Betriebe im Kreis suchen dringend Azubis

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1757 freie Ausbildungsstellen meldeten die Unternehmen im Kreis Warendorf von Oktober 2018 bis Ende September 2019. Das waren zwölf mehr als im vergangenen Ausbildungsjahr.

Kreis Warendorf – Fast jeder zehnte Ausbildungsplatz im Kreis blieb unbesetzt. Ende September waren noch 161 gemeldete Ausbildungsstellen im Kreisgebiet zu vergeben.

„Für die betroffenen Betriebe ist das eine Herausforderung. Auf dem Arbeitsmarkt sind Fachkräfte häufig nur noch schwer zu finden. Für viele Unternehmen sind Auszubildende deshalb eine wichtige Säule zur Fachkräftesicherung. Wenn Ausbildungsplätze nicht besetzt werden können, dann sind noch mehr Anstrengung und Kreativität gefragt, um junge Menschen für den Beruf und den Betrieb zu begeistern“, sagt Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster über die Situation.

Kein klarer Trend erkennbar

Einen Trend, dass bestimmte Ausbildungsberufe besonders unbeliebt und schwer zu besetzen sind, könne man nicht erkennen, berichtet er. So sind unter den offen gebliebenen Stellen Plätze für angehende Verkäufer und Einzelhandelskaufleute, Angebote für zahnmedizinische Fachangestellte und Frisöre sowie für Hotelfachleute oder Berufskraftfahrer.

„Wenn Ausbildungsplätze nicht besetzt werden können, gibt es dafür unterschiedliche mögliche Gründe. Ein Aspekt ist der nach wie vor ungebrochen hohe Trend zu einem höheren Schulabschluss oder dem Studium“, berichtet der Experte. Von den 1 896 Jugendlichen, die sich als Bewerber bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur gemeldet hatten, wechseln 322, also 17 Prozent auf weiterführende Schulen oder die Universität.

„Hinzu kommt, dass die Zahl der Ausbildungsbewerber auch in diesem Jahr aufgrund der demografischen Entwicklung zurückgegangen ist. Es stehen den Unternehmen also schlicht weniger junge Menschen zur Verfügung, die für eine Ausbildung in Frage kommen könnten“, erklärt Fahnemann. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sank die Bewerberzahl um 3,1 Prozent.

Vielen gelingt der Berufseinstieg

Den meisten Jugendlichen gelang der Berufseinstieg. Nur 51 Bewerber blieben Ende September unversorgt. Rein rechnerisch standen ihnen je 3,16 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber. „Obwohl dies nur eine statistische Zahl ist, zeigt sie doch, dass die Chancen auf dem Ausbildungsmarkt für alle, die noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, weiterhin gut sind. Vorausgesetzt, die Jugendlichen sind offen für Alternativen“, betont der Agenturleiter.

Auch bei den Betrieben sei nun Flexibilität gefragt, sagt Fahnemann: „Nicht immer bilden Schulnoten oder perfekte Bewerbungsmappen ab, ob Jugendliche zur Ausbildungsstelle und zum Betrieb passen. Ein persönliches Kennenlernen in einer Einstiegsqualifizierung, einem längeren Praktikum, kann hier eine gute Möglichkeit sein, Nachwuchskräfte zu finden.“ Arbeitgeber könnten bei der Suche nach passenden Kandidaten und der Organisation durch die Arbeitsagentur unterstützt werden. - da

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