Ausgabe meist nur an Stammkunden

Ansturm auf Apotheken: Kostenlose FFP2-Masken sorgen für riesigen Andrang

In der Maximilian-Apotheke gibt es zurzeit keine FFP2-Masken: Apothekerin Marie-Luise Schoster macht schon an der Eingangstür mit Aushängen deutlich, was vorrätig ist und was nicht.
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In der Maximilian-Apotheke gibt es zurzeit keine FFP2-Masken: Apothekerin Marie-Luise Schoster macht schon an der Eingangstür mit Aushängen deutlich, was vorrätig ist und was nicht.

Die kostenlose Abgabe von FFP2-Schutzmasken an Über-60-Jährige und Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen bescherte den Apotheken in Walstedde und Drensteinfurt einen riesigen Kundenansturm.

Drensteinfurt – „Wir waren gut auf die Aktion vorbereitet“, erklärt Andreas Schoster von der Maximilian-Apotheke in Walstedde. Glücklicherweise, denn am Dienstag habe es einen „Ansturm ohne Ende“ gegeben. In der Walstedder Apotheke wurden die bestellten Coronaschutz-Masken in erster Linie nur an Stammkunden abgegeben. Das sei sinnvoll, denn in der Kundenkartei sei auch verzeichnet, ob eine chronische Erkrankung vorliegt.

Zusätzlich mussten die Kunden ein Dokument unterschreiben, mit dem sie einerseits ihren Anspruch bestätigten und andererseits versicherten, dass sie sich die Masken nicht bereits in einer anderen Apotheke geholt hatten oder holen werden.

FFP2-Schutzmasken bereits vergriffen

„Wir wollten auf diese Weise verhindern, dass damit Missbrauch betrieben wird“, erklärt Schoster. Von Kollegen habe er gehört, dass es Menschen gebe, die die Masken regelrecht horteten. Und auch wenn die Apotheken das Geld für die Masken von der Bundesregierung erstattet bekämen, sei es den Mitmenschen gegenüber unmoralisch, das Angebot auszunutzen. Andererseits stehe jeder Apotheke nur ein gewisses Kontingent zur Verfügung.

Rund 1200 Masken gingen bisher über die Ladentheke. Bis zum 6. Januar können die Masken noch abgeholt werden. In der Maximilian-Apotheke gibt es aber im Moment keinen Bestand mehr. „Anfang der Woche rechnen wir mit einer weiteren Lieferung“, informiert Apothekerin Marie-Luise Schoster. Die FFP2-Schutzmaske sieht Andreas Schoster als sehr sinnvoll an. „Sie schützt deutlich besser als eine Stoffmaske“, erklärt er.

Kritik am Masken-Konzept

Apothekerin Kerstin Kammerer von der Wagenfeld-Apotheke in Drensteinfurt spricht von Startschwierigkeiten. Am Dienstagmorgen musste sie aufgrund der Lieferungsverzögerung der bestellten FFP2-Schutzmasken die Ware selbst abholen.

Direkt nach Öffnung der Apotheke sei es stressig geworden, obwohl mit voller Besetzung bedient wurde. Erst am Donnerstag habe der Ansturm nachgelassen.

Bis zum Mittag seien 3000 Masken abgegeben worden. 4200 Masken hatte Kerstin Kammerer bestellt. „Das ist die Menge, die uns anhand der Rezept-Abrechnungen im dritten Quartal zusteht“, erklärt die Apothekerin. Die Regelung sei schlecht durchdacht, denn einige Patienten lösten ihre Rezepte auch in anderen Apotheken ein.

Hohe Nachfrage, wenig Masken

Darum könne sie schon jetzt sagen, dass sie mit der Menge nicht auskommen werde. „Ich gehe davon aus, dass heute Abend keine Masken mehr da sind“, sagt sie. Die neue Lieferung erwartet sie im Januar. Auch in der Wagenfeld-Apotheke werden die Masken nur an Stammkunden ausgegeben.

Die Ausgabe wird mit Namen und dem Grund (Alter oder chronische Erkrankung) in eine Liste eingetragen. Wer nicht in der Kartei steht, muss sich ausweisen. „Wir haben unserer Nichtkunden an ihre Stammapotheke verwiesen“, berichtet Kammerer. Viele hätten das akzeptiert, einige seien enttäuscht gewesen. Kerstin Kammerer empfiehlt, die Schutzmasken vor allen Dingen bei Arztbesuchen und in Bus oder Bahn zu tragen.

FFP2-Masken nur für Stammkunden

Insgesamt laufe die Aktion ganz gut, sie hätte sich eine längere Vorlaufzeit gewünscht. „Innerhalb von vier Tagen die Menge an Masken zu beschaffen, ist schon eine Herausforderung“, sagt sie.

1 500 Masken hat Apotheker Lothar Schäfer von der Stadt-Apotheke in Drensteinfurt bis Donnerstagmittag ausgegeben. Auch bei ihm bekommen nur Stammkunden eine Maske und auch bei ihm muss der Empfang bestätigt werden. Trotzdem könne man nicht ausschließen, dass einige sich die Masken mehrfach holen. „Das ist ein Fehler im System“, sagt er, die Regelung im neuen Jahr sei besser: Dann gibt es eine Art Bon von der Krankenkasse, der eingelöst werden kann. Vorgesehen sind in zeitlichen Abständen zweimal sechs Masken gegen eine Schutzgebühr von je zwei Euro.

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