Rat segnet Vorgehensweise ab

30.000 Euro für abgesagtes Dreingaufest - Grüne äußern Kritik an Dringlichkeitsentscheidung

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Maxim Wartenberg war einer der Künstler auf dem Dreingaufest 2018.

Drensteinfurt – Das Dreingaufest im September findet nicht statt und doch führte das Fest im Rat zu Unstimmigkeiten.

Stein des Anstoßes bleibt die im März getroffene Dringlichkeitsentscheidung für die Gewährung von 30.000 Euro zur Organisation der Feierlichkeiten. Schon in der Sitzung des Hauptausschusses waren die Grünen damit nicht einverstanden. Im Rat am Montagabend bekräftigten sie noch einmal ihren Standpunkt und entschieden sich am Ende geschlossen mit sechs Stimmen gegen den Mehrheitsentscheid von CDU, SPD und FDP, die Vorgehensweise abzusegnen.

„Warum konnte man die Dringlichkeitsentscheidung nicht zurücknehmen, wenn doch eigentlich fest stand, dass das Fest nicht stattfinden kann“, wollte Ratsfrau Maria Tölle (Die Grünen) wissen. Bernhard Meyer (Die Grünen) betonte: „Die Dringlichkeitsentscheidung war nicht der richtige Weg“, schließlich habe man lange im Vorfeld gewusst, dass das Dreingaufest in diesem Jahr von der Stadt vorbereitet werden soll. Auch das seinerzeit vom Bürgermeister vorgebrachte Argument des Weggangs von Wirtschaftsförderin Ute Homann ließ er nicht gelten. „Sie ist schon seit August nicht mehr im Haus“, stellte er fest. „Wofür braucht man jetzt das Geld, wenn das Dreingaufest abgesagt ist, man kann die Dringlichkeitsentscheidung jetzt auch zurücknehmen“, argumentierte er.

Waltraud Angenendt (Die Grünen) hätte sich eine Diskussion in den Gremien gewünscht. „Bei den Haushaltsberatungen war Zeit genug“, meint sie. Zudem wünsche sie sich eine Bürgerbeteiligung für ein Fest, das am Ende auch für Bürger gedacht sei.

„Wozu jetzt noch die Dringlichkeit, wir können das Geld für 2021 neu einstellen und vorher über die Summe diskutieren“, so Angenendt. „Wir sind nicht gegen das Fest, sondern lediglich gegen die Vorgehensweise.“ Schön wäre es auch, wenn man freie Kulturschaffende aus Drensteinfurt und Umgebung, die durch die Corona-Krise besonders gebeutelt sind, für das Fest engagieren würde. „Kultur und Wirtschaft fördern ist der richtige Weg“, so ihre Meinung. Jetzt eine Entscheidung kurzfristig einzufordern, könne sie nicht unterstützen.

„Das Dreingaufest ist nicht neu, nur die Organisation ist für uns neu, wir haben versäumt im Haushalt darüber zu diskutieren, mussten im März aber entscheiden, ob die Planung weitergeführt werden soll und das haben wir getan“, führte Grawunder aus.

Zu diesem Zeitpunkt habe nicht festgestanden wie die Situation im September ist. „Wir haben im März von heute auf morgen unser Land runtergefahren. Im Krisenmanagement hatten andere Dinge Priorität als großartige Diskussionen über das Dreingaufest“, resümierte er.

Fest stehe, das Dreingaufest im September ist abgesagt. „Möglicherweise entwickeln sich die Dinge aber weiterhin so gut, dass im Oktober ein Fest stattfinden kann“, eröffnete der Bürgermeister eine Möglichkeit. „In diesem Fall benötigen wir das Geld, ist es nicht eingestellt, verbauen wir uns jede Chance auf ein Fest.“

Heinz Töns, als Mitunterzeichner der Dringlichkeitsentscheidung, bekräftigte seine Entscheidung als Fraktionsvorsitzender. „Es war meine volle Überzeugung. Das Dreingaufest ist für Drensteinfurt wichtig.“

Im März sei der September nicht absehbar gewesen, darum mussten der Stadtverwaltung zumindest die finanziellen Mittel zur weiteren Planung zugesichert werden. Eine Meinung, die Ingo Stude (SPD) unterstützte. Er wünschte sich aber Überlegungen. wie denn das Fest ohne Tombola refinanziert werden könne, um die Belastungen für die Stadt zu reduzieren.

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