Arbeitsmarktbericht: 297 Menschen in Drensteinfurt ohne Job

Erstmals seit einem Jahr weniger als 300 Arbeitslose

Agentur für Arbeit
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In Drensteinfurt geht die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat zurück.

 Erstmals seit einem Jahr gibt es in Drensteinfurt weniger als 300 Arbeitslose. Exakt 297 Menschen waren im Juni ohne Job, meldet die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. Das sind neun weniger als im Mai (-2,9 Prozentpunkte) und 41 weniger als im Vorjahresmonat (-12,1 Prozentpunkte). Zuletzt waren im April 2020 – zu Beginn der ersten Welle der Corona-Pademie – weniger als 300 Menschen in Drensteinfurt ohne Job, nämlich 290.

Drensteinfurt / Kreis Warendorf / Münster - 173 der Arbeitslosen aus dem Juni dieses Jahres sind Männer (minus 4), 124 sind Frauen (minus 5). Noch deutlicher ist der Rückgang unter den arbeitslosen Ausländern: Im Juni waren es 72, im Mai waren es 79. Die Jugendarbeitslosigkeit stieg an: Im Mai waren 18 Menschen von 15 bis unter 25 Jahren arbeitslos, im Juni 23. Die Zahl der arbeitslosen älteren Menschen ist unverändert: 107 Drensteinfurter, die 55 Jahre und älter sind, haben keinen Job.

Kreis Warendorf

Auch im gesamten Kreis Warendorf entspannte sich die Situation am Arbeitsmarkt im Juni weiter. Insgesamt waren 7 415 Menschen arbeitslos gemeldet, 90 weniger als im Mai. Die Arbeitslosenquote blieb allerdings unverändert bei 4,7 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr verbesserte sich die Lage spürbar. Im aktuellen Berichtsmonat waren 1 203 Frauen und Männer weniger arbeitslos gemeldet als im Juni vor einem Jahr. Das entspricht einem Rückgang von 14 Prozent. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,7 Prozentpunkte.

Besonders positiv entwickelte sich die Jugendarbeitslosigkeit. Während im Juni 2020 noch 843 Jugendliche und junge Erwachsene arbeitslos gemeldet waren, sank die Zahl der jungen Arbeitslosen zuletzt um 185 Personen auf 658. Das entspricht einem Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit um 21,9 Prozent.

Gute Chancen hatten junge Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Ausbildung oder einem Studienabschluss. Jugendliche ohne Berufsabschluss sind dagegen deutlich mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. So hatten 73 Prozent der jugendlichen Arbeitslosen keine abgeschlossene Ausbildung. Dahingegen richteten sich 74 Prozent der gemeldeten Jobangebote an Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Ausbildung oder einem Hochschulabschluss.

Neben der anhaltenden Frühjahrsbelebung führten auch die sinkenden Infektionszahlen und die damit einhergehenden Lockerungen der Corona-Beschränkungen dazu, dass Arbeitgeber wieder mehr Personal suchten. Zwar meldeten sie im Juni 96 neue freie Stellen weniger als im Mai. Mit 810 neuen Stellenmeldungen lag die Arbeitskräftenachfrage aber deutlich über dem Vorjahr.

Im aktuellen Berichtsmonat meldeten die Unternehmen und Verwaltungen im Kreis Warendorf 407 Stellen mehr als im Vorjahresvergleich. „Nach und nach kehrt etwas Normalität an den Arbeitsmarkt zurück. Hotel- und Gaststättenbetriebe dürfen wieder öffnen, teilweise können Veranstaltungen stattfinden und im Einzelhandel sind weitere Beschränkungen aufgehoben worden. Hier wird nun Personal gesucht“, berichtet Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. „Auch andere Branchen blicken optimistisch in die Zukunft und planen Neueinstellungen“, ergänzt er. Zahlreiche offene Stellen gab es beispielsweise im verarbeitenden Gewerbe, besonders in der Metallverarbeitung und dem Maschinenbau.

Insgesamt konnten Menschen im Juni bei der Jobsuche auf 3 702 freie Stellen im Bestand der Agentur für Arbeit zurückgreifen, 255 mehr als im Vormonat und 979 mehr als vor einem Jahr.

Münster

In Münster meldeten Arbeitgeber 823 neue freie Stellen bei der Agentur für Arbeit, 27 mehr als im Mai. Verglichen mit Juni des vergangenen Jahres wurden sogar 329 Stellenangebote mehr gemeldet, das entspricht einer Steigerung um 66,6 Prozent. Insgesamt standen Arbeitsuchenden in Münster im Juni 2.962 gemeldete Stellen zur Verfügung, 208 mehr als im Mai und 601 mehr als vor einem Jahr.

Die Nachfrage der Unternehmen nach neuen Mitarbeitern führte dazu, dass die Arbeitslosigkeit im Stadtgebiet erneut zurückging. Im Juni waren insgesamt 8 778 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 70 weniger als im Mai. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,1 Prozentpunkte auf zuletzt 5 Prozent. Noch deutlicher fällt der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr aus. So waren zuletzt 714 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als im Juni 2020. Die Arbeitslosenquote verbesserte sich im Vorjahresvergleich und ging um 0,5 Prozentpunkte zurück.

„Die positive Entwicklung darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Pandemie noch immer tiefe Einschnitte am Arbeitsmarkt hinterlassen hat“, sagt Fahnemann. So waren im Juni noch um 1 090 Personen mehr arbeitslos als im Juni 2019, bevor die Corona-Krise einsetzte.

Menschen, die bereits vor dem Beginn der Corona-Pandemie arbeitslos waren oder eine geringe Qualifizierung mitbringen, haben es weiterhin schwer, zurück in den Arbeitsmarkt zu finden.

Joachim Fahnemann Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster

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