Bürgermeister zu Corona-Maßnahmen

Corona-Schnelltests für Drensteinfurter Ratsmitglieder

Bürgermeister Grawunder lässt die aktuelle Corona-Entwicklung nicht kalt.
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Bürgermeister Grawunder lässt die aktuelle Corona-Entwicklung nicht kalt.

Die massiven Corona-Einschränkungen nennt Drensteinfurts Bürgermeister Carsten Grawunder „einschneidend, in einigen Fällen auch belastend für die einzelnen Betroffenen, aber gleichwohl notwendig“.

Drensteinfurt – Zur Erinnerung: Ab Montag müssen Restaurants, Kneipen und Bars bis Monatsende schließen. Das gilt auch für Freizeiteinrichtungen wie Theater, Kinos, Saunen und Spielhallen sowie Schwimmbäder und Fitnessstudios. Und das sind nur einige der Vorgaben.

„Dies ist der berechtigte Versuch, mit aller Macht die Kontakte zu reduzieren und trotzdem das öffentliche Leben nicht über Gebühr einzuschränken“, sagt Grawunder auf Anfrage. Er trage die Entscheidungen mit, denn die Entwicklung der Zahlen der mit dem Coronavirus Infizierten mache ihn sehr besorgt.

Angesichts von 16.774 Neuinfektionen an einem Tag in ganz Deutschland zeige sich, dass das, was im Sommer noch gut funktioniert habe, jetzt im Herbst nicht mehr greife. „Der Versuch, hier gegenzusteuern, ist richtig – mit Blick darauf, uns allen das Weihnachtsfest noch zu retten“, sagt Grawunder.

Dies ist der berechtigte Versuch, mit aller Macht die Kontakte zu reduzieren und trotzdem das öffentliche Leben nicht über Gebühr einzuschränken.

Bürgermeister Carsten Grawunder über die Corona-Maßnahmen

Er begrüßt ausdrücklich, dass Schulen und Kindergärten geöffnet bleiben sollen. „Es ist deutlich geworden, dass es bisher keine Infektionsherde in Schulen und Kitas gegeben hat“, sagt der Bürgermeister. Wenn es Fälle gegeben habe, so seien sie immer von außen hereingetragen worden.

Die Schließung der Gastronomie sei für die heimischen Betriebe und Hotels hart, zumal diese gute Konzepte entwickelt und alles im Griff gehabt hätten. Jetzt müsse man schauen, ob die Restaurants wie schon im Frühjahr wieder Außer-Haus-Verkauf anbieten. Das habe bei einigen im ersten Lockdown gut funktioniert. Deshalb appelliert der Bürgermeister an die Bevölkerung, diese Angebote der heimischen Gastronomie auch diesmal wieder anzunehmen.

Bürger sollen Wirte unterstützen

Auf der Ratssitzung am Montag will Grawunder deshalb vorschlagen, das Corona-Hilfspaket für Drensteinfurt in modifizierter Form zu verlängern. Die Sonderedition des Stewwert-Talers, die so gut angenommen worden war, könne beispielsweise noch einmal aufgelegt werden.

Grawunder begrüßt zudem, dass der Einzelhandel diesmal komplett geöffnet bleiben solle. Das Rechnen mit Quadratmeterzahlen, die im ersten Lockdown darüber entschieden hätten, ob der betreffende Händler öffnen durfte oder nicht, habe sich als falsch erweisen. Hier habe die Politik dazugelernt.

Grawunders Appell an die Bevölkerung lautet, die neuen Regeln auch einzuhalten. „Dann haben wir die Chance, dass die Einschränkungen wirklich nur von kurzer Dauer sind.“

Ratssitzung in der Dreingauhalle

Betroffen von den Corona-Einschränkungen ist auch die Ratssitzung am Montag, 2. November, ab 18 Uhr. Sie findet erstmals in der Dreingauhalle statt, weil hier am besten Abstand gehalten werden kann. Auch wenn für die Öffentlichkeit die Kontaktbeschränkung gelte, dass sich nur noch Angehörige aus zwei Haushalten mit maximal zehn Personen treffen dürfen, – die Ratssitzung dürfe, ja müsse stattfinden, betont Grawunder und ergänzt: „Das hat uns Ina Scharrenbach, die Ministerin für Kommunales, ausdrücklich bestätigt: Die konstituierende Sitzung des Rates muss stattfinden, egal wie es in den betreffenden Städten aussieht.“ Der Grund: Am Montag konstituiert sich in Drensteinfurt der neue Rat, geschieht das nicht, ist die Stadt nicht entscheidungs- und handlungsfähig.

Damit die Sitzung für alle möglichst sicher abläuft, sollen sich alle Mitglieder am Sonntag oder Montagmorgen einem Corona-Schnelltest unterziehen. „Wir haben die Möglichkeit, über unsere Betriebsärztin Silke Franik alle Ratsmitglieder und anwesenden Vertreter der Verwaltung testen zu lassen“, erläutert Grawunder. So soll für alle Beteiligten größtmögliche Sicherheit garantiert werden –und auch das Rathaus im schlimmsten Falle am Laufen arbeitsfähig bleiben.

Verabschiedung wird verschoben

Schon seit einiger Zeit sind die Mitarbeiter in A- und B-Teams aufteilt, die sich nicht begegnen, um etwaige Ansteckungsgefahren zu minimieren. Bei der konstituierenden Sitzung aber sitzen rechts und links vom Bürgermeister sein Allgemeiner Vertreter Jan Schwering und Alessa Dohm, die zum anderen Team gehören. Grawunder: „Wir haben sogar Plexiglasschilder zur Trennung, aber sicher ist sicher.“ Ursprünglich war vorgesehen, im Rahmen der konstituierenden Sitzung die ausscheidenden Ratsmitglieder zu verabschieden. Im Anschluss war sogar ein Imbiss geplant, für den ein eigenes Hygienekonzept erstellt worden war. „Das können wir wir angesichts der aktuellen Lage und der ab Montag geltenden Regeln nicht mehr mit gutem Gewissen machen“, sagt Grawunder und ergänzt: „Mir persönlich tut das sehr leid, weil es mit darum geht, diese langjährigen Ratsmitglieder in angemessenem Rahmen zu verabschieden.“ Er hofft, dass das im kommenden Jahr nachgeholt werden kann.

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