützigen Recherchezentrums Correctiv und seit 2017 Chefredakteur des Online-Portals BuzzFeed Deutschland ist, ist die Auszeichnung „einerseits ziemlich verrückt, weil wir ein Team von einem knappen Dutzend Leuten sind und man das kaum mit der Arbeit der Spiegel-, Zeit-, SZ- oder ZDF-Chefredakteure vergleichen kann“, schreibt er auf Twitter.

Andererseits sei es „aber auch ziemlich großartig, weil es eine tolle Wertschätzung für unser gesamtes Team ist. Für Entertainment, für Publishing, für News.“ Drepper ist „sehr froh, dass wir mit so einer kleinen Truppe“ im vergangenen Jahr „so viele tolle Sachen erreicht haben“. Der Preis sei eine zusätzliche Motivation für 2019.

Der undotierte „medium-magazin“-Preis „Journalisten und Journalistinnen des Jahres“ wird seit 2004 von der Branchenzeitschrift verliehen. Die unabhängige, rund 100-köpfige Jury 2018 bestand aus renommierten Vertretern der Medienbranche sowie aus den jeweiligen Vorjahres-Preisträgern und Nachwuchs-Talenten.

Die Preisverleihung findet am Montag, 11. Februar, im Hotel Oderberger in Berlin statt. Dort wird Drepper, der für seine Recherchen schon den Wächterpreis, den Axel-Springer-Preis und den Ernst-Schneider-Preis erhielt, unter anderem auf Markus Lanz treffen. Der Fernsehmoderator (ZDF) ist „Unterhaltungsjournalist des Jahres 2018“.

Doku im ZDF: Krank und keiner zahlt

Am Mittwoch, 23. Januar, läuft im ZDF eine investigative Dokumentation von Sanaz Saleh-Ebrahimi und Daniel Drepper mit dem Titel „Krank und keiner zahlt – Der Streit mit den Berufsgenossenschaften“. Beginn der Sendung ist um 22.45 Uhr. Die Reihe „ZDFzoom“ sendet nach Angaben der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt kritische Dokumentationen. „Die Themen knüpfen an den Alltag der Menschen an. Die Reporter decken auf, stellen unbequeme Fragen, lassen nicht locker.“

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