Alle Bürger eingeladen

Atomtransport rollt durch Hamm und Drensteinfurt - Mahnwachen

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Von der Urananreicherungsanlage der Firma Urenco in Gronau aus werden am Montag Uranabfälle abtransportiert. Der Sonderzug soll auch durch Hamm und Drensteinfurt rollen.

Am Montag, 18. November, rollt erneut Uranabfall durch unsere Region. Darauf weisen Umweltschützer hin. Es soll Mahnwachen geben.

Drensteinfurt/Hamm – "Die Firma Urenco aus Gronau, an der auch EON und RWE beteiligt sind, transportiert abgereichertes Uranhexafluorid, also atomare Reststoffe, von Gronau über Münster und Hamm ins Ruhrgebiet, um sie nach Russland zu verschiffen.“ Darauf weisen der Ortsverband der Grünen aus Drensteinfurt und die Bürgerinitiative Umweltschutz und "Hamm gegen Atom" hin. Der Uranzug werde voraussichtlich 600 Tonnen radioaktives und hochgiftiges Uranhexafluorid (UF6) in zwölf Waggons transportieren, die in Russland in der Atomanlage Novouralsk bei Jekaterinburg als Atommüll verbleiben sollen.

„Diese Gefährdung von Menschen und Umwelt wollen wir nicht länger hinnehmen“, betont Ratsmitglied Raphaela Blümer in Drensteinfurt. Der Grünen-Ortsverband wird am Montag um 12.30 Uhr, dem voraussichtlichen Zeitpunkt der Durchfahrt des Atommülls, eine Mahnwache am Drensteinfurter Bahnhof abhalten. Um 13.30 Uhr ist eine Mahnwache auf dem Willy-Brandt-Platz vor dem Hammer Bahnhof geplant.

Russischer Umweltschützer dabei

Mit dabei sein bei den Mahnwachen wird Vladimir Slivyak von der russischen Umweltorganisation Ecodefense, die in Russland selbst vom Staat als "ausländische Agenten" gebrandmarkt werden. Alle Bürger sind zur Teilnahme eingeladen.

Raphaela Blümer hatte bereits im Mai 2015 einen Antrag im Stadtrat gestellt, Atomtransporte durch Drensteinfurter Stadtgebiet abzulehnen. „Wir Grüne finden es unverantwortlich, diese Transporte nun wieder aufzunehmen.“ Die Mehrheit der Bevölkerung befürworte die Nutzung regenerativer Energien, das sei die einzige Chance, den Klimawandel zu bremsen, ist die Grünen-Ratspolitikerin überzeugt. Atomenergie habe keine Zukunft, weder bei uns noch in anderen Teilen der Welt. Denn, so Blümer: „Die nächsten Generationen müssen den Preis für die heutigen Entscheidungen zahlen.“ - WA

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