Glasfaser bereitet weiter Probleme

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Drensteinfurt - Das Thema Glasfaser scheint kein Ende zu nehmen. Immer wieder tauchen Beschwerden auf über schlampige Arbeiten, nicht eingehaltene Termine und Verzögerungen. Ende 2016, so das Versprechen, sollten alle Ortsteile mit Glasfaser versorgt sein. Nun ist es Mitte Februar 2017. 

Erst vor wenigen Tagen begannen die Ausbauarbeiten in Walstedde. Auch in Drensteinfurt wird noch eifrig gebuddelt. Jetzt äußert sich Projektleiter Peter König gegenüber unserer Zeitung zu den Vorwürfen und verspricht: „Ende Mai sind alle Ortsteile am Netz der Deutschen Glasfaser angeschlossen“. Bürgermeister Carsten Grawunder zeigt sich verhalten optimistisch gegenüber dem neu versprochenen Termin.

 „Ich halte das Datum für sehr ehrgeizig“, gibt er zu. Es habe sich gezeigt, dass die Deutsche Glasfaser das Projekt schlecht geplant habe. Dies hätten die Mitarbeiter des Tiefbauamtes bestätigt. So könne das gar nicht funktionieren. „Viele Entscheidungen der Deutschen Glasfaser sind für uns nicht nachvollziehbar.“ 

Probleme noch nicht gelöst

So sei auch klar: „Wenn man eine Bahn überqueren muss, benötigt man unter Umständen ein halbes Jahr, um eine Genehmigung zu bekommen“, so Grawunder. Werde diese nicht beantragt, dürfe man sich nicht wundern, wenn sie später nicht vorliegt. Zudem sei das Problem mit der Unterquerung der Bahn noch gar nicht gelöst. „Die Bahnführung an der Schützenstraße ist eine große Herausforderung“, bestätigt Peter König und versichert aber gleichzeitig, dass es unterschiedliche Lösungsansätze gibt.   „Das ist nicht so trivial, wie man sich das vorstellen kann“, erklärt er. Man müsse jetzt mit unterschiedlichen Beteiligten über Möglichkeiten diskutieren. Solange das Problem nicht gelöst sei, könnten die Haushalte östlich der Bahn nicht angeschlossen werden. Eine weitere Verzögerung habe sich ergeben, als ein Zulieferer, der Arbeitskolonnen zur Verfügung gestellt hat, insolvent wurde. Dafür habe man aber Ersatz gefunden. Derzeit seien ausreichend Kolonnen in Drensteinfurt und Walstedde aktiv. Natürlich müsse jetzt noch Walstedde an Drensteinfurt angeschlossen werden. Da arbeite sich zurzeit eine Bohrspülmaschine mit Bohrgestänge von der Kleistraße/Dr.-Metzger-Weg ausgehend bis nach Walstedde vor.


Grob entlang der Bundesstraße, real aber eher an den Gemeindewegen entlang hin und her unter der Straße, führe der Weg bis in Höhe Brink in Walstedde und von dort zum Hauptverteiler, genannt Point of Presence (POP), in alle Haushalte. Die Verbindung aus Drensteinfurt Richtung Q1-Tankstelle bis nach Rinkerode sei schon fertig. An der Qualität der Arbeiten, die oft bemängelt wurde, werde gearbeitet. Terminschwierigkeiten mit Endkunden seien aufgrund von Schwierigkeiten mit der Dokumentation entstanden, dies sei jetzt verbessert. Termine würden nur dort erteilt, wo der Monteur auch bauen kann. 

"Wo gehobelt wird, da fallen auch Späne"

„Ich verstehe, dass die Leute ungeduldig sind, aber die meisten verfügen über einen DSL-Anschluss. Lediglich die Leute im Neubaugebiet haben echte Probleme“, so König. Die Deutsche Glasfaser verlegt insgesamt 70 bis 80 Kilometer Glasfaser in den Straßen. „Da wird eine Menge Erde hochgehoben. Wo gehobelt wird, fallen auch Späne“, findet König. Den Unmut der Stadt kann er nachvollziehen, denn viele Leute beschweren sich bei der Gemeinde. Dies sei so nicht gewollt: „Es ist und bleibt der Servicepunkt in der Kleistraße im Autohaus Volkmar, der für Beschwerden da ist.“ Unter der Telefonnummer 0286189060190 beantworte dort eine Kollegin die Fragen der Kunden. „Wenn sie nicht da ist oder im Gespräch, geht ein Anrufbeantworter ran und sie ruft zurück“, verspricht der Projektleiter. 

„Der Servicepunkt ist oft nicht erreichbar, darum rufen die Leute bei der Stadt an“, erklärt hingegen der Bürgermeister. Beschwerden an ihn habe er an Peter König weitergeleitet, dieser habe in der Vergangenheit immer zügig darauf reagiert. Was ihm am Herzen liege und was in den Köpfen der Bürger nicht drin zu sein scheint, ist: „Die Stadt Drensteinfurt hat die Deutsche Glasfaser nicht beauftragt, hier diese Infrastruktur auszubauen, sondern sie hat Anfang Mai 2014 der Deutschen Glasfaser gestattet, das zu tun“, macht Grawunder deutlich. Es liege also ein Gestattungsvertrag vor, der keinerlei Rechte beinhaltet, Druck aufzubauen und Fristen zu setzten. Einfach gesagt habe man der Deutschen Glasfaser erlaubt, die Straßen auf Links zu drehen. Natürlich mit der Auflage, alles wieder ordnungsgemäß herzustellen und im Falle von Nichtgefallen nachzubessern. 

Vertraglich festgehalten ist eine fünfjährige Gewährleistung auf die Ausbaumaßnahme, aber keine Ausstiegsklausel. Darum laute seine Empfehlung: „Wir müssen es bei aller Verärgerung irgendwie hinkriegen, dass wir das Projekt erfolgreich zu Ende bringen.“

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