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Bönener Tafel: Diese Tüten sollen Teller von Bedürftigen füllen

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Von: Kira Presch

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Adam Karwoth mit Tafel-Tüte
Adam Karwoth präsentiert die Tafel-Tüte in seinem Rewe-Markt. Er hofft, in diesem Jahr noch mehr Tüten an die Tafel liefern zu können. © Presch Kira

Bis zum 23. Oktober können Bönener Kunden im Rewe-Markt Karwoth noch Lebensmittel-Tüten kaufen und damit Menschen unterstützen, die ohne die Bönener Tafel nicht über die Runden kommen würden. 2020 kamen so 555 Spenden zusammen.

Bönen – Seit Montag läuft in den Rewe-Märkten bundesweit wieder die Aktion „Gemeinsam Teller füllen“. Insgesamt zwei Wochen lang bis zum 23. Oktober können Kunden nach ihrem Einkauf an der Kasse eine oder mehrere gepackte Einkaufstüten zum Preis von je 5 Euro erwerben und dann in Sammelkörben hinter der Kasse abgeben. Die Tüten kommen den Tafeln vor Ort zugute, die Menschen mit Lebensmitteln versorgen, die sonst nicht über die Runden kommen würden. Auch Adam Karwoth, Inhaber des Rewe-Marktes in Bönen, hat mit seinen Mitarbeitern Tafel-Tüten gepackt und hofft, dass viele Bönener mitmachen.

„2018 und 19 haben wir über 360 Tüten verkauft und auf 400 aufgestockt, damit waren wir auf Platz eins aller 500 beteiligten Geschäfte der Rewe Dortmund“, berichtet Adam Karwoth stolz. 2020 waren es sogar noch mehr. „Exakt 400 Tüten haben wir im vergangenen Jahr verkauft”, berichtet Karwoth. Am Ende war die Zahl auf 555 Tüten für die Tafel aufgestockt worden. Das entspricht rund 1700 Kilogramm Lebensmitteln. „In diesem Jahr schaffen wir es ja vielleicht, noch eine Schippe drauf zu legen. Ausreichend Waren haben wir jedenfalls im Keller, um noch etliche Tüten zu füllen.“

Die Tafel verteilt die Tüten vor Weihnachten

Um den Kunden ausreichend Gelegenheit zu geben, die Tüten zu erwerben, dauert die Aktion in diesem Jahr zwei statt bisher eine Woche. Die gekauften Tüten stellt Karwoth nach Abschluss der Aktion der Bönener Tafel zur Verfügung, die die Tüten dann vor Weihnachten an ihre Kunden weitergibt.

„Der Inhalt der Tüten hat sich in diesem Jahr etwas geändert“, so Karwoth. „Jede Tüte enthält Doppelkekse, Schokolade, Müsliriegel, Reis, gefüllte Tortelloni, Nudeln und Tomatensuppe.“

Ulrike Trümper, Geschäftsführerin der Tafel im Kreis Unna, freut sich über die Tafel-Tüten-Aktion, hätte sich aber gewünscht, dass die Auswahl mit den Tafeln abgestimmt worden wäre, um Lücken in der Versorgung zu schließen.

Mittlerweile erhalte die Tafel auch haltbare Lebensmittel wie Nudeln und Reis von den Lebensmittelketten. „Im Augenblick bekommen wir von den Geschäften wenig Gemüse, das ist aber normal in dieser Jahreszeit. Molkereiprodukte fallen leider so gut wie gar nicht ab, aber da müssen wir uns danach richten, was die Geschäfte abgeben können. Schließlich sind wir mit dem Ziel angetreten, zu vermeiden, dass Lebensmittel weggeworfen werden, die zwar abgelaufen sind, aber noch verzehrt werden können“, sagt Trümper.

Zentrale Unna sucht Fahrer und Beifahrer

Während es bei den Ausgabestellen vor Ort in den Teams mittlerweile gut laufe und ausreichend Helfer vor Ort sind, fehle es in der Zentrale in Unna an Helfern. „Viele ehrenamtlichen Mitarbeiter sind Rentner und aufgrund von Corona weggeblieben und nicht zurückgekommen“, sagt Ulrike Trümper. In der Zentrale an der Dorotheenstraße 32 in Unna Königsborn werden Fahrer und Beifahrer gebraucht, die jeden Tag von dort aus mit den Lieferwagen der Tafel die 80 Lebensmittelmärkte anfahren, um übrig gebliebene Lebensmittel abzuholen und nach der Aufteilung in der Zentrale an die acht Ausgabestellen im Kreis zu liefern.

„Etwa fünf Stunden pro Tag fallen dabei an“, sagt Trümper. „Auch ein Tag in der Woche hilft schon, damit wir einen ausreichend großen Pool von Helfern haben, die sich abwechseln und vertreten können. Denn ohne die Fahrer läuft nichts.“ Wer sich vorstellen kann, die Tafeln im Kreis als Fahrer zu unterstützen, kann unter Telefon 02303/777639 Kontakt mit Ulrike Trümper aufnehmen.

Die Zahl der Kunden, die mit den Lebensmittelspenden versorgt werden kann, sei in den Ausgabestellen zumeist erreicht, so Trümper. „Wir haben viele neue Anfragen, aber wir bekommen nicht mehr Lebensmittel von unseren Lieferanten, und wir können den Apfel ja nicht durchschneiden, um mehr Menschen zu versorgen.“

Bönener Tafel konnte bisher alle versorgen

Das Bönener Tafel-Team könne dank großzügiger Spenden der Bönener Bürger bisher auch bei größerer Nachfrage jeden bedürftigen Kunden versorgen, so Dirk Presch, der die Tafel zusammen mit Helen Eßkuchen organisiert. „Wir haben deshalb noch Reserven an haltbaren Lebensmitteln, die wir bei Bedarf verteilen können. So müssen wir niemanden weg schicken.“ Demnächst werden hoffentlich viele Rewe-Tüten die Bestände der Bönener Tafel wieder auffüllen, damit jeder Hilfsbedürftige versorgt werden kann.

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