„Ein Jahr ohne Fest reicht uns“

Bürgerschützen wollen feiern: Aber es gibt erhebliche Zweifel

Ungezwungen feiern – das wollen Hans I. van Doorn und seine Frau Mariel. Van Doorn bleibt solange Majestät, bis das nächste Bürgerschützenfest stattfindet und ein neuer König gefunden ist.
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Ungezwungen feiern – das wollen Hans I. van Doorn und seine Frau Mariel. Van Doorn bleibt solange Majestät, bis das nächste Bürgerschützenfest stattfindet und ein neuer König gefunden ist.

Vogelschießen? Fehlanzeige! Großer Zapfenstreich? Abgeblasen! Frühschoppen? Ausgefallen! 2020 war auch aus Sicht des Bürgerschützenvereins St. Johannes Drensteinfurt ein Jahr zum Vergessen. Besonders bitter war natürlich die Corona-bedingte Absage des Schützenfestes.

Drensteinfurt – Ob die dreitägige Veranstaltung, die traditionell am dritten Juni-Wochenende im Schlosspark stattfindet, in diesem Jahr ausgerichtet wird, ist äußerst fraglich. Die Bürgerschützen wollen zwar feiern, haben aber „erhebliche Zweifel“, wie der 1. Vorsitzende Theo Scharbaum sagt. Auch die anderen Termine des Vereins seien aktuell schwer planbar.

Eigentlich führt der Vorstand der Bürgerschützen im Januar seine Klausurtagung durch. In der wird insbesondere der gesamte Ablauf des Schützenfestes besprochen. Offene Fragen werden geklärt, Arbeitsaufträge an Vorstandsmitglieder verteilt. „Auch der Rest des Schützenjahres oder größere Vorhaben werden besprochen“, so Scharbaum. „Die langjährige Tradition der Klausurtagung können wir in diesem Jahr jedoch nicht in gewohnter Form durchführen. Wir überlegen noch, ob wir gegebenenfalls im Frühjahr eine eintägige Sitzung in der Alten Post abhalten.“ Allerdings müsse zunächst die weitere Corona-Entwicklung abgewartet werden. Erst dann werde entschieden, ob der Vorstand sich zu einer verkürzte Klausurtagung trifft.

Zweifel an einem großen Schützenfest und weiteren Treffen

„Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation können wir auch keinerlei konkrete Planungen für eine Mitgliederversammlung anstellen“, sagt Scharbaum. „Auch wenn wir gerne mit unseren Mitgliedern zusammenkommen würden – ein Treffen mit rund 100 Schützen ist nicht vorstellbar.“ Gerade für die älteren Mitglieder trage der Verein eine Verantwortung. „Eine Versammlung können wir erst dann durchführen, wenn damit für unsere Mitglieder keine bis ganz geringe Risiken verbunden sind“, so Scharbaum weiter.

Ähnlich verhält es sich mit den Planungen zum Maibaumaufstellen. „Auch die liegen auf Eis.“ Der Maibaum sei von den Bürgerschützen im Herbst ordnungsgemäß verstaut worden, sodass sie im Mai in der Lage wären, ihn auch kurzfristig aufzustellen.

Die Hoffnung bleibt: Vorfreude auf das Schützenfest

Stark eingeschränkt seien die Planungen für das Schützenfest, das vom 18. bis zum 20. Juni stattfinden würde. „Wir stehen mit unserem Festwirt in Kontakt und auch mit den Bands, Spielmannszügen und Kapellen. Alle Beteiligten würden gerne mit uns das Schützenfest durchführen und stehen in den Startlöchern“, berichtet Scharbaum, der seit 2013 1. Vorsitzender ist. „Im Moment haben wir aber erhebliche Zweifel, ob ein Fest mit mehreren hundert Besuchern im Juni möglich ist. Sollte es die Lage zulassen, werden wir auf jeden Fall ein Schützenfest veranstalten. Ein Jahr ohne Schützenfest reicht allen Vorstandsmitgliedern.“ Alle sehnten sich danach, zusammen zu feiern, sich in persönlichen Gesprächen auszutauschen und bis spät in die Nacht zu tanzen.

Im vergangenen Jahr hatte der Verein sein großes Fest abgesagt, weil eine unbeschwerte Feier nicht möglich gewesen wäre. Die Begründung damals: „Der Bürgerschützenverein St. Johannes von 1593 wurde ursprünglich gegründet, um die Bevölkerung zu schützen. Da können wir jetzt nicht unsere Mitglieder und die Bevölkerung in Gefahr bringen, um ein Fest zu feiern.“ Hans I. van Doorn bleibt solange Majestät, bis ein neuer König gefunden ist.

Digitale Treffen der Drensteinfurter Bürgerschützen

Die Stimmung im Vorstand sei trotz der Umstände gut, unterstreicht Theo Scharbaum. „Wir führen einige Vorstandssitzungen als Videokonferenzen durch. Man merkt allen Vorstandsmitgliedern die Freude an, die anderen Kollegen wiederzusehen.“ Auch das private Gespräch nach den Sitzungen komme in den Videokonferenzen nicht zu kurz.

Trotz dieser „recht gut funktionierenden“ Online-Treffen möchten die Vorstandsmitglieder sich lieber wieder persönlich in einer Drensteinfurter Gaststätte treffen und so die heimische Wirtschaft unterstützen. „Wir machen uns Sorgen, wie sich die Lockdown-Regelungen auf die Gaststätten, die Festwirte und die Musikkapellen auswirken“, sagt Scharbaum. „Wir hoffen, dass alle Gruppen diese Zeit gut überstehen. In dieser ungewöhnlichen Zeit merken wir, wie stark wir aufeinander angewiesen sind.“

Schützenfest Bürgerschützen Drensteinfurt 2013

Schützenfest Bürgerschützen Drensteinfurt 2013

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