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Zwischenbilanz Stadtradeln: Was motiviert die Bönener zur Teilnahme?

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Von: Carola Schiller

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ADFC-Mitglieder Klaus Ihne, Anne Theunissen, Udo Dramm und Marion Dramm
Die ADFC-Mitglieder Klaus Ihne, Anne Theunissen, Udo Dramm und Marion Dramm treten häufig gemeinsam in die Pedale. Zur Entwicklung der Stadtradeln-Aktion gibt es auch kritische Stimmen. © Schiller

Zwei der drei Wochen Stadtradeln in Bönen sind rum. Mit Stand Donnerstag haben 600 teilnehmende Radler aus Bönen bislang 37 344 Kilometer zurückgelegt. Damit scheint die Vorjahresmarke von 40 078 Kilometern bis zum 27. Mai übertroffen zu werden.

Bönen –Weit vorn bei den teilnehmenden Vereinen liegt erwartungsgemäß der TVG Flierich-Lenningsen mit über 11 000 Kilometern bei 55 Teilnehmern, gefolgt von den Lauffreunden Bönen mit 30 Radlern und über 4000 Kilometern. 373 Radler der Hellwegschule sind mit circa 3900 Kilometer auf Platz drei. Es folgen TuS Bönen, das offenes Team, bei dem jeder mitfahren kann, die Goethegrundschule und der ADFC.

Weit vorn also die Sportvereine. Aber passt das zum Gedanken des Stadtradelns? Wir haben bei einigen Bönener Aktiven nachgefragt, was sie zur Teilnahme motiviert.

ADFC Bönen

Udo Dramm vom ADFC Bönen ist mit der Entwicklung beim Stadtradeln nicht so glücklich. Das habe er auch gegenüber den Organisatoren kundgetan. Einige ADFC-Mitglieder würden deshalb ihre Kilometer wohl auch nicht eintragen. Er sieht die Entwicklung inzwischen als verfehlt. Vor allem Sportvereine würden viele Kilometer fahren, um zu gewinnen. Ziel sei doch eigentlich, vom Auto aufs Rad umzusteigen, und nicht der sportliche Aspekt. Hier würde er gerne vor allem junge, gesunde Autofahrer ansprechen, die selbst für Kurzstrecken noch das Auto nehmen.

Allerdings sei das Radfahren in einigen Bereichen Bönens auch keine Freude und zum Beispiel auf der Bahnhofstraße gefährlich, wie Dramm nicht zum ersten Mal bemängelt. Er wünscht sich erheblich mehr Rücksicht auf die Sicherheit von Radfahrern durch geeignete Wege. Dennoch setzt er weiter aufs Rad und lädt Interessierte gerne ein, sich der Bönener Gruppe anzuschließen. Jeden ersten und dritten Samstag treffen sich die Radfahrer um 11 Uhr am Bahnhof und fahren von dort zu unterschiedlichen Zielen. Die Streckenlänge beträgt 30 bis 40 Kilometer bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 14 bis 16 km/h. Sonntags startet die Gruppe zu den großen Ausflügen um 13 Uhr, ebenfalls am Bahnhof.

TVG Flierich

Ute Brüggemann ist Mitglied in der Trekkinggruppe des TVG. Sie hat in der ersten Woche bereits 300 Kilometer mit ihrem E-Bike absolviert. Ein Erfolg, unabhängig von ihrer Teilnahme am Stadtradeln, denn die Bönenerin fährt zwischen März und September täglich 22 Kilometer nach Dortmund zur Arbeit. Und wieder zurück. Seit der Startschuss fürs Stadtradeln gefallen ist, fährt sie noch mehr mit dem Fahrrad statt mit dem Auto. Zum Beispiel zum Sport und zum Einkaufen. Das Stadtradeln findet sie großartig und ist vom Umstieg aufs Rad bei passendem Wetter restlos überzeugt. Die Teilnahme macht ihr aber auch deshalb so viel Spaß, weil ihr Verein in diesem Jahr den Start zum Stadtradeln mit einem Event gefeiert hat.

Außerdem bietet der TVG jede Woche geführte Radtouren an. „In der Gruppe macht es doch viel mehr Spaß“, freut sie sich auf die kommenden Touren. 700 Kilometer möchte sie noch für das Stadtradeln sammeln. Die gehen dann auf das Konto des Tabellenersten. Von Triumph ist beim TVG allerdings nichts zu spüren. Die Sportler wissen um die Sonderstellung dank starker Radlergruppen. Ganz besonders die Rennradfahrer legen weite Strecken zurück. Doch gerade das könne ein Signal sein, das Fahrrad nicht nur zum Spaß oder für Kurzstrecken zu nutzen.

Lauffreunde

Martin Munk ist Mitglied im Team Lauffreunde. Das hatte im letzten Jahr einen ersten zaghaften Versuch einer Teilnahme unternommen. Dieses Mal treten die Läufer aber deutlich engagierter in die Pedale. Initiator Martin Munk schlägt damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Verletzungsbedingt darf er zurzeit nicht laufen, dafür aber Rad fahren. Mehrmals pro Woche lässt er das Auto stehen und fährt die 25 Kilometer zu seinem Arbeitsplatz mit dem Rad. „Außer im Winter, da macht es nicht so viel Spaß“. Schon im vergangenen Jahr war er mit der Familie beim Stadtradeln dabei. Dieses Mal hat er kurzerhand die Lauffreunde als Gruppe angemeldet und damit den Startschuss gegeben.

TuS Bönen

Die TuS ist ebenfalls zum zweiten Mal dabei. Letztes Mal war das Stadtradeln eine schöne Gelegenheit, die Mitglieder zu einer Aktion zu motivieren. Guilia Ritter erinnert sich, dass das Stadtradeln für viele Mitglieder der Grund war, mit dem Rad zur Arbeit, zur Schule, zur Uni und auch zum Training zu fahren. Das wiederholt sich in diesem Jahr. „Fahrrad statt Auto“ entwickelt sich damit gerade für die Sportler zur Ehrensache.

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