Geschäft mit Altmetall in Drensteinfurt

Illegale Altmetallhändler: Erst wollen sie Schrott, dann Geld

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Das kommt leider immer wieder vor: Hans-Jürgen Thamm von der Kolpingsfamilie Walstedde muss einen Schrottsammler zurechtweisen, der am Tag der Schrott- und Altkleidersammlung der Kolpingsfamilie den Schrott sammelt, dessen Erlös für soziale Zwecke bestimmt war.

Drensteinfurt – Es ist ein Thema, das in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert wird: Schrotthändler, die mit penetranter Musik durch die Straßen fahren, um Altmetall und andere verwertbare Wertstoffe einzusammeln. Maria Tölle, Ratsmitglied der Grünen, redet in einer E-Mail an den Bürgermeister Tacheles.

Darin bittet sie die Verwaltung, etwas gegen die Sammelfahrzeuge zu unternehmen. Eine Änderung der Öffnungszeiten des Wertstoffhofes sieht die Drensteinfurterin als eine Möglichkeit, den Bürgern die legale Entsorgung von Wertstoffen leichter zu machen.  

Sie habe auch schon die Polizei angerufen, die aber wenig Möglichkeiten zum Eingreifen sehe. Sie solle sich melden, wenn sie ein Fahrzeug sehe, dann würde ein Streifenwagen vorbeikommen, teilte man ihr mit.

Ihre Bitte richtet Tölle nun an die Stadtverwaltung und an die Bürger. Letztere fordert sie auf, die unerwünschten Sammler nicht auch noch „zu füttern“, sondern die Wertstoffe stattdessen lieber den Sammlern etwa der Kolpingsfamilie Walstedde zukommen zu lassen oder zum Wertstoffhof zu bringen.

Der Recyclinghof der Stadt Drensteinfurt hat dienstagnachmittags und samstagmorgens geöffnet – Maria Tölle drängt auf eine Ausweitung der Öffnungszeiten.

In seiner Stellungnahme bestätigt Bürgermeister Carsten Grawunder: Das Abholen von Schrott ohne Genehmigung ist nicht erlaubt. Die Stadt toleriere das ebenso wenig wie die Entsorgung von Müll in der Natur. Gleichwohl bezeichnete er die Sammler als „arme Teufel“, die durch den Verkauf von Schrott ihren Lebensunterhalt verdienen und oft den Gewinn für andere sammeln.

Das wollte Maria Tölle so nicht stehen lassen, die „armen Teufel“ seien vielmehr Mitbürger, die sich nicht an die Regeln hielten. Besonders frustrierend sei das für die legalen Sammler mit Genehmigung, wie die Kolpingsfamilie Walstedde, denen die kommerziellen Händler schon des Öfteren das begehrte Altmetall vor der Nase weggeschnappt hätten.

Stadt auf Hilfe der Bevölkerung angewiesen

„Wird ein solches illegales Fahrzeug gesehen, kann sich der Bürger an die Polizei wenden“, erklärt der Umweltbeauftragte Hans-Ulrich Herding das richtige Vorgehen. Fest stehe, so Herding: „Der Kreis hat für Drensteinfurt und seine Ortschaften keine Sammelgenehmigungen für gewerbliche Fahrzeuge erteilt.“ Somit seien diese illegal unterwegs.

Mit Erlaubnis des Kreises durchgeführt werden Sammlungen für soziale Zwecke wie die Schrott- und Altkleidersammlungen der Kolpingsfamilie in Walstedde oder die Sammlungen der Messdiener, KAB oder gegebenenfalls der Malteser.

An der Kleiststraße gegenüber dem alten Bauhof ist einfach Schrott abgeladen worden.

Ein Problem für die Polizei sei es, so Herding, nach einem Anruf die Sammler noch anzutreffen. „In der Regel sind die dann schon einige Straßen weiter.“ Das Kennzeichen alleine und ein Foto reichten meist nicht aus.

Schlimmer als die Sammlung von Altmetall wertet Grawunder die Gefahr, dass Fahrzeuge am Tage mögliche Einbruchsobjekte ausspionierten. Die Anregung Maria Tölles, die Bevölkerung erneut zu informieren, sei vom Ansatz her richtig. Doch wie schon in der Schule erreiche man oft nur die, die schon von alleine vieles richtig machten.

Keine Änderung der Öffnungszeiten in Sicht

An eine Änderung der Öffnungszeiten des Wertstoffhofes denkt die Verwaltung im Übrigen nicht. Dieser hat derzeit insgesamt sechs Stunden pro Woche geöffnet, am Dienstagnachmittag und am Samstagvormittag. Diese Zeiten zu ändern, liege in den Händen der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendorf (AGW). Lediglich eine Ausweitung der Öffnungszeiten sei eine Lösung, die aber mit einer Gebührenerhöhung einhergehen müsste.

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