Arbeitsmarktbericht: 327 Drensteinfurter ohne Job

Etwa weniger Arbeitslose als noch im Januar

Agentur für Arbeit
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In Drensteinfurt geht die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zu Januar 2021 zurück.

Die Zahl der Arbeitslosen in Drensteinfurt ist leicht gesunken. Im Februar waren 327 Menschen ohne Job. Das sind neun weniger als noch im Januar (ein Minus von 2,7 Prozentpunkten). Im Vergleich mit dem Februar des vergangenen Jahres sind es jedoch 71 mehr (plus 21,7 Prozentpunkte). Das berichtet die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. 

Drensteinfurt / Kreis Warendorf / Münster - Unter den 327 Arbeitslosen in Drensteinfurt sind 196 Männer und 131 Frauen. 77 der Arbeitslosen sind Ausländer, im Januar waren es noch 81. Die Jugendarbeitslosigkeit hat sich leicht erhöht: 27 junge Menschen im Alter von 15 bis 25 Jahren haben keinen Job, in den Monaten November 2020 bis Januar waren es jeweils 23. Leicht zurückgegangen ist die Zahl der älteren Menschen ohne Job: 101 Drensteinfurter ab 55 Jahren sind arbeitslos. Im Januar waren es noch 104, im Dezember 91.

Der Arbeitsmarkt im Kreis Warendorf

„Typischerweise sinken die Arbeitslosenzahlen mit der einsetzenden Frühjahrsbelebung. Diese saisonale Entwicklung ist bislang ausgeblieben“, erläutert Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, und fügt an: „Im Gegenteil: Die Arbeitslosigkeit ist sogar leicht gestiegen. Der nun schon lang andauernde zweite Lock-Down zeigt seine Wirkung. Nicht alle Unternehmen schaffen es, ihre Mitarbeiter zu halten.“ Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Februar gegenüber dem Vormonat um 73 Personen auf zuletzt 8.100. Die Arbeitslosenquote blieb auf dem Niveau von Januar und lag bei 5,1 Prozent. Insgesamt lag die Arbeitslosigkeit um 9 Prozent höher als im Vorjahr. Verglichen mit Februar 2020 waren zuletzt 669 Männer und Frauen mehr arbeitslos. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,4 Prozentpunkte.

So stieg die Jugendarbeitslosigkeit im Februar leicht an, nachdem einige Auszubildende ihre Abschlussprüfungen absolviert haben. „Nicht alle Nachwuchskräfte konnten nach dem Ausbildungsabschluss in ihren Betrieben übernommen werden. In der Regel finden diese frisch ausgebildeten Fachkräfte meist schnell eine neue Beschäftigung. Ob dies auch in der aktuellen Situation gut gelingt, hängt zum Teil von der weiteren Entwicklung der Pandemie ab“, sagt Fahnemann. Im Februar waren 769 junge Erwachsene arbeitslos gemeldet, 25 mehr als im Januar und 53 mehr als im Vorjahresvergleich.

Der nun schon lang andauernde zweite Lock-Down zeigt seine Wirkung. Nicht alle Unternehmen schaffen es, ihre Mitarbeiter zu halten.

 Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster

Erstmals können die Folgen der Pandemie auch an den Beschäftigtenzahlen abgelesen werden. So sank die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von Ende März bis Ende Juni 2020 um 775 Personen. Das entspricht einem Rückgang um 0,8 Prozent. „Damit hat sich der erste Lock-Down aber nicht so stark ausgewirkt, wie befürchtet“, so Fahnemann. Dass der Rückgang in diesem Zeitraum nicht größer ausgefallen ist, sei dem massiven Einsatz von Kurzarbeitergeld zu verdanken, unterstreicht Joachim Fahnemann.

Im Juni haben 1.043 Betriebe im Kreisgebiet für 10.870 Beschäftigte Kurzarbeitergeld abgerechnet. Mit den Lockerungen der Corona-bedingten Einschränkungen sank die Zahl der Unternehmen in Kurzarbeit laut aktuellen Hochrechnungen im September auf 607 Betriebe mit 4.946 Beschäftigten. „Mit dem zweiten Lock-Down ab November haben aber wieder mehr Arbeitgeber Kurzarbeit anmelden müssen“, berichtet Fahnemann. Da Personalverantwortliche eine längere Frist haben, um die tatsächliche Kurzarbeit abzurechnen, liegen statistische Daten dazu erst zu einem späteren Zeitpunkt vor.

Trotz der andauernden Einschränkungen durch die Corona-Pandemie wird in einige Betrieben neues Personal gesucht. So meldeten die Unternehmen und Verwaltungen im Kreis Warendorf im Februar 629 neue offene Stellen, 185 mehr als im Januar. Insgesamt standen Arbeitslosen und Arbeitsuchenden 2.875 gemeldete Stellenangebote zur Verfügung, 9 weniger als im Vormonat. Stellenzugänge gab es im Einzelhandel und im Baugewerbe. „Insgesamt ist die Zurückhaltung der Unternehmen bei ihrer Personalnachfrage aber deutlich spürbar“, so der Agenturleiter. Seit Jahresbeginn meldeten die Unternehmen im Kreisgebiet insgesamt 1.073 neue Stellenangebote, 267 weniger als im Vorjahreszeitraum. Eingebrochen ist die Arbeitskräftenachfrage vor allem im Hotel- und Gastgewerbe. Weniger Stellenangebote als im Vorjahr gab es auch im verarbeitenden Gewerbe.

Der Arbeitsmarkt in Münster

„Trotz des andauernden Lock-Downs blieb die Lage am Arbeitsmarkt in Münster im Februar unverändert“, fasst Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster zusammen. Im Februar verzeichnete die Arbeitsagentur 4 Arbeitslose mehr als im Januar. Insgesamt lag die Zahl der Arbeitslosen bei 9.161 Personen. Die Arbeitslosenquote blieb auf dem Niveau des Vormonats und lag bei 5,3 Prozent. Dass die Arbeitslosigkeit trotz der schwierigen Rahmenbedingungen aktuell nicht weiter gestiegen ist, dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Corona-Pandemie aber durchaus tiefgreifende Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt habe, stellt Fahnemann klar. So waren zuletzt 1.396 mehr Männer und Frauen arbeitslos gemeldet als im Februar 2020. Die Arbeitslosenquote stieg im Vorjahresvergleich um 0,8 Prozentpunkte.

„Die sonst üblicherweise im Februar bereits einsetzende Frühjahrsbelebung ist in diesem Jahr komplett ausgeblieben“, macht Fahnemann deutlich. Stattdessen sei der Arbeitsmarkt fast gänzlich zum Stillstand gekommen: „Es melden sich weniger Menschen neu arbeitslos als in vergleichbaren Monaten. Denn die Entlassungen, die durch die Corona-Pandemie bedingt wurden, sind bereits erfolgt. Gleichzeitig gibt es insgesamt betrachtet auch deutlich weniger Chancen auf eine neue Beschäftigung“, erklärt er und fügt hinzu „Dies führt zu einer wachsenden Langzeitarbeitslosigkeit“. Die Zahl der langzeitarbeitslosen Männer und Frauen, also Personen, die bereits ein Jahr und länger arbeitslos sind, lag im Februar in Münster bei 3.695 Personen, 779 mehr als vor einem Jahr. „Seit Herbst steigt auch der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen kontinuierlich an. Insbesondere für Menschen, die bereits vor Beginn der Corona-Krise von Arbeitslosigkeit betroffen waren, ist es schwer, eine neue Arbeitsstelle zu finden“, erläutert Fahnemann. „Zwar stellen einige Arbeitgeber aktuell durchaus ein, aber gesucht werden meist Fachkräfte. Geringqualifizierte oder Menschen, die bereits länger aus dem Beruf heraus sind, haben zurzeit oft wenig Chancen am Arbeitsmarkt“, ergänzt er.

Erstmals spiegeln sich die Auswirkungen der Pandemie auch in den Beschäftigtenzahlen. So sank die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von Ende März bis Ende Juni 2020 um 1.647 Personen. Das entspricht einem Rückgang um knapp 1 Prozent. Dass der Rückgang in diesem Zeitraum nicht größer ausgefallen ist, sei dem massiven Einsatz von Kurzarbeitergeld zu verdanken, unterstreicht Joachim Fahnemann. Im Juni haben 1.464 Betriebe für 14.761 Beschäftigte Kurzarbeitergeld abgerechnet. Mit den Lockerungen der Corona-bedingten Einschränkungen sank die Zahl der Unternehmen in Kurzarbeit laut aktuellen Hochrechnungen im September auf 835 Betriebe mit 5.976 Beschäftigten. „Mit dem zweiten Lock-Down ab November haben aber wieder mehr Arbeitgeber Kurzarbeit anmelden müssen“, berichtet Fahnemann. Da Personalverantwortliche eine längere Frist haben, um die tatsächliche Kurzarbeit abzurechnen, liegen statistische Daten dazu erst zu einem späteren Zeitpunkt vor.

Im Vergleich zum Vormonat zog die Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen in Münster leicht an. Sie meldeten im Februar 590 neue freie Stellen, 51 mehr als im Januar. „Die Nachfrage nach neuem Personal liegt aber deutlich unter dem Niveau des vergangenen Jahres, vor der Corona-Pandemie“, unterstreicht der Agenturchef. Aktuell sind 193 Stellenangebote weniger gemeldet worden als im Februar 2020. Insgesamt standen Arbeitsuchenden und Arbeitslosen 2.342 gemeldete Arbeitsstellen zur Verfügung.

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