Anstieg der Arbeitslosenzahl nimmt wieder Fahrt auf

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Die Zahl der Arbeitslosen in Drensteinfurt ist im Juli weiter gestiegen. 359 Menschen waren zuletzt ohne Job, das sind 21 mehr als im Juni (ein Anstieg um 6,2 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr fiel der Anstieg deutlich drastischer aus.

Drensteinfurt – Im Juli 2019 gab es in Drensteinfurt 269 Arbeitslose. Ein Jahr später waren es 90 Menschen mehr. Das entspricht einer Erhöhung um 33,5 Prozent. Die deutlich höhere Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr dürfte auf die Corona-Krise zurückgehen, bemerkenswert ist, dass sich der Anstieg wieder drastischer ausfällt als noch im Vormonat. Im April, als die Corona-Krise erstmals auf die Arbeitslosenzahlen durchschlug, stieg die Zahl der Drensteinfurter ohne Job um 20 an, im Mai rasant um weitere 44, ehe sich der Anstieg um Juni verlangsamte (ein Plus um vier Arbeitslose). Jetzt liegt der Anstieg wieder auf dem Niveau von April.

Im Juli wird aber generell ein saisonaler Anstieg der Zahlen verzeichnet (2019 stieg die Zahl der Menschen ohne Job in Drensteinfurt im Vergleich zum Juni 2019 um 4,7 Prozent an). Gleichwohl ist er diesmal höher.

Weiterhin ist die Zahl der Männer ohne Job höher als die der Frauen: 193 Drensteinfurter waren arbeitslos und 166 Drensteinfurterinnen. Unter den 359 Arbeitslosen waren 94 Ausländer, im Juni waren es 88. Gestiegen ist auch die Jugendarbeitslosigkeit: 33 Drensteinfurter im Alter von 15 bis unter 25 Jahren haben derzeit keinen Job, im Juni waren es 25. Nur einen leichten Anstieg um zwei Personen auf jetzt 95 gab es bei den Menschen ohne Arbeit ab 55 Jahren.

Arbeitslosigkeit noch unter Niveau der Finanzkrise

Auch die Arbeitslosigkeit hat im Juli im Kreis Warendorf erneut zugenommen. 8892 Männer und Frauen waren zuletzt arbeitslos gemeldet, 274 mehr als im Juni und 1650 mehr als im Juli vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozentpunkte und gegenüber Juli 2019 um 1 Prozentpunkt auf nun 5,6 Prozent. Dennoch liegt die Arbeitslosigkeit aktuell noch unter dem Niveau der Finanzkrise. So waren im Juli 2009, dem Jahr des Krisenhöhepunkts, 336 Menschen mehr arbeitslos.

„Viele Unternehmen im Kreis Warendorf haben die Möglichkeit genutzt, Kurzarbeit anzumelden und so ihre Mitarbeiter im Betrieb zu halten“, erklärt Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. So hätten bislang noch viele Arbeitsverhältnisse gesichert werden können.

Für Menschen, die aktuell auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung sind, sei die Lage aber häufig schwierig, so der Agenturchef: „Der Arbeitsmarkt ist deutlich weniger aufnahmefähig als üblich. Viele Betriebe sind in Kurzarbeit oder sehen sich nach wie vor einer unsicheren Zukunft gegenüber und stellen daher kein neues Personal ein“, sagt Fahnemann. Dementsprechend ist die Jugendarbeitslosigkeit im zurückliegenden Monat wieder gestiegen. So waren im Juli 966 unter 25-Jährige arbeitslos gemeldet, 123 mehr als im Juni.

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