Thiemann-Biergarten erst einmal "dicht"

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Gähnende Leere im Außenbereich des Landgasthauses Thiemann – das wird vorerst so bleiben.

Ameke - Die Außengastronomie des Landgasthauses Thiemann ist geschlossen. Erst hatte ein Nachbar Beschwerde wegen Lärmbelästigung beim Kreis eingereicht, die stellte weitere Mängel fest.

Der Behörde fiel auf, dass der Anbau nicht genehmigt ist, Brandschutz fehlt und der Pächter keine Schankkonzession für den Außenbereich hat. Vor allem wegen des Kunststoffdaches der Terrasse wurde die Nutzung dieses Teils untersagt. Die Innengastronomie ist von der Untersagung nicht betroffen.

Dass Nachbar Hermann Aschwer sich beim Kreis über den Lärm beschwert hat, ist für Pächter Drago Medjedovic unverständlich: „Wenn sich jemand belästigt fühlt, hätte er mich doch direkt ansprechen können.“  Aschwer, dessen Grundstück direkt an die Außengastronomie des Landgasthauses grenzt, fühlt sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. „Die Lärmbelästigung durch die Außengastronomie ist oft nicht auszuhalten“, sagt er. Viele Male habe er mit dem Pächter gesprochen und ihn gebeten, Abhilfe zu schaffen. Aber nachdem dieser nicht reagierte, habe er die Ordnungshüter alarmiert. 

„Richtig schlimm“ sei es geworden, als die Terrassenüberdachung vor etwa vier Jahren wetterfeste Seitenteile erhalten hatte. „Das war wie ein Lautsprecher“, stellte Aschwer fest. Nachdem der Wirt nicht auf seine Beschwerden reagiert habe, sei Aschwer im Herbst erneut beim Ordnungsamt der Stadt vorstellig geworden. Dort habe man ihn an die Bauaufsicht des Kreises Warendorf verwiesen. „Mir geht es nicht darum, die Außengastronomie zu verbieten und ich habe auch nichts gegen den Pächter, sondern allein etwas gegen den Lärm“, versichert der Aschwer. 

Bereits im März verbot der Kreis den Außenbetrieb. Von der fehlenden Baugenehmigung habe Medjedovic nichts gewusst: Die Terrassenüberdachung sei schon vor 30 Jahren errichtet worden, er selbst wurde vor neun Jahren Pächter. 

Mittlerweile hat er mit Markus Gawlick einen Bauingenieur engagiert, der die Außengastronomie baurechtlich ermöglichen soll. Dieser spricht von einer „Verkettung unglücklicher Umstände“. Gawlick trug zunächst dafür Sorge, dass Teile der Terrassenüberdachung abgebaut wurden, nachdem der Versuch, diese nachträglich genehmigen zu lassen, abgelehnt worden war. Jetzt möchte er eine Lärmpegelmessung durchführen, um zu ermitteln, ob eine Geräuschbelästigung vorliegt. Damit wird auch eine Auflage des Kreises erfüllt, der ein Lärmgutachten fordert. Gawlick hat ebenfalls eine Außen-Ausschank-Lizenz für Medjedovic beantragt, der lediglich eine Schankkonzession für drinnen besitzt. 

Der Bauingenieur ist optimistisch, dass beides in den nächsten zwei Monaten erteilt wird. Falls nicht, versichert Medjedovic: „Ohne Außengastronomie mache ich nicht weiter.“ Zum einen sei der Betrieb dann nicht wirtschaftlich, zum anderen seien die Leute so daran gewöhnt, sich bei gutem Wetter nach draußen zu setzen, dass dies nun schwer zu verbieten sei. Der Eigentümer des Landgasthauses möchte sich zu dem Thema nicht äußern. Für ihn sei nur wichtig, dass für Ameke die einzige noch verbleibende Gastronomie erhalten bleibt. 

Die Stadt Drensteinfurt werde die Ausschanklizenz für den Außenbereich erteilen, sobald sämtliche erforderliche Stellen – unter anderem das Gesundheitsamt des Kreises und das Kreisbauamt – ihr Einvernehmen geben, so Alessa Dohm von der Stadtverwaltung. Sind die Anforderungen erfüllt, könne der Außenbereich entsprechend dem Landesimmissionsschutzgesetz bis 24 Uhr betrieben werden.

Den Sondernutzungsantrag für den 1. Mai hat die Drensteinfurter Stadtverwaltung mittlerweile genehmigt.

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