Party im Förderturm und Gruselgarten im Wenzfeld

Zwischen Tradition und Vernunft: Ist das von-Haus-zu-Haus-Ziehen an Halloween erlaubt?

Auch die beliebte Halloween-Party mit verschiedenen Aktionen des Treffpunkts Go in in Bönen fällt dem Coronavirus zum Opfer.
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Auch die beliebte Halloween-Party mit verschiedenen Aktionen des Treffpunkts Go in fällt dem Coronavirus zum Opfer.

„Süßes, sonst gibt’s Saures“ heißt es auch wieder am 31. Oktober. Schaurig schöne Kostüme gehören genauso zu Halloween wie das Umherziehen, um Süßigkeiten zu ergattern. Doch in diesem Jahr ist alles anders – auch bei diesem Brauchtum.

Bönen – Die NRW-Landesregierung weist hier ausdrücklich darauf hin, dass insbesondere in Regionen mit hohen Inzidenzen die Einschränkung der sozialen Kontakte das „Gebot der Stunde“ sei und rät mit Blick auf die aktuell steigenden Corona-Zahlen von Halloweenfeiern ab. Dies ist ein dringender Appell, jedoch kein Verbot.

Von Haus zu Haus zu ziehen ist in diesem Jahr laut Jörg-Andreas Otte, als Fachbereichsleiter zuständig für das Ordnungsamt Bönen, nicht verboten, dennoch appelliert auch er an die Vernunft der Menschen: „Man sollte die Notwendigkeit hierbei bedenken.“ Schließlich gehe man durch das Umherziehen ein Risiko für sich und die Anwohner ein. Das sei vermeidbar. Wer dennoch um die Häuser ziehen und Süßigkeiten sammeln möchte, der muss die bestehenden Corona-Schutzmaßnahmen einhalten. Aktuell bedeutet das, dass maximal zwei Haushalte miteinander losziehen dürfen. Zudem müssen Masken getragen und der Sicherheitsabstand eingehalten werden.

Halloween-Party im Förderturm fällt aus

Die alljährlich stattfindende Halloween-Party des Jugendzentrums Go in muss wegen Corona ausfallen. Eigentlich kommen im Förderturm jährlich bis zu 500 Menschen zusammen. „Die Veranstaltung hat sich mittlerweile zu einer Familienveranstaltung entwickelt, bei der nicht nur sechs bis 13-Jährige mitmachen, sondern auch Familienangehörige jeder Altersklasse. Das könnten wir nicht verantworten“, sagt Angela Bräuer, die Leiterin des Jugendzentrums.

Die meisten hätten für die Absage laut Bräuer Verständnis, doch vor allem von Kindern bekomme sie zurückgespiegelt, dass sie die Absage bedrücke. „Besonders die Kinder, die in den vergangenen Jahren dabei waren, nun zu alt geworden sind und uns in diesem Jahr zum Beispiel beim Geisterkickern unterstützen wollten, sind traurig“, sagt Bräuer.

Planungen für das kommende Jahr

Die Planungen für die Veranstaltung belaufen sich nicht nur auf die Einteilung der Mitarbeiter und der Suche nach Helfern, sondern es geht auch um die Ideenfindung zu Dekoraktion, Speisen und vielem mehr. Zudem kaufe das Team dafür alle Materialien selber ein, während der normale Betrieb weiterlaufe.

Sollte sich die Lage im kommenden Jahr beruhigt haben, plane das Jugendzentrum wie gewohnt die Halloweenparty. Der Kinder- und Jugendbereich an der Bahnhofstraße ist weiterhin geöffnet. Dort kann, wie in jedem Jahr, Halloween-Dekoration gebastelt werden. Bräuer: „Wir versuchen wirklich, den Kindern vieles in diesem besonderen Jahr möglich zu machen, aber es geht einfach nicht alles.“

Kein Gruselgarten im Wenzfeld

Auf frische menschliche Gedärme, die Knusperhexe, Blutpunsch und den Grinch werden die Anwohner des Wenzfeld in diesem Jahr verzichten müssen. „Wir haben lange überlegt, aber letztendlich schweren Herzens beschlossen, Halloween bei uns ausfallen zu lassen“, erklärte Stefan Borghardt. „Die Hygieneauflagen können wir in unserem Garten doch gar nicht erfüllen.“

Die Gruppe, die ansonsten wochenlang an einem „Drehbuch“, der gruseligen Ausgestaltung im Schuppen und Freiland an der Paul-Weniger-Straße arbeitet, ist für sich schon zehn Personen groß. Zuviel angesichts der weiter hohen Inzidenzzahl im Kreis Unna – nur fünf dürfen sich treffen. „Es tut weh, aber es geht ja nicht anders“, sagt Borghardt.

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